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EU-Kommission fordert rasche Anpassung an Klimawandel
Aus Echo der Zeit vom 24.02.2021.
abspielen. Laufzeit 03:39 Minuten.
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Neue Anpassungsstrategie EU-Kommission stellt sich der unangenehmen Klima-Realität

Bereite man sich nicht rasch auf die Folgen des Klimawandels vor, so werde es teuer, warnt der zuständige EU-Kommissar Timmermans.

Auch wenn Europa ab morgen keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr ausstossen würde, wären die Folgen der Sünden aus der Vergangenheit noch jahrzehntelang zu spüren, erklärte der für die Klimapolitik zuständige EU-Kommissar Frans Timmermans. Darum präsentierte er an einer Medienkonferenz in Brüssel die neue EU-Anpassungsstrategie.

Viel zu lange sei es ein Tabu gewesen, über Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu sprechen, sagte er. Heute sei aber klar, dass zwischen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel kein Widerspruch bestehe: «Bauern spüren die Folgen des Klimawandels heute schon im Portemonnaie. Sie haben Ernteausfälle wegen Dürren oder Überschwemmungen.»

Der Tourismusbranche brächen die Einnahmen weg, weil ganze Küstenabschnitte erodieren, erklärte Timmermans. «Und auch der Binnenschifffahrt auf dem Rhein entstehen jedes Jahr höhere Kosten, weil die Schifffahrt wegen Hochwassers eingeschränkt ist.»

Kosten schon heute hoch

Zwölf Milliarden Euro kostet dies die europäische Wirtschaft gemäss EU-Kommission bereits heute jedes Jahr. Die Tendenz ist stark zunehmend.

Frans Timmermans
Legende: Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission, ist für die Klimapolitik zuständig. Keystone

Das ist eine unangenehme Realität. Eine andere unangenehme Realität sei, dass häufig die Falschen die Kosten dieser Fehlentwicklung zu tragen hätten, so Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission. Private, meist ohne Versicherungsschutz, und die öffentliche Hand hätten die hohen Kosten des Klimawandels zu tragen. Die Gegenstrategie der EU heisst: Mehr Wissen erwerben durch eine systematische Datenerhebung zum Klimawandel.

Kritik von grüner Seite

Mehr und neue Datensätze sollen auf einer zentralen EU-Datenplattform zur Verfügung gestellt werden, um solide Gegenmassnahmen zu entwickeln. Modelle sollen zum Beispiel Versicherungen helfen, Risiken bei Ernteausfällen in der Landwirtschaft abzusichern. Oder staatliche Sozialversicherungen könnten die finanziellen Folgen für steigende Kurzarbeitsentschädigungen besser berechnen, die Hitzewellen im Baugewerbe verursachen.

Genau da setzt die Kritik an der neuen EU-Strategie für die Anpassung an den Klimawandel an. Sie sei viel zu theoretisch und schwammig, kritisieren etwa grüne Politikerinnen und Umweltverbände. Sie fordern mehr Verbindlichkeit, und dass die EU ihre Subventionen stärker an die Verpflichtung knüpfe, auf umweltfreundliche Produktionsprozesse umzustellen, die gleichzeitig besser an die Folgen des Klimawandels angepasst seien.

Im Rahmen der Beratungen über ein neues EU-Klimagesetz haben nun die EU-Staaten und das EU-Parlament die Möglichkeit, die Anpassungsstrategien der EU-Kommission ihrerseits anzupassen.

Echo der Zeit, 24.02.2021, 18:00 Uhr

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Rainer Fauser  (Rainer Fauser)
    Nö, teuer wird es, wenn Politiker meinen, aus Veränderungen neue Geschäftsfelder für Profitgeier zu eröffnen und von den Geiern dafür Beratermandate bekommen.
  • Kommentar von Valentin Haller  (Projektionsfläche)
    Unsere Spezies hat im Verlaufe ihrer Existenz mehr und mehr Wissen akkumuliert, seit einigen Jahrhunderten unter Anwendung wissenschaftlicher Methodik. Stets galt: Nie wusste der Mensch mehr als heute.

    Gleichwohl habe ich den Eindruck, dass wir gerade heute auch in einer Zeit leben, in der mehr Menschen als je zuvor dieses Wissen ohne vernünftige Gründe ganz oder teilweise negieren, sogar Staatsoberhäupter.

    Mit solchen Menschen ist leider keine Diskussion möglich. Sie benötigen Therapie.
  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Sowohl der Club of Rome, wie die IPCC haben Modelle propagiert, die schlicht und einfach nie eintrafen und massiv übertrieben sind. Der Rest ist Politik!
    1. Antwort von Urs Vetterli  ()
      In welcher Welt leben Sie?
      Die Extreme haben deutlich zugenommen, wovor die Wissenschaft seit langer Zeit warnte.
      Bleibt zu hoffen, dass wir die Erwärmung unter zwei Grad stoppen können.
    2. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Hm, Herr Vetterli, ich denke da haben Sie eine sehr selektive Wahrnehmung. Heute werden einfach extreme Ereignisse, vor allem diejenigen die ins Schema passen, medial viel mehr ausgeschlachtet. In Tat und Wahrheit gehen die Extrema eher zurück und viele absolute Rekorde in CH, Europa und auch weltweit liegen weit zurück, was nicht heisst, dass es tendenziell etwas wärmer wird, manchmal etwas schneller und manchmal sogar rückläufig. Selbst vor 5300 Jahren, zu Ötzis Zeiten, war es wärmer als heute