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Stockholm: Polizei vertreibt Demonstrierende (unkomm.)
Aus News-Clip vom 04.06.2020.
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Polizeigewalt und Rassismus Protestzüge in ganz Europa – meist friedlich

Von London bis Athen sind Tausende auf die Strasse gegangen, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Meist friedlich.

Molotow-Cocktails in Athen

In der griechischen Hauptstadt kam es bei den Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus zu massiven Gewaltausbrüchen: Eine Gruppe junger Demonstranten bewarf nahe der US-Botschaft die Polizei mit Molotow-Cocktails, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Einige Demonstranten zündeten auch Mülleimer an. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge auseinanderzutreiben.

Rund 3000 Menschen hatten an dem Protestmarsch in der griechischen Hauptstadt teilgenommen. Auf einem Transparent an der Spitze des Marsches wurden «Rassismus» und der «mörderische amerikanische Staat» angeprangert.

Grosser Aufmarsch in London

In London marschierten mehrere tausend Demonstranten zum Amtssitz von Premierminister Boris Johnson in der Downing Street. Während des überwiegend friedlichen Protests in der britischen Hauptstadt riefen Teilnehmer den Namen des Afroamerikaners George Floyd, der Anfang der vergangenen Woche durch einen brutalen Polizeieinsatz in der US-Grossstadt Minneapolis getötet worden war. Schilder mit den Slogans «Genug ist Genug» und «Gerechtigkeit für George Floyd» wurden in die Höhe gehalten.

Boris Johnson gegen rassistische Gewalt

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Boris Johnson
Legende:Boris Johnson bei seiner Rede im britischen ParlamentKeystone

Premier Boris Johnson verurteilte den tödlichen Polizeieinsatz gegen George Floyd. «Was in den Vereinigten Staaten passiert ist, war entsetzlich und unverzeihlich», sagte der Regierungschef im Parlament. Seine Botschaft an US-Präsident Donald Trump sei, dass «rassistische Gewalt keinen Platz in unserer Gesellschaft» haben dürfe, sagte Johnson später vor Journalisten.

Die Kundgebung verlief weitgehend friedlich – Demonstrierende sind jedoch vor dem Amtssitz auch mit der Polizei aneinandergeraten, es kam zu mehreren Festnahmen. Bereits am Wochenende hatte es in mehreren britischen Städten Proteste gegen Rassismus gegeben.

Demonstrationen in Skandinavien

Auch in Stockholm demonstrierten mehrere tausend Menschen. Nach der eigentlichen Kundgebung – einem «stillen Protest» – löste die Polizei den Protest auf, da sich in Schweden wegen der Coronapandemie derzeit nicht mehr als 50 Menschen versammeln dürfen. Nach Angaben eines AFP-Reporters setzten die Sicherheitskräfte vor dem Königlichen Schloss Pfefferspray gegen Demonstranten ein.

Anklage gegen beteiligte Polizisten

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Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats Minnesota erhebt im Fall des getöteten Afroamerikaners George Floyd gegen alle vier beteiligten und inzwischen entlassenen Polizisten Anklage.
Hauptangeklagter sei ein Ex-Beamter, dem nun Mord zweiten Grades zur Last gelegt werde, wie Senatorin Amy Klobuchar mitteilte. Ihm drohen damit bis zu 40 Jahre Haft.

Die drei anderen Beteiligten würden wegen Beihilfe und Anstiftung zum Mord angeklagt, berichtete die Zeitung «Star Tribune» unter Berufung auf Insider. Stellungnahmen der Anwälte der Ex-Polizisten waren zunächst nicht zu erhalten.

Floyd starb, nachdem der Hauptangeklagte fast neun Minuten auf seinem Hals gekniet hatte. Der Mann liess auch dann nicht von Floyd ab, als dieser mehrfach erklärte, er bekomme keine Luft. Der Vorfall wurde mit einer Handykamera festgehalten und löste massive Proteste aus, die sich vor allem in den US-amerikanischen Städten ausgebreitet haben.

In Helsinki nahmen etwa 3000 Menschen an einer friedlichen Kundgebung gegen Rassismus teil. Die Demonstration wurde nach einer Stunde auf Aufforderung der Polizei beendet. In Finnland dürfen sich derzeit nicht mehr als 500 Menschen versammeln.

Proteste auch in Rotterdam und Frankfurt

Im niederländischen Rotterdam waren ebenfalls Tausende auf die Strasse gegangen. Die Polizei forderte die Demonstranten auf, nach Hause zu gehen. Die Protestaktion sei zu gross, der nötige Abstand von 1.5 Meter könne nicht eingehalten werden, so die Polizei. Viele Demonstranten kamen den Forderungen nach. Einige kleinere Gruppen blieben jedoch bei der Erasmus-Brücke im Zentrum der Stadt.

In Deutschland hatten sich am Abend in Frankfurt am Main hunderte Demonstrierende an der Hauptwache zu einer Kundgebung gegen rassistische Polizeigewalt in den USA zusammengefunden. Die Demonstration sei laut Beobachtern friedlich verlaufen, die Abstandsregeln seien weitgehend eingehalten worden.

SRF4 News, 04.06.2020, 09:00 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich finde es gut, dass es auch in Europa (meist friedliche) Demonstrationsmärche gibt. Der grausame Mord an Floyd ist nur "die Spitze" des Eisberges". Nicht nur in den USA, sondern bisweilen in Europa, auch in der Schweiz, gibt es Rassimus oder/und der Dünkel von Weissen gegenüber "Schwarzen", sie seien eine "überlegene" Rasse.Wenn man aber die Geschichte verschiedener europäischer Nationen anschaut,so wird ein Düsteres Bild enthüllt mit ausbeutendem Kolonialismus.Etwas mehr Demut ist angesagt.
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  • Kommentar von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
    Wer verurteilt Gewalt, Drohungen, Beleidigungen gegen Polizisten? Weiss jeder, wieviele Polizisten in den USA jährlich sterben? Ca 80
    Weiss jeder, wieviele Polizisten Schweizweit verletzt werden? Was passiert, wenn man als Polizist von Staat und Politik nicht unterstützt wird oder vom Bürger immer wieder kritisiert? Richtig, man baut Frust ab. In den USA gegen Farbige, in der Schweiz bei Demos und Fussballspiele. Konkret, ist wirklich immer die Polizei schuld oder doch der Verursacher?
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    1. Antwort von Benjamin Roth  (benjamin)
      In diesem Fall (wie auch in so vielen anderen Fällen) ist es klar, dass es NICHT die Schuld der festgenommenen bzw. getöteten Person war. Was können diese Personen dafür, dass Polizisten getötet werden? Erlaubt ihnen das, wahllos andere Menschen zu töten?
      Das zentrale ist dabei, dass sowohl Polizisten wie auch Zivilisten zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie das Gesetz brechen und das ist bis jetzt in den USA nicht der Fall.
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  • Kommentar von Daniel Ackermann  (saskilte)
    Denken die Europäer die Amerikaner interessieren sich was das Ausland über sie denkt? Das ist Demokraten wie Republikanern egal.
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    1. Antwort von Denis Vuono  (Giovanni Serini)
      Sie haben schon Recht, es ist denen segal, sie sehen sich ja als die Herren der Welt an, doch diese Proteste haben dennoch ihre Wirkung, auch in der geistigen unsichtbaren Welt
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    2. Antwort von Benjamin Roth  (benjamin)
      Es wurden auf diversen Sendern Bilder gezeigt von Demonstrationen rund um die Welt. Also scheint es sie bestimmt zu interessieren. Und auch die Demonstrierenden in den USA werden dieses Statement vermutlich schätzen.
      Oder denken Sie nicht, dass wenn Sie ein Anliegen haben und am anderen Ende der Welt gehen Leute dafür auf die Strasse, dass Ihnen dies ein gutes Gefühl gibt und Sie sehen, dass Ihr Anliegen wichtig ist?
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