- Zum zweiten Mal innert einer Woche sind in Paris hunderte Bauern mit ihren Traktoren eingefahren.
- Mit der Aktion vor der Nationalversammlung protestieren sie gegen das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten.
- Die französischen Bauern befürchten unfaire Konkurrenz durch Billigimporte aus Südamerika.
Frankreich ist der grösste Agrarproduzent innerhalb der EU. Darum sind hier die Proteste gegen das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Ländern am heftigsten. Aber auch in anderen EU-Ländern wehren sich Landwirte gegen den Handelsvertrag mit Südamerika.
Zur neusten Kundgebung der französischen Bauern sind rund 350 Traktoren in Paris eingefahren. Die Demonstration wird von der FNSEA organisiert, einer der grössten landwirtschaftlichen Gewerkschaften Frankreichs.
Frankreichs Bauern wollen nicht aufgeben
Das Mercosur-Abkommen sei genehmigt worden, obwohl das Europäische Parlament noch nicht dazu Stellung genommen habe, sagt FNSEA-Vizepräsident Damien Greffin. «Dies wird zu Importen von ausländischen Waren führen, die wir in Frankreich problemlos selbst produzieren können», betont der Bauer aus der Region Paris.
Bei der Produktion in den Mercosur-Ländern müssten zudem nicht alle Standards eingehalten werden, die der französischen Landwirtschaft auferlegt würden, so Greffin. Nach dem Protest in Paris werde man am 20. Januar vor dem Europäischen Parlament in Strassburg demonstrieren.
Weitere Proteste in Frankreich
Auch die Häfen von Bayonne und La Rochelle sowie die Städte Metz, Pau, Périgueux, Poitiers, Dax oder Limoges sind oder waren bereits Schauplatz von Blockaden durch verschiedene landwirtschaftliche Gewerkschaften.
«Der Zorn der Landwirte ist tief und ihre Forderungen sind legitim, und wir hören sie auf höchster Regierungsebene», sagte Landwirtschaftsministerin Annie Genevard am Montag, nachdem sie am Freitag Massnahmen zugunsten von Getreidebauern, Winzern und Viehzüchtern angekündigt hatte. Eine Beruhigung unter den Bauern hatten ihre Worte aber nicht zur Folge.
Die meisten EU-Staaten hatten dem Freihandelsabkommen am letzten Freitag zugestimmt – nicht aber Frankreich. Das Abkommen kann trotzdem unterzeichnet werden, weil dafür eine qualifizierte Mehrheit der EU-Staaten reicht. Es soll offiziell am nächsten Samstag in Paraguay signiert werden.