Zum Inhalt springen

Header

Video
Pierre Heumann: «Israel funktioniert als Test-Land»
Aus Club vom 05.01.2021.
abspielen
Inhalt

Schon 20 % der Bevölkerung Israel wird im Schnelldurchlauf durchgeimpft

Drei Wochen nach Beginn einer Impfkampagne im Rekordtempo hat Israel schon 1,8 Millionen seiner Bürger geimpft. Israel könnte zu den ersten Ländern gehören, in denen ein grosser Teil der Bürger gegen das Coronavirus geimpft ist und sich das Leben wieder normalisiert. Pro Tag erhalten 150'000 Israeli die erste Dosis des mRNA-Impfstoffs.

Bereits 20 Prozent der Bevölkerung haben die erste Portion des Impfstoffs erhalten. Die Regierung will bis Ende März alle Bewohner des Landes impfen, die älter als 16 Jahre sind. In keinem anderen Land wird im Vergleich zur Bevölkerungszahl so schnell gegen Corona geimpft.

Im «Club» wurde Pierre Heumann zugeschaltet, der für verschiedene deutsche Medien als Nahost-Korrespondent von Tel Aviv aus arbeitet. Der 69-Jährige ist bereits geimpft worden.

Pierre Heumann

Pierre Heumann

Nahost-Korrespondent

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Pierre Heumann promovierte in Ökonomie und ist seit Jahrzehnten als Nahost-Korrespondent für verschiedene Medien tätig. Er interviewte die Top-Politiker des Nahen Ostens, recherchierte über geheime Nuklearprojekte, besuchte Trainingslager in Gaza und beschrieb den Aufstieg von Dubai und Katar. Er ist Autor mehrerer Bücher, unter anderem „Israel entstand in Basel. Die phantastische Geschichte einer Vision“.

SRF: Während die Schweiz auf die Zulassungen hofft, macht Israel vorwärts: 20 Prozent der Bevölkerung hat die erste Impfdosis erhalten. Wie ist diese schnelle Impfung in Israel möglich? Liegt das daran, dass der Ministerpräsident Benjamin Netanyahu anscheinend regelmässig mit Pfizer-CEO Albert Bourla in Kontakt stand?

Pierre Hofmann: Ja, es ist wirklich erstaunlich. Es ist genügend Material vorhanden. In der Zwischenzeit sind schon 20 Prozent der Bevölkerung geimpft – und über die Hälfte der über 60-Jährigen. Netanyahu stellt die Leistung so dar, als wäre sie sein Verdienst, andere Staatschefs haben das aber offenbar auch so gemacht. Er habe mehr bezahlt als andere Staaten – wobei das nicht offengelegt wurde. Ich denke aber, das liegt daran, dass das Gesundheitssystem in Israel anders ist. Die vier Krankenkassen sind gleichzeitig Gesundheitskassen, zu denen beispielsweise Kliniken gehören. Somit sind die Krankenkassen für die Logistik verantwortlich. Und unter den Krankenkassen gibt es ein Konkurrenzdenken.

Also liegt die schnelle Impfstrategie an der aggressiven Gesundheitspolitik und den Krankenkassen – schnell zu impfen ist aber auch sehr attraktiv für Israel, wegen der elektronischen Patientendossiers.

Genau. Jeder der neun Millionen Bürgerinnen und Bürger hat eine Gesundheitskarte im Kreditkartenformat. Darauf sind alle Daten erfasst. Dadurch fungiert Israel für Pfizer und Moderna als «Test-Land», da man anschliessend bestens erkennen kann, wie die Bevölkerung auf den Impfstoff reagierte.

Geniesst man wie Sie als geimpfte Person in Israel Privilegien?

Ungefähr eine Woche nach der zweiten Impfung werde ich eine Applikation auf meinem Handy installieren können, einen «grünen Pass». Damit werde ich ohne Quarantäne-Zeit nach Israel einreisen dürfen.

Was ist bei Besuchen in Restaurants beispielsweise?

Man spricht aktuell davon, dass Menschen mit grünem Pass in kulturellen Einrichtungen und Gastronomie zugelassen werden – allerdings ist das noch nicht entschieden und wäre allenfalls juristisch auch schwierig umsetzbar.

Das Gespräch führte Barbara Lüthi.

Video
2021 – Ein weiteres Corona-Jahr?
Aus Club vom 05.01.2021.
abspielen

Club, 05.01.21, 22:25 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

48 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.