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Schwere Stromausfälle Kuba meldet kompletten Ausfall der Treibstoffversorgung

  • Kuba hat nach Angaben von Energieminister Vicente de la O Levy keinerlei Diesel- und Heizölreserven mehr.
  • «Wir haben absolut kein Heizöl und absolut kein Diesel», sagte der Minister in den staatlichen Medien.
  • Das nationale Stromnetz befinde sich in einem kritischen Zustand.

Die Hauptstadt Havanna erlebe die schwersten Stromausfälle seit Jahrzehnten. Viele Stadtteile seien 20 bis 22 Stunden täglich ohne Strom, erklärte de la O Levy. Die angespannte Lage verschärfe die Spannungen in der ohnehin von Lebensmittel-, Treibstoff- und Medikamentenknappheit geplagten Stadt. Das Stromnetz werde derzeit ausschliesslich mit heimischem Rohöl, Erdgas und erneuerbaren Energien betrieben. Kuba habe in den vergangenen zwei Jahren 1300 Megawatt Solarenergie installiert, jedoch gehe ein Grossteil dieser Kapazität durch Netzinstabilität verloren.

Menschen gehen nachts an einer brennenden Strasse entlang.
Legende: In Havanna gibt es Proteste aufgrund der erneuten Energie-Ausfällen. REUTERS/Norlys Perez

Trotz der US-Blockade setze Kuba die Verhandlungen über Treibstoffimporte fort, sagte der Minister. Die steigenden Öl- und Transportpreise angesichts des amerikanisch-israelischen Krieges mit dem Iran erschwerten diese Bemühungen jedoch zusätzlich.

Weder Mexiko noch Venezuela, einst wichtige Öllieferanten Kubas, hätten seit US-Präsident Donald Trumps Anordnung vom Januar Treibstoff an die Insel geliefert. Diese droht Ländern, die Treibstoff an den kommunistisch regierten Staat liefern, mit Strafzöllen. Seit Dezember habe lediglich der russische Tanker «Anatoly Kolodkin» im April einmal Rohöl geliefert.

Die Vereinten Nationen bezeichneten Trumps Treibstoffblockade vergangene Woche als rechtswidrig.

SRF 4 News, 14.05.2026, 8 Uhr ; 

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