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Tag des Sieges Kurze Militärparade in Moskau – Putin gibt sich siegessicher

  • Auf dem Roten Platz in Moskau hat unter massiven Sicherheitsvorkehrungen die grosse Militärparade stattgefunden – im Eiltempo.
  • Die Parade mit Tausenden Soldaten galt dem Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland 1945.
  • Kremlchef Wladimir Putin nahm aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen den Aufmarsch diesmal ohne Panzer, Raketen und Militärtechnik ab.
  • Putin zeigte sich in einer Rede bezüglich des Angriffskriegs gegen die Ukraine siegessicher.

Die abgespeckte Parade mit weniger Gästen gilt auch als ein Symbol für die Lage der russischen Truppen in der Ukraine. Die Feierlichkeiten waren wohl die kürzesten in der Geschichte Russlands: Die traditionelle Rede von Wladimir Putin dauerte nur wenige Minuten; die Militärparade war nach einer Dreiviertelstunde zu Ende. Russland ist bei der Invasion zunehmend durch Gegenangriffe Kiews unter Druck.

«Ich bin fest davon überzeugt: Unsere Sache ist gerecht, wir stehen zusammen, der Sieg war immer und wird immer auf unserer Seite sein», sagte der russische Präsident in scharfem Ton auf dem Roten Platz in Moskau.

Die russische Armee werde bei ihrem Einsatz in der Ukraine inspiriert von der «Generation der Sieger» im Zweiten Weltkrieg, meinte der Kremlchef. «Sie stellen sich einer aggressiven Macht entgegen, die vom gesamten Nato-Block bewaffnet und unterstützt wird», sagte Putin, der seinen Krieg 2022 begonnen hatte. Trotz der westlichen Unterstützung «marschieren unsere Helden vorwärts», behauptete der Präsident.

Bisher ist allerdings nicht in Sicht, dass Putin seine Kriegsziele in der Ukraine erreicht.

Geschützt wurde der Präsident bei dem öffentlichen Auftritt vor internationalen Gästen durch ein extremes Sicherheitsaufgebot. Auch das mobile Internet ist abgeschaltet.

Auch aktive Ukraine-Soldaten an Parade

Überraschend hatte US-Präsident Donald Trump eine zwischen Kiew und Moskau vermittelte Waffenruhe und den geplanten Austausch von je 1000 Kriegsgefangenen bekannt gegeben. Die Waffenruhe gilt demnach bis zum 11. Mai. Am Morgen gab es vorerst keine offiziellen Berichte über mögliche Verstösse gegen die Vereinbarung.

Russland hatte zuvor selbst wegen des Tages des Sieges über Nazi-Deutschland eine Einstellung aller Truppenbewegungen vom 8. bis 10. Mai angekündigt. Allerdings gab es am Freitag weiter Kämpfe und Angriffe.

An der Parade nahmen auch Soldaten der russischen Invasion in der Ukraine teil. Eine Staffel russischer Kampfflieger, die den Himmel mit den Farben der russischen Flagge kolorierte, bildete den Abschluss.

Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 in Berlin fiel in Moskau schon in die frühen Morgenstunden des 9. Mai. Deshalb begeht Russland immer zu diesem Datum den Tag des Sieges.

SRF 4 News, 09.05.2026, 8 Uhr ; 

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