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Proteste und Festnahmen in Paris
Aus Tagesschau vom 21.09.2019.
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Tausende Polizisten im Einsatz Ausschreitungen bei Protesten in Paris

  • Am Rande einer Demonstration für mehr Klimaschutz ist es in der französischen Hauptstadt Paris zu Ausschreitungen gekommen.
  • Unter die Klima-Aktivisten mischten sich laut Behörden auch rund 1000 gewaltbereite Anarchisten.
  • Bei einem separaten Protest von Anhängern der «Gelbwesten»-Bewegung setzte die Polizei in der Nähe der Champs-Élysées Tränengas ein.
  • Die Polizei nahm über 160 Personen fest.

In der französischen Hauptstadt fanden gleich drei Demonstrationen statt: An der Kundgebung «Für das Klima und die soziale Gerechtigkeit» nahmen nach Angaben der Veranstalter 50'000 Menschen teil, die Präfektur sprach von 16'000 Teilnehmern. Ein Fachdienst, der für Medien Zählungen vornimmt, kam auf gut 15'000 Teilnehmer.

Zuvor gab es bereits eine Demonstration der sozialen Protestbewegung «Gelbwesten», am Nachmittag eine Gewerkschaftskundgebung gegen die Rentenreform der Regierung.

Polizei schiesst mit nicht-tödlicher Munition

Die Klimademonstration wurde von Gewalt von Linksradikalen überschattet. Die gewaltbereiten Demonstranten gingen zunächst zusammen mit den «Gelbwesten» auf die Strasse. Der Schwarze Block habe sich dann später in die Klima-Demo eingereiht, teilten die Behörden mit.

Nachdem etwa 150 militante, teilweise maskierte Demonstranten Beamte beworfen, zwei Bankfilialen attackiert und Mülleimer sowie E-Scooter angezündet hätten, seien die Sicherheitskräfte eingeschritten, verlautete aus informierten Kreisen. Die Polizei setzte Tränengas ein und schoss mit nicht-tödlicher Munition, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Greenpeace appelliert an Teilnehmer

Die Polizei forderte friedliche Demonstranten auf, sich beim «Marsch für das Klima» von gewalttätigen Gruppen zu distanzieren. Zwei der Veranstalter, Greenpeace und Youth for Climate, riefen die Demonstranten angesichts der Ausschreitungen auf, nach Hause zu gehen.

Greenpeace warf der Polizei vor, auch gegen friedliche Demonstranten, darunter Familien, Tränengas eingesetzt zu haben.

Auch Proteste von «Gelbwesten»

Bei einem Protest Hunderter Anhänger der «Gelbwesten»-Bewegung setzte die Polizei in der Nähe der Prachtstrasse Champs-Élysées im Westen der Innenstadt ebenfalls Tränengas ein, wie französische Medien berichteten. Auf dem kilometerlangen Boulevard galt ein Demonstrationsverbot. Die Polizei setzte über 7500 Beamte ein. Nach Angaben der Polizeipräfektur führten einige der festgenommenen Personen Hämmer und Benzinkanister mit sich.

Anhänger der «Gelbwesten» protestieren seit vergangenem November gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron und soziale Ungerechtigkeit. Die Bewegung ist zersplittert und nicht zentral organisiert, die Themenpalette mittlerweile sehr breit. Häufig tragen die Demonstranten auch gar nicht mehr einheitlich die gelben Warnwesten, nach denen die Bewegung benannt ist.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    Macron im Dilemma. Während ihn die Gelbwesten, anfänglich gegen Treibstofferhöhungen auf die Strasse gegangen, nun schon bald ein Jahr belästigen, kommen nun Klimaaktivisten dazu, die genau das Gegenteil fordert. Nun, er wird sich wahrscheinlich wiederum in aussenpolitischen Aktivitäten, als selbsternannter Vermittler auf der ganzen Welt anpreisen, um innenpolitisch in Deckung gehen zu können.
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  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Es müsste 45. Gelb Weste Demo sein um etwas darüber hier zu lesen. Trännengas, Polizei Gewalt, Schwerverletzte Demonstrante ist sonst für Hong Kong reserviert. Immer hin. Meine Gratulation an SRF für diese mutige Bericht.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    All die "Strassendemos" in allen Länder der Welt, ziehen immer wieder vermummte Berufs-Chaoten und Vandalen als Mitläufer an! Leider werden dann solche Strassenschlachten, Angriffe auf Polizisten und Sachbeschädigungen in Millionenhöhe zu den Hauptschlagzeilen in den Medien!
    Mein Fazit: Statt einfach mit Schlagwörtern, Spruchbänder und Megaphonen durch die Strassen schreien, müssten vermehrt sachliche und ernsthafte politische Auseinandersetzungen am politischen Tisch in Anstand passieren!
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