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Argentinien trauert um Fussball-Grösse Maradona
Aus 10 vor 10 vom 26.11.2020.
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Tausende sagten «Danke, Diego» Nationalheld Maradona in Buenos Aires beigesetzt

  • «Adiós Diego»: Tausende Argentinier erweisen ihrem Nationalhelden die letzte Ehre.
  • Einige Fans dringen gar mit Gewalt in den Präsidentenpalast ein, um Abschied von dem Weltmeister von 1986 nehmen zu können.
  • Das Fussball-Idol wurde in einem Vorort von Buenos Aires beigesetzt.

Nach einem bewegten Leben zwischen Genie und Wahnsinn hat Diego Maradona seine letzte Ruhe gefunden: Einen Tag nach seinem Tod wurde der legendäre argentinische Fussballspieler und Nationalheld am Donnerstag auf dem Privatfriedhof Jardín de Bella Vista in einem Vorort von Buenos Aires an der Seite seiner Eltern bestattet.

An der Beisetzung nahmen nur seine Angehörigen und enge Freunde teil. Zuvor war der Sarg in einem Trauerzug vom Regierungspalast im historischen Zentrum von Buenos Aires zu dem Friedhof gebracht worden. Zahlreiche Fans säumten die Strecke und erwiesen ihrem Idol die letzte Ehre.

«Danke, Diego»

Den ganzen Tag über hatten Tausende Menschen in der Casa Rosada Abschied von Maradona genommen. Nachdem sie zum Teil stundenlang in der Schlange gewartet hatten, liefen sie an dem mit Trikots und einer Nationalflagge bedeckten Sarg vorbei. Viele bekreuzigten sich und warfen Blumen über die Absperrung. Dabei gab es massenweise Rufe wie «Danke, Diego» und «Ich liebe dich, Diego».

TV-Hinweis: «Maradona – der Goldjunge»

In Erinnerung an Diego Maradona zeigt SRF 1 am Montag, 30.11.20, 22.55 Uhr den DOK-Film «Maradona – Der Goldjunge»

Maradona war am Mittwoch im Alter von nur 60 Jahren in seinem Haus in Tigre nördlich von Buenos Aires an einem Herzinfarkt gestorben. Er war erst zwei Wochen zuvor nach einer Operation wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Immer neue Gesundheitsprobleme

Der einstige Spitzensportler hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Auch Präsident Alberto Fernández nahm Abschied von dem wohl berühmtesten Sohn des Landes. Er umarmte Maradonas Töchter Dalma und Gianinna und legte ein Trikot von Maradonas erstem Verein Argentinos Juniors und ein Kopftuch der Menschenrechtsgruppe Grossmütter der Plaza de Mayo auf dem Sarg ab.

Vizepräsidentin nahm Abschied

Vizepräsidentin Cristina Fernández nahm Maradonas Ex-Frau Claudia Villafañe in den Arm und drapierte Rosenkränze auf dem Sarg.

Auch die erste Mannschaft von Gimnasia y Esgrima erwies Maradona die letzte Ehre. Der Weltmeister von 1986 hatte das Team aus La Plata im vergangenen Jahr in einer schwierigen Situation als Trainer übernommen. An seinem 60. Geburtstag am 30. Oktober hatte er die Mannschaft zum letzten Mal spielen gesehen.

Angeschlagener Eindruck

Schon damals machte Maradona einen äusserst angeschlagenen Eindruck und musste von Begleitern beim Gehen gestützt werden. Gegen Ende der Totenwache drangen einige Fans mit Gewalt in den Regierungspalast ein, weil sie befürchteten, nicht mehr zu dem Sarg ihres Idols vorgelassen zu werden. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen.

Auch auf den umliegenden Strassen kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Aufgebrachte Fans schleuderten Steine und Flaschen auf die Polizei, die Beamten feuerten Gummigeschosse in die Menge und setzten Wasserwerfer ein. Schliesslich wurde der Regierungspalast geschlossen und die Totenwache abgebrochen.

10vor10, 26.11.2020, 21:50 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Feuz  („Üeu“)
    Verstehe diesen Hype auch nicht - hat doch beschissen im Viertelfinal 1986 gegen England und das entscheidende Tor damals mit der Hand erzielt. Das im Moment auch gewusst und 20 Jahre später auch zugegeben. Kommt mir vor wie eine Herde Schafe die blindlings und hirnlos zum Schafott geführt wird
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    1. Antwort von David Kobelt  (David Kobelt)
      Sie können Ihren Text unter jeden Artikel diesbezüglich kopieren. Er wird dadurch nicht weniger oberflächlich. Die Bedeutung Maradonas für die Menschen, die ihm zujubeln, erschliesst sich vermutlich nicht aus unserer hastigen, selbstüberschätzten und durchwegs von Verwöhnung verkümmerten Perspektive.
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    2. Antwort von Ueli Feuz  („Üeu“)
      Ich stimme Ihnen z.T. zu Herr Kobelt. Diese Massentrauerhysterie ist ein Phänomen. Schon mehrmals mitbekommen bei Diana, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Elvis, Kurt Cobain, M. Jackson natürlich, Senna etc. Und da treten Menschen in einen chormässigen Heulgesang die die jeweiligen Menschen nur vom Hörensagen kannten. Müsste mal genauer untersucht werden was da in den Menschen vor sich geht:-)
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  • Kommentar von Beat Schneider  (Beat62)
    Der Tod von Maradona, zeigt mir einmal mehr wie Trauer in Fanatismus ausarten kann. Schlimm wenn man die Trauernden welche mit Gewalt versuchen zum Sarg von Maradona zu gelangen mit Wasserwerfern davon abhalten muss. Das ist Hysterie pur. Es war bei Jackson, Senna und vielen anderen so, und es kommt mir so vor als ob es bei diesen Menschen welche Ihr Idol verloren haben kein Morgen und keine Zukunft mehr gibt. Trauer ist ok, aber im ruhigen Gedenken, weil Fanatismus haben wir weiß Gott genug.
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