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Tauwetter in Kuba Überraschende Wende – Havanna lässt 51 Gefangene frei

Eine Geste der Entspannung: In einer überraschenden Ankündigung hat die kubanische Regierung die Freilassung von 51 Häftlingen angekündigt. Die Insassen, die einen Grossteil ihrer Strafe verbüsst und sich gut geführt hätten, sollen noch vor der Karwoche freikommen. Ob sich darunter auch politische Gefangene befinden, deren Entlassung die USA wiederholt fordern, liess die Regierung in Havanna zunächst offen.

Der kubanische Aussenminister Bruno Rodríguez sitzt vor einem Mikrofon.
Legende: Der Besuch des kubanischen Aussenministers Bruno Rodríguez im Vatikan hat die Spekulationen über eine mögliche Vermittlerrolle des Kirchenstaats im Konflikt zwischen Washington und Havanna ausgelöst Reuters/Hector Retamal

Direkte Gespräche bestätigt: Gleichzeitig bestätigte Präsident Miguel Díaz-Canel in einer Fernsehansprache erstmals direkte Gespräche mit der US-Regierung. Ziel sei es, «durch Dialog Lösungen für die bilateralen Differenzen zu finden». Die Ansprache des Präsidenten erfolgte vor dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise, die durch Stromausfälle und Treibstoffmangel gekennzeichnet ist und durch das von den USA verhängte Öl-Embargo verschärft wird.

Die diskrete Rolle des Vatikans: Parallel zu den direkten Kontakten laufen diplomatische Bemühungen über den Vatikan. Aus Havanna hiess es, die Häftlingsfreilassung sei auch ein Ergebnis der Gespräche mit dem Heiligen Stuhl. Dessen Vermittlerrolle wurde offensichtlich, als Ende Februar sowohl Kubas Aussenminister Bruno Rodríguez als auch der US-Geschäftsträger Mike Hammer Rom besuchten. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bestätigte, man bemühe sich um eine «dialogorientierte Lösung der bestehenden Probleme».

Wirtschaftskrise als Treiber: Sowohl die Freilassungen als auch die Gesprächsangebote erfolgen in einer Zeit massiven Drucks. Die US-Regierung unter Präsident Trump will den Zufluss von Devisen und Öl stoppen, um die kommunistische Führung zu Reformen zu bewegen. Havanna selbst stellt zwar keinen direkten Zusammenhang zwischen den Gesten und dem Druck aus Washington her, doch das Land befindet sich in einer der tiefsten Wirtschaftskrisen seit der Revolution von 1959.

SRF 4 News, 13.03.2026, 09:30 Uhr ; 

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