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US-Präsident Trump attackiert Whistleblower
Aus Tagesschau vom 27.09.2019.
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Ukraine-Skandal US-Präsident Trump droht Informanten

Mit «Spionen» und «Verrätern» sei man einst anders umgesprungen. US-Präsident Trump geht zum Gegenangriff über.

Die Affäre um den mutmasslichen Versuch von US-Präsident Donald Trump, die Ukraine zur Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf zu bewegen, hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nach der Veröffentlichung der Whistleblower-Beschwerde hat Trump nun faktisch eine indirekte Drohung gegen die Informanten des Whistleblowers ausgestossen.

Der republikanische Präsident verglich im Gespräch mit Mitarbeitern der amerikanischen UNO-Mission in New York die Informanten des Whistleblowers mit einem «Spion». Er wolle wissen, wer den Whistleblower mit Informationen versorgt habe. Danach fragte der US-Präsident in die Runde: «Wissen Sie, was wir in den guten alten Tagen gewöhnlich getan haben, als wir schlau waren? Richtig?»

Die Antwort auf seine Frage gab der US-Präsident sogleich selbst: «Die Spione und Verräter, wir sind mit ihnen ein wenig anders umgegangen, als wir es jetzt tun.»

Identität des Whistleblowers geheim

Die «New York Times» berichtete als erstes über den Vorfall. Darüber hinaus ist die «Los Angeles Times» im Besitz der Audiodatei und hat diese als Beweisstück veröffentlicht. Auf dieser Datei ist Präsident Trump zu hören.

Mittlerweile verfügt die Nachrichtenagentur Bloomberg über ein Video, welches den beschriebenen Vorgang bestätigt. Sowohl die Audiodatei wie auch das Video sind authentisch.

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«Das grenzt an Spionage»
Aus SRF News vom 27.09.2019.
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Die Identität des Whistleblowers ist geheim. Das gilt auch für dessen Informanten. Die «New York Times» berichtet jedoch, dass es sich beim Whistleblower um einen CIA-Analysten handeln soll. Die Anwälte bestätigten die Recherchen nicht. Sie warnten, die Veröffentlichung von Informationen, die zu dessen Identifizierung führen könnten, sei «höchst besorgniserregend und rücksichtslos».

Trump bezeichnet Journalisten als «Tiere»

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Neben seiner verbalen Attacke gegen den Whistleblower äussert sich US-Präsident Trump beim Anlass bei der UNO ebenfalls gegenüber der Presse abfällig. «Das sind Tiere, einige der schlimmsten Menschen, die es überhaupt gibt». Der Verachtung gegenüber den Medien aber nicht genug: «Die sind Abschaum. Viele von ihnen sind Abschaum. Es gibt auch gute Reporter, aber das sind nicht viele.»

In der Whistleblower-Beschwerde wird beschrieben, was US-Präsident Donald Trump vorgeworfen wird. Der Whistleblower habe von «mehreren Mitgliedern der US-Regierung Informationen erhalten, die nahelegen, dass der Präsident «die Macht seines Amtes nutzt, um die Einmischung aus dem Ausland für die US-Präsidentschaftswahl 2020 zu erbitten».

Whistleblower-Beschwerde beschreibt detailliert den Ablauf des Telefongesprächs zwischen Trump und Selenski.
Legende: Die Whistleblower-Beschwerde beschreibt detailliert den Ablauf des Telefongesprächs zwischen Trump und Selenski. SRF/Kongress

Sowohl Trumps persönlicher Anwalt, Rudolph Giuliani, wie auch der Justizminister William Barr seien in den Fall involviert.

Vorwurf der Aufforderung zur Vertuschung

Mitarbeiter des Weissen Hauses seien zudem angewiesen worden, nach dem Telefonat zwischen den beiden Staatschefs das «elektronische Transkript des Anrufes vom Computerserver, in welchem üblicherweise solche Abschriften zur Koordination, Finalisierung und Verteilung an die Kabinettsmitglieder aufbewahrt werden, zu entfernen».

Zudem enthält die Beschwerde eine Passage, in welcher beschrieben wird, dass zwei US-Regierungsmitglieder die Ukrainer dahingehend beraten, wie «sie die Forderungen, welche der Präsident an Herrn Selenski gestellt hat, ‹bewältigen› können».

Führende Parlamentarier reagieren derweil empört auf die Äusserungen des Präsidenten – allen voran Adam Schiff: «Der Vorschlag des Präsidenten, die an der Whisteblower-Beschwerde beteiligten Personen so zu behandeln, wie wir es früher mit ‹Spionen und Verrätern› getan haben, ist eine verwerfliche Einladung zur Gewalt gegen Zeugen in unserer Untersuchung». Adam Schiff ist Mitglied des US-Repräsentantenhauses und Vorsitzender des Geheimdienstausschusses.

Adam Schiff will Whistleblower schützen

Republikanische Kongressmitglieder haben sich zu den Aussagen Trumps bislang nicht geäussert.

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Oskar Schneider  (Oski2)
    «Spion» «Wissen Sie, was wir in den guten alten Tagen gewöhnlich getan haben, als wir schlau waren? Richtig?»
    Als er das sagte haben selbst die Leute in dem geschlossenen Raum angefangen zu lachen.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Trump ist angetreten mit dem Anspruch Amerika grösser zu machen. In Wirklichkeit hat er das Land geschwächt wie kein Präsident vor ihm. Das Land war noch nie so gespalten seit dem Bürgerkrieg wie jetzt. Trump hat sich mit jedem angelegt im In- wie im Ausland. Folgen tun ihm nur kleine, schwache und Länder die von dem USA abhängig sind, mit den andren ist er stets offen im Krieg! Der nächste Präsident hat viel aufzuräumen. Es muss jemand sein der das Land wirklich stärkt in dem man es vereint!
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    1. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      Natürlich kann die Spaltung des Landes nur eine Ursache haben: Trump. Unter Obama war alles viel besser: das Land hat Libyen und Syrien zerstört, einen Krieg in der Ukraine vom Zaun gerissen, insges. 100'000 Bomben abgeworfen, die Spannungen mit Russland bis zu einem sehr gefährlichen Punkt provoziert usw. - aber ja, die USA hatten einen Präsidenten mit Stiel der gefiel.
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    2. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Herr Bernoullt, es geht hier nicht um Obama, oder haben sie diesen namen hier irgendwo gelesen? Tatsache bleibt das er sich auch mit der eigenen Wirtschaft angelegt hat. Autobranche. Er verhandelt nicht wie andere, sondern Bestimmt nur. Natürlich gab es immer 2 Lager in Amerika, aber nie war es so verhärtet wie heute.
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    3. Antwort von S. Borel  (Vidocq)
      Herr Bernoulli, die USA haben also Syrien zerstört? Ist mir neu. Und Libyen? Schon vergessen...? Bürgerkrieg, Intervention USA/F/GB auf UNO-Resolution aufgrund bevorstehendem Massaker an Zivilbevölkerung Bengasi. Wissen Sie, wenn man schon Anschuldigungen äussert, sollten sie wenigstens fundiert sein.
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Wehrt er sich, dass ist das "Beweis", dass er eine grobe Verfehlung gemacht hat, d.h. er ist schuldig. Wehrt er sich nicht, dann ist er tief in die Enge getrieben und somit ein "Beweis", dass er eine grobe Verfehlung gemacht hat, d.h. schuldig ist.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Siehe dazumal Strache.
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