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US-Intervention in Venezuela Wer ist Delcy Rodríguez, die neue starke Frau in Caracas?

Nachdem Maduro in die USA gebracht worden ist, übernimmt die Vizepräsidentin Venezuelas. Ein Porträt.

Sie ist nun die neue Schlüsselfigur in Venezuela: Delcy Rodríguez, am 18. Mai 1969 in der Hauptstadt Caracas geboren, Tochter des linksgerichteten Guerillakämpfers Jorge Antonio Rodríguez. Dieser gründete in den 1970er Jahren die revolutionäre Partei Liga Socialista.

Die bisherige Vizepräsidentin rückte am Samstag ins Scheinwerferlicht, nach dem Angriff der USA – mit einem Auftritt im venezolanischen Staatsfernsehen vor versammeltem Krisenstab. Ihr Ziel? Die Würde eines Volkes verteidigen, das sich nicht ergibt. «Wir werden niemals wieder eine Kolonie sein», sagte Rodríguez. Es sind unbeugsame Worte an die Adresse von Donald Trump.

«Tigerin» in Designerkleidern

Delcy Rodríguez gilt als überzeugte Sozialistin, als regimetreu. Die 56-Jährige legte einen fast kometenhaften Aufstieg in der venezolanischen Politik hin. Die studierte Rechtsanwältin ist bekannt dafür, in bunten Designer-Outfits aufzutreten. Sie ist seit bald zwei Jahrzehnten aktiv in der venezolanischen Politik.

Unter dem damaligen Präsidenten Hugo Chávez diente Delcy Rodríguez als Kommunikationsministerin, bevor Nicolás Maduro sie nach seiner Machtübernahme 2014 zur Aussenministerin machte. 2017 übernahm Rodríguez den Vorsitz des regimetreuen Parlaments, welches Maduros Befugnisse erweiterte. Dieses Amt ist in der Familie geblieben: Jorge Rodríguez – Delcys Bruder – ist aktuell Parlamentspräsident.

Venezuelas Militär stellt sich hinter Vizepräsidentin

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Die venezolanischen Streitkräfte haben Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als vorübergehende Staatschefin anerkannt. Nach der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten übernehme sie verfassungsgemäss die Führung des Landes, sagte Verteidigungsminister Vladimir Padrino López am Sonntagabend.

Delcy Rodríguez stieg weiter auf – Maduro machte sie 2018 zur Vizepräsidentin, sie war gleichzeitig Öl- und Finanzministerin. Nun ist sie laut dem Obersten Gericht des Landes also Präsidentin. Maduro bezeichnete sie wegen ihrer unnachgiebigen Verteidigung seiner sozialistischen Regierung als «Tigerin».

Echo der Zeit, 4.1.2026, 18:00 Uhr ; 

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