Grosses Aufatmen in der ganzen Welt: Trump hat seine Drohung nicht wahr gemacht, die Zivilisation im Iran auszulöschen. Kurz bevor das Ultimatum ausgelaufen ist, hat er sich mit dem Iran auf eine Waffenruhe von zwei Wochen geeinigt.
Die sogenannte «Taco»-Strategie hat Trump schon in anderen Bereichen angewandt. Mit «Taco» ist gemeint: «Trump Always Chickens Out», auf Deutsch: Trump macht immer einen Rückzieher.
Das sind die wichtigsten «Taco»-Momente in Trumps 2. Amtszeit:
Zoll-Politik
Den Spitznamen Taco-Trump bekam der amerikanische Präsident für seine Zollpolitik. «Er hat hohe Zölle angedroht, dann Ultimaten gesetzt, um die Verhandlungen in Gang zu bringen», sagt Christian Lammert. Als er dann mit den Ländern verhandelte, nahm er die angedrohten Zölle zurück, mit der Begründung, man stehe kurz vor einem Zoll- oder Handelsabkommen.
Ukraine-Krieg
Auch bei den Verhandlungen, um den Ukraine-Krieg zu beenden, habe Trump die «Taco»-Strategie angewandt, sagt Lammert: «Ich erinnere mich noch gut an die Szene im Oval Office, als Trump Selenski gedemütigt hat, weil er nicht dankbar für die Unterstützung sei.» Trump habe immer wieder Druck mit der Drohung aufgebaut, die Unterstützung für die Ukraine zu kürzen, wenn Selenski keine Zugeständnisse mache.
Das Gleiche mit Russland: Wenn sich Putin nicht an den Verhandlungstisch setze, würden die Sanktionen massiv erhöht. «Doch diese Eskalationsstrategie versandete dann irgendwie, ohne dass sie grosse Konsequenzen hatte», so Politologieprofessor Lammert.
Verhandlungen mit der Nato
Auch den Nato-Ländern drohte Trump massiv: Wenn nicht fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und Sicherheit investiert würden, zögen sich die USA aus der Nato zurück. Oder die Nato soll etwas für die USA tun, nämlich die Strasse von Hormus sichern. Doch die Nato-Staaten weigerten sich. Daraufhin kritisierte Trump die Nato und sagte, es sei «ein dummer Fehler», und drohte mit dem Austritt aus dem Bündnis.
US-amerikanische Innenpolitik
Auch beim Obersten Gericht, dem Supreme Court, macht Trump immer wieder Druck. Im Vorfeld von Entscheidungen sagte er, diese Richter seien korrupt, sie wollten Amerika schaden. Man müsse sich überlegen, was man machen könne, damit der Supreme Court mehr im Interesse der Regierung und Amerikas entscheide. «Auch hier drohte Trump, ohne dass er etwas dazu umgesetzt hat», sagt Politologe Christian Lammert.
Ein weiteres Beispiel sei das Wahlsystem in den USA: «Trump behauptet, es gäbe internationale Einflussnahme auf den Wahlprozess, deswegen müsse die Bundesregierung stärker eingreifen», so Lammert. Darum möchte Trump das Wahlsystem massiv verändern und die Rolle der Bundesregierung stärken. Auch hier zeige sich die Eskalation in der Rhetorik, viel herauskommen werde am Ende wohl nicht, glaubt Politologe Lammert.