- US-Präsident Donald Trump hat nach dem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte auf Truth Social geschrieben, die Nato sei «nicht da gewesen, als wir sie brauchten» und werde auch nie da sein.
- Trump warf mehreren Nato-Partnern vor, die USA im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg nicht ausreichend unterstützt zu haben.
- Mark Rutte sagte nach dem Treffen, Trump sei «eindeutig enttäuscht» über mehrere Verbündete gewesen.
- Laut Rutte habe es sich um eine «sehr offene Diskussion zwischen zwei guten Freunden» gehandelt, trotz wachsender Spannungen im Bündnis.
Rutte versuchte, das Verhältnis zu relativieren. Er betonte gegenüber CNN, «die grosse Mehrheit der Europäer» habe geholfen, einzelne Staaten hätten jedoch ihre Verpflichtungen nicht erfüllt.
Bereits vor dem Treffen hatte eine Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, gegenüber CNN erklärt, Trump habe gesagt: «Sie wurden getestet, und sie haben versagt.»
Die Spannungen innerhalb des Bündnisses haben sich in den vergangenen Wochen verstärkt. Der Konflikt mit dem Iran und die Frage nach gemeinsamer militärischer Unterstützung gelten als Belastungsprobe für die Nato.
Konkret geht es laut diplomatischen Angaben darum, dass mehrere Nato-Staaten die USA im Iran-Konflikt nicht unterstützt hätten, etwa durch die Verweigerung von Überflugrechten oder eine fehlende Beteiligung an Marineeinsätzen zur Sicherung der Strasse von Hormus.
Trump selbst hatte die Nato in der Vergangenheit wiederholt scharf kritisiert und sie unter anderem als «Papier-Tiger» bezeichnet. Seine jüngsten Aussagen nach dem Treffen mit Rutte fügen sich in diese Linie ein und verschärfen den Ton gegenüber den Verbündeten erneut.