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Vorwurf sexueller Missbrauch Epstein-Files mit Bezug zu Trump zurückgehalten

Unterlagen zu Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs gegen Präsident Trump sollen nicht veröffentlicht worden sein.

Darum geht es: Recherchen der New York Times, des Radiosenders NPR und des Investigativjournalisten Roger Sollenberger zufolge wurden Dokumente aus den veröffentlichten Epstein-Akten entfernt. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass über 50 Seiten an Unterlagen zu Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen gegen Jeffrey Epstein und US-Präsident Donald Trump zurückgehalten wurden.

Zwei Männer posieren für ein Foto.
Legende: Jeffrey Epstein und Donald Trump sollen befreundet gewesen sein. Trump selbst hat jedes Fehlverhalten stets zurückgewiesen. Er habe mit Epstein gebrochen, bevor dessen Straftaten ans Licht gekommen seien. Getty Images/Davidoff Studios

Worum geht es in den Akten: Bei den nicht veröffentlichten Dokumenten soll es sich um Aktenvermerke des FBI handeln. Diese geben vier Interviews mit einer Frau aus dem Jahr 2019 wieder. Darin gehe es um Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen und diese richteten sich gegen Jeffrey Epstein und US-Präsident Donald Trump. Die Frau wandte sich nach der Verhaftung Epsteins an die Öffentlichkeit. Sie behauptete, als Minderjährige von Jeffrey Epstein und Donald Trump sexuell missbraucht worden zu sein. Von den vier durchgeführten Vernehmungen, die das FBI mit der Frau geführt hatte, sei nun nur eine veröffentlicht worden. So die Recherchen der New York Times. Diese bezog sich lediglich auf Anschuldigungen gegen Jeffrey Epstein. Die anderen drei fehlen.

So antwortet das Justizministerium: Anfang Woche erklärte das US-Justizministerium gegenüber der New York Times, dass Dokumente nur zurückgehalten wurden, wenn sie «entweder vertraulich oder Duplikate waren» oder in aktuellen Ermittlungen eine Rolle spielten. Nun kündigte das Ministerium an, die Dokumente erneut zu prüfen: «Sollte sich im Rahmen der Überprüfung herausstellen, dass ein Dokument falsch abgelegt wurde, und die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind, wird das Justizministerium es selbstverständlich freigeben.» Laut Gesetz darf das Justizministerium Material schwärzen, das zur Identifizierung von Epsteins Opfern verwendet werden könnte, Gewalt oder sexuellen Kindesmissbrauch darstellt oder laufende Ermittlungen des Bundes behindern würde.

Zwei Frauen flüstern sich bei einem formellen Treffen zu.
Legende: Die Leiterin des Justizministeriums Pam Bondi musste sich am 11. Februar 2026 den Fragen des Justizausschusses des Repräsentantenhauses zum Umgang mit den Epstein-Files stellen. Keystone/J. Scott Applewhite

Das sind die Reaktionen: Die demokratischen Mitglieder des Aufsichtsausschusses des Repräsentantenhauses erklärten, sie hätten die Arbeit des FBI im Zusammenhang mit diesen 2019 erhobenen Vorwürfen untersucht. Sie bestätigten, dass das Justizministerium offenbar rechtswidrig FBI-Befragungen des mutmasslichen Opfers zurückgehalten habe. Das Zurückhalten der Beweise eines möglichen Übergriffs durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten sei «die grösste Vertuschung der Regierung in der modernen Geschichte». Laut der New York Times planen die Demokraten eine separate Untersuchung einzuleiten, um die Gründe für das Fehlen der Dokumente zu klären.

Dokumente mit geschwärzten Texten und unscharfem Gesicht im Hintergrund.
Legende: Viele Stellen in den veröffentlichten Akten sind geschwärzt. Epstein betrieb einen Sexhandelsring mit Minderjährigen und nutzte seinen Reichtum und seinen gesellschaftlichen Status, um die Opfer über mehrere Jahrzehnte hinweg auszubeuten. Keystone/Cristobal Herrera-Ulashkevich

Fehlen weiterer Informationen: Bereits Anfang Februar erhoben Abgeordnete den Vorwurf, das Ministerium schütze einflussreiche Männer. Der Republikaner Thomas Massie warf dem Justizministerium vor, die Namen von mindestens sechs Männern geschwärzt zu haben. Für diese Schwärzungen gebe es keine Begründung. Gemäss CNN sollen auch mehrere Opfer von Epstein die Akten des Justizministeriums durchsucht haben – allerdings ohne Erfolg. Die fehlenden Akten verstärken nun die Zweifel daran, wie das Justizministerium mit der Freigabe der Epstein-Akten umgegangen ist.

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Rendez-vous, 24.2.2026, 12:30 Uhr ; 

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