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Grüner Pass für Geimpfte in Israel
Aus Tagesschau vom 21.02.2021.
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Vorteile für Geimpfte Israel: Mit dem grünen Pass zurück zur Normalität

Fast die Hälfte der Israelis haben eine erste Impfung erhalten. Nun erhalten die Geimpften Privilegien.

Israel hat am Sonntag spezielle Erleichterungen für Bürger eingeführt, die gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Erkrankung genesen sind. Mit einem Grünen Pass dürfen sie unter anderem wieder Fitnessstudios, Hotels, Theater oder Sportveranstaltungen besuchen.

Theater.
Legende: Theater wie hier in Tel Aviv bereiten sich auf die Wiedereröffnung vor. Reuters

Gesundheitsminister Juli Edelstein schrieb bei Twitter, mehr als 3.2 Millionen Israelis könnten ab sofort diese Vorteile geniessen.

«Wir sind überglücklich»

Shoppen erlaubt – die Läden sind wieder für alle zugänglich in Israel. Auch Museen, Bibliotheken und Gebetshäuser sind wieder offen. Im Rahmen eines zweiten Öffnungsschritts nach einem wochenlangen Lockdown wurden am Sonntag zudem Einkaufszentren, Museen, Bibliotheken und Gebetshäuser für Nicht-Geimpfte geöffnet. Hier herrscht weiter Maskenpflicht und der Abstand muss eingehalten werden. «Wir mussten zwei Monate geschlossen bleiben und sind überglücklich, wieder hier zu sein. Es fühlt sich an wie der erste Schultag», sagt Meirav Hod, die Besitzerin des Schuhgeschäft Hod Sneakers.

Und auch die Schulen öffnen für weitere Klassen. Doch einige Jahrgänge müssen noch im Fernunterricht bleiben. Israel kommt aus einer heftigen dritten Welle, die Zahlen sind immer noch höher als in der Schweiz, jedoch stark fallend. Vor allem jedoch ist Israel Impfweltmeister – über 4 Millionen haben mindestens eine Dosis erhalten.

Privilegien für Geimpfte

Für vollständig Geimpfte gibt es jetzt Privilegien. Sie dürfen auch in Hotels, Theater und Fitnesscenter. Voraussetzung ist ein grüner Pass in einer App, den man mit einem Impfausweis oder dem Nachweis der Covid-Genesung bekommt.

Fitnesscenter in Israel.
Legende: Auch in diesem Fitnessstudio ist ein grüner Pass notwendig, um mittrainieren zu können. Reuters

Das stösst auf Begeisterung: «Fantastisch, ich habe es so vermisst. Jetzt mit dem grünen Pass, holt euch die Impfung. Das grösste Vergnügen», erklärt ein Israeli, der endlich im Fitnesscenter wieder Gewichte stemmen darf.

Die App machte am ersten Tag Probleme

Jeder Genesene sowie jeder Geimpfte kann sich in Israel eine Woche nach der zweiten Impfung einen Impfausweis online erstellen. Persönliche Informationen sind mittels eines einfachen QR-Codes ablesbar. Besitzer eines solchen Impfausweises können sich dann einen Grünen Pass ausstellen lassen, unter anderem über eine spezielle App.

Am ersten Tag verlief allerdings nicht alles glatt: Die App Ramzor, über die man auf Smartphones den Grünen Pass erstellen kann, stürzte etwa bei zahlreichen Anwendern immer wieder ab. Das Gesundheitsministerium teilte daraufhin mit, in den ersten zwei Wochen könne alternativ auch der Impfausweis vorgezeigt werden.

Keren Shtevy, CEO der Fitnesskette Holmes Place sagt: «Sobald der Impfausweis bestätigt ist, wird der Zugang gewährt, und dieser Ort wird zu einer grünen Insel der Sicherheit. Hier gibt es nur geimpfte oder genesene Leute.»

Grüner Pass sorgt auch für Kritik

Regierungschef Netanjahu verspricht derweil weitere Lockerungen. «Wir öffnen schrittweise. Wer den grünen Pass hat, kann ins Fitness, Kino und bald auch Restaurant und Flugzeug. Aber alles mit Vorsicht. Ich bitte jeden, sich impfen zu lassen.»

Wiedergewonnene Freiheiten – aber nicht für alle. Der grüne Pass als Privileg für Geimpfte sorgt auch für Kritik. Er sei ein Druckmittel der Regierung und diskriminierend.

Tagesschau, 21.2.2021, 19:30 Uhr;

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90 Kommentare

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  • Kommentar von Helga Sterr  (Helga Sterr)
    Wenn Menschen sich gegen eine Impfung entscheiden, obwohl es eine reale Impfmöglichkeit gibt (wenn es sie wirklich für alle gibt), dann sehe ich es nicht ein, warum man sich solidarisch zu ihnen verhalten soll. Diese Menschen verhalten sich nicht solidarisch zu den Menschen, die an Covid-29 erkranken und sterben. Sie schaden weiterhin der gesamten Gesellschaft und verhindern eine effektive Bekämpfung der Pandemie.
    1. Antwort von René Rohr  (Bergbiber)
      Wenn man den Impfgläubigen Glauben schenken darf, dann ist man ja nach der Impfung völlig sicher!
      Ich verstehe Ihre Aufregung nicht.
      Was aber unbestritten ist, ist das niemand wegen einer Nicht-Impfung diskriminiert werden darf!
  • Kommentar von Marcel Benjamin  (Benny)
    Sehr gute Arbeit Israels, das ist der einzige Weg aus den Lockdowns, denn so wird die Spitalüberlastung bekämpft. Einige hier scheinen sich an das Leben mit Lockdowns angewöhnt zu haben. Viele Schweizer sind viel zu skeptisch vor der Impfung, doch das sind wir ja auch sonst im Alltag.
    1. Antwort von René Rohr  (Bergbiber)
      @ Benjamin:
      der einzige Weg aus dem Lockdown ist, die Massnahmen aufzuheben. Sobald dies geschehen ist, haben wir keinen Lockdown mehr...
      Übrigens müssen Sie nach einer Impfung keine Angst mehr haben vor den Ungeimpften. Laut neuesten Studien könne Sie als Geimpfter nicht mal mehr infiziert werden.
      Somit kann man ja alle gleich behandeln. Geimpft oder nicht, darf also keine Rolle spielen.
      Alle sind gleich zu behandeln und eine Impfung nur freiwillig.
      Alles andere ist diskriminierend!
  • Kommentar von Michael Mauerhofer  (mmhofer)
    Wie auch immer: Aufgrund der nicht unterschätzenden Widerstände betr. Impfzwang besteht die Gefahr, dass App's "gehackt" werden und/oder die Server angegriffen bzw. lahmgelegt werden. Ich fände dies allerdings eine bedenkliche Entwicklung. Damit würde die "Zweiklassengesellschaft" so richtig erfahrbar betoniert.