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Ein undurchsichtiger Kandidat
Aus Tagesschau vom 19.04.2019.
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Wahlen in der Ukraine Ein undurchsichtiger Kandidat

Die Nervosität steht Wolodymyr Selenski ins Gesicht geschrieben, als der Präsidentschaftskandidat sein Expertenteam am Donnerstagabend im Fernsehen präsentiert.

Der Entertainer wird die ukrainische Präsidentschaftswahl laut Umfragen mit grossem Vorsprung auf Amtsinhaber Petro Poroschenko gewinnen. Doch Selenski hat keine politische Amtserfahrung. Die Rolle des Präsidenten hat er bisher nur in einer TV-Serie gespielt.

Ein Programm mit Widersprüchen

Mit seinem TV-Auftritt reagierte Selenski auf den Druck der Öffentlichkeit Klarheit zu schaffen, für welche Politik er als zukünftiger Präsident einstehen möchte. In seinem Programm hatte Selenski angekündigt direktdemokratische Instrumente, ähnlich der Schweiz einführen zu wollen.

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Rasumkow: Die Macht in der Ukraine liegt in den Händen des Volkes
Aus News-Clip vom 19.04.2019.
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Sein Berater Dmitri Rasumkow schwärmte von dieser Idee. «In der ukrainischen Verfassung gibt es diesen einen grossartigen Satz, dass die Macht in der Ukraine in den Händen des Volkes liegt. Wir arbeiten an einem Gesetzestext, um aus diesem Satz Realität werden zu lassen.»

Wie dies langfristig mit einem möglichen EU-Beitritt des Land zu vereinen wäre, konnte der Berater jedoch nicht abschliessend erklären. Der Eindruck das Programm des Kandidaten Selenski sei nicht durchdacht, lässt sich auch wenige Tage vor der Wahl nicht aus der Welt schaffen.

Anwalt des Oligarchen

Während des Wahlkampfes war Selenski von einer ganzen Reihe von Experten umgeben. Hartnäckig hielt sich das Gerücht, der Anwalt des umstrittenen Oligarchen Ihor Kolomoiski sei im Team des Kandidaten.

Auf Nachfrage beteuerte der Sprecher Rasumkow: «Der Anwalt Andrei Bogdan ist ein langjähriger Freund und Geschäftspartner von Wolodymyr Selenski.» Damit sagte der Berater jedoch nicht die ganze Wahrheit.

Wie ukrainische Journalisten kurz darauf enthüllten, übernimmt der Anwalt des Oligarchen eine zentrale Rolle im Wahlkampf von Selenski.

Fehlende Transparenz

Die Journalistin Natalie Sledetska schildert ein düsteres Bild. «Unsere Quellen haben bestätigt, dass Andrei Bogdan die graue Eminenz im Wahlkampfteam ist. Er entscheidet über sehr viel Fragen.»

Für die Journalistin ist klar, dass sich die Wähler von Kandidat Selenski blenden lassen. «Leider ignoriert die Bevölkerung, dass Selenski viele Fragen unbeantwortet lässt. Eine Mehrheit wird trotz der Warnsignale für ihn stimmen.»

Aus Sicht von Natalie Sledetska hat es der Kandidat Selenski geschafft die Wähler davon zu überzeugen, er sei die Verkörperung des Präsidenten aus der TV-Serie.

Doch anders als der Präsident aus der TV-Serie, der Oligarchen nicht ausstehen kann, steht Wolodymyr Selenski im echten Leben einem Oligarchen näher, als er Preis gibt.

Dafür sprechen auch die regelmässigen Besuche bei Ihor Kolomoiski in der Schweiz. Bis vor kurzem lebte der Oligarch am Genfersee. Erst kürzlich hat er angekündigt, zurück in die Ukraine zu ziehen, sollte Selenski gewählt werden.

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Aus dem Archiv: Selenski wegen Kontakt zu Milliardär unter Druck
Aus Tagesschau vom 13.04.2019.
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Showdown im Stadion

Die beiden Bewerber um das Amt des ukrainischen Präsidenten standen sich am Karfreitag im Olympiastadion in Kiew in einer Debatte gegenüber: Amtsinhaber Petro Poroschenko und sein Herausforderer Wolodymyr Selenski.

Die beiden gaben sich auf der Bühne vor 70'000 Anwesenden zwar die Hände, gingen aber dann rasch zu scharfen gegenseitigen Angriffen über.

Die Idee einer öffentlichen Debatte zwischen den beiden Kandidaten stammte von Poroschenko, Selenski hatte dann ein Fussballstadion als Ort ins Gespräch gebracht. Der Showdown im Stadion ist der einzige Wahlkampftermin, bei dem sich die beiden Bewerber gegenüberstehen. Mehrere Fernsehsender übertrugen die Debatte – auch in Russland.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Peter Auer  (Ural620)
    In der UA kann unter diesen Umstaenden beinahe jeder Praesident werden. Eine stadionale Ouvertuere ist wohl kaum von Noeten. Ob dies letztendlich dem Volk aus der momentanen Missere hilft, steht noch nirgends geschrieben. Ob prowestlich, oder prorussisch mach den Staat noch lange nicht gesund. Eines, was sicherlich jetzt schon klar ist, um ein genesen der UA zu erreichen benoetigt es von allen Seiten Verstaendnis, Entgegenkommen und zukunftsorientiertes Handeln fuer den Frieden zum Wohle von UA
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Ist ja gut und recht, wenn einer die direkt Demokratie einführen will. Die Umsetzund dürfte einiges schwieriger werden. Die Schweiz brauchte einige 100 Jahre. Trotzdem wünsche ich der Ukraine den Versuch zu wagen anstatt den EU-Beitritt anzuvisieren.
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  • Kommentar von Peter Amthauer  (Peter.A)
    Für mich ist dieser Artikel auf jeden Fall einseitig. Begründung: Es werden ausschliesslich negative Details erwähnt.
    MfG
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