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Regula Rytz über die Grüne Partei, ein Jahr Frauenstreik und die Klimabewegung
Aus Tagesschau am Vorabend vom 18.06.2020.
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Abschied der Grünen-Chefin Was war Ihre grösste Niederlage, Frau Rytz?

SRF News: Ein Jahr nach dem Frauenstreik, ein knappes Jahr nach der Klimawahl letztes Jahr, hat diese Coronakrise eine Art Backlash gebracht. Die traditionellen Rollenbilder sind wieder wichtiger geworden, die grünen Themen, die Klimathemen, sind weg. Das muss doch ein Gräuel für Sie sein?

Regula Rytz: Die Frauenbewegung ist viel stärker als diese Coronakrise. Das war jetzt eine Zeit lang ein Rückschritt – das ist so. Wir werden nun dafür sorgen – mit all den Frauen und Männern, die auch am Frauenstreik dabei waren –, dass es keinen Rückschritt gibt, sondern einen Fortschritt. Da hat sich auch schon Einiges bewegt. Wir haben heute konkrete Vorstösse gutgeheissen im Rat, zum Beispiel einen Vorstoss von mir, der eine Kampagne gegen Sexismus fordert. Es ist nach wie vor ein gravierendes Problem in unserer Gesellschaft, dass es sehr viel Gewalt gegen Frauen gibt, Belästigungen, aber auch brutale Geschichten in den sozialen Medien, im Internet. Das müssen wir an der Wurzel packen, und das findet auch eine Mehrheit des Parlaments.

Wir sind jetzt 42 Prozent Frauen im Nationalrat, und das ist eine gute Voraussetzung, auch inhaltlich weiterzukommen.

Hier hat sich einiges verändert! Das Wichtigste war, dass nach dem Frauenstreik die Frauenwahl gekommen ist. Wir sind jetzt 42 Prozent Frauen im Nationalrat, und das ist eine gute Voraussetzung, auch inhaltlich weiterzukommen.

Heute ist der zweitletzte Tag ihres Amtes als Präsidentin der Grünen. Was war in Ihrer Amtszeit der grösste Erfolg?

Natürlich die Klimawahl. Für die Grünen war das ein historischer Wahlerfolg. Wir sind jetzt fast dreimal so viele Leute im National- und Ständerat. Wir haben vor allem das Klima, die Umweltthemen wieder ganz vorne auf die Agenda gebracht. Denn wir müssen handeln, um gravierende Entwicklungen zu verhindern. Wir wollen die natürlichen Lebensgrundlagen schützen, und die Bevölkerung hat uns dabei bestärkt.

Was war die grösste Niederlage? Die Nichtwahl zur Bundesrätin?

Da werden wir Grünen noch mehrere Anläufe nehmen. Das wird auf jeden Fall klappen. Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann. Für mich war die grösste Niederlage, dass wir die Initiative für eine grüne Wirtschaft nicht mehrheitsfähig machen konnten. Wir wollten schon vor vier Jahren eine Kreislaufwirtschaft – eine Wirtschaft, die viel nachhaltiger ist, die nicht auf Verschwendung und Altlasten für die jüngeren Generationen beruht – in die Verfassung schreiben.

Die Gesellschaft hat sich verändert, und nun wird sich auch die Politik verändern.

Dass wir das nicht geschafft haben, war wirklich schade. Aber ich glaube, da hat sich unterdessen auch vieles bewegt, es ist viel Dynamik da, viel Veränderung. Die Gesellschaft hat sich verändert, und nun wird sich auch die Politik verändern.

Auf Sie als Frau folgt wieder ein Mann als Präsident der Grünen. Ist das nicht etwas ärgerlich für Sie, dass jetzt wieder ein Mann kommt?

Wir haben dafür jetzt eine Fraktionspräsidentin, das ist schön ausgeglichen. Ich kann sagen, in dieser Frage waren die Grünen immer die Avantgarde, wir gingen voraus, wir haben in der 37-jährigen Geschichte unserer Partei mehrheitlich Frauen an der Spitze gehabt, und bis uns da die anderen Parteien einholen, müssen sie sich ziemlich sputen.

Die Fragen stellte Urs Leuthard.

Tagesschau vom 18.06.2020, 18 Uhr.;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin  (Chäsli)
    Die grünen sind eine Asyl-Schuldenmacher- und Einwanderungs-Partei, sie haben keine machbaren Konzepte für einen wirklich wirksamen Umweltschutz.
    Diese Personenfreizügigkeit macht uns riesen Probleme im ÖV, im privaten Verkehr, im Wohnungsmarkt, in der Arbeitslosigkeit und bald schon im gesamten sozialen Bereich. All das interessiert weder die grünen noch die SP.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Regula Rytz war eine mutige Politikerin, die viel Gutes bewegte. Ich denke, ihre Anschauungen sind wegweisend, und sie macht ernst, dass wir nur e i n e Erde haben und es höchste Zeit ist, dass wir konkret Umwelt- und Klimaschutz betreiben. Sie weiss auch, dass wir eine grosse Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen tragen. Leider kommen von rechts und ganz rechts Gegenbewegungen, bei denen man merkt, dass das Geld/Reichtum wichtiger genommen wird als die Umwelt.
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    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Mit zunehmender Verbetonierung & Versiegelungen von Böden für immer mehr Infrastrukturen durch unbegrenzte Zuwanderung bedingt, schützt man aber Umwelt & Natur nicht.
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  • Kommentar von Beat R. von Wartburg  (Beat R. von Wartburg)
    Es gibt keine grüne Avantgarde und Frau Rytz ist ihr Prophet.
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