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Die Swiss soll nicht sterben
Aus Echo der Zeit vom 08.04.2020.
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Airlines in der Krise So will der Bundesrat die Schweizer Luftfahrt retten

Wie für andere Unternehmen soll es in der Schweiz auch für die Fluggesellschaften Rettungsgelder geben. Namentlich geht es um die Lufthansa-Tochter Swiss und den Schweizer Ableger des britischen Billigfliegers Easyjet. Diese dürften in den Genuss von Rettungsgeldern kommen. Ein allfälliges Rettungspaket will der Bundesrat aber an Bedingungen knüpfen.

Die Rettung der Fluggesellschaften soll konkret über Bankgarantien laufen. Der Bundesrat greift damit also auch in der Luftfahrtbranche zu einem ähnlichen Mechanismus, wie bereits bei den KMU. Eine Übernahme von Aktienpaketen, also eine allfällige Verstaatlichung der Swiss, wie in den letzten Wochen auch schon spekuliert wurde, steht offenbar nicht zur Diskussion. Der Bund garantiert Millionen, trägt das Risiko, hat aber nicht zu sagen – dürften Kritiker nun monieren.

Der Bund sichert sich ab

Tatsächlich kann der Bund mit den vorgeschlagenen Massnahmen nicht direkt auf das Geschäftsgebaren der unterstützen Airlines Einfluss nehmen. Er sichert sich aber ab. Rettungsgelder gibt es nur, wenn diese in der Schweiz bleiben – also nicht zu den Mutterkonzernen in Deutschland oder Grossbritannien abfliessen. Zudem müssen die gewährten Darlehen zurückbezahlt werden, bevor in Zukunft allfällige Gewinne an Aktionäre ausgeschüttet werden.

Bisher keine Bedingungen stellt der Bundesrat bezüglich Klimaschutz, wie dies verschiedene Politikerinnen und Politiker sowie Umweltorganisationen gefordert haben. Der Bundesrat will offenbar wirtschaftspolitische Rettungsmassnahmen nicht mit Klimapolitik vermischen.

Grosse Bedeutung der Luftfahrt für die Schweiz

Der Bundesrat betont auch, wie wichtig die Luftfahrt für die Schweizer Wirtschaft sei. Zum Beispiel verlässt ein Grossteil der Exporte die Schweiz per Flugzeug. Die Luftfahrtindustrie sei darum eine volkswirtschaftlich kritische Infrastruktur, sagt der Bundesrat. Man könnte anhängen: wie die Bahn und das Autobahnnetz auch.

Zu der Luftfahrt-Infrastruktur gehören aber auch Flughäfen, Luftfracht-Logistiker oder Flughafen-Dienstleister wie Swissport. Für die Rettung dieser Firmen liegt derzeit noch kein konkreter Plan vor. Über kurz oder lang wird sich auch bei diesen unterschiedlichen Luftfahrt-Unternehmen die Frage einer Rettung aufdrängen, wie bei den Airlines.

Samuel Emch

Samuel Emch

SRF-Wirtschaftsredaktor

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Die Digitalisierung der Wirtschaft und ihre Auswirkung auf die Gesellschaft bilden den Kern der Arbeit von Samuel Emch. Ausserdem stehen die Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten in seinem Fokus.

Echo der Zeit, 08.04.2020, 18:00 Uhr

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Rutz  (Roi72)
    Wenn es sich um rein Schweizerische Fluggesellschaften handelt, soll man diese unterstützen...die Swiss und Easyjet gehören hier sicherlich nicht dazu.
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Warum habe ich die Vorahnung, dass die deutschen hier dabei sind, unseren lieben BR über den Tisch zu ziehen? Warum wohl? Ach so... Wir hatten das ja schon...
  • Kommentar von Jörg Wombacher  (Dr. Fritz)
    Es ist eine ganz einfache Formel: weniger Luftfahrtgesellschaften = weniger Flugzeuge = teurere Ticketpreise = git für den Planeten. Wacht auf! Den betroffenen Mitarbeitenden ist zu helfen, aber nicht den Gesellschaften. Die Schweiz hat ohnehin keine eignene Luftfahrt mehr. Warum ausländische Gesellschaften mit Schweizer Steuergeldern subventionieren? Sage ich als Deutscher! Aufwachen, umdenken, den Planeten retten!!!
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Jörg Wombacher: Einige ausländische Gesellschaften (nicht die Lufthansa) sind, sofern sie denn die Krise überleben, noch billiger. Folglich wird beim Untergang der Swiss zu noch billigeren Tarifen mehr geflogen, denn die Lücke wird sofort gedeckt. Die Flugzeuge der Swiss fliegen einfach unter anderer Flagge weiter. Zusätzlich haben wir dort überhaupt keine Kontrolle mehr über die Arbeitsbedingungen, welche teilweise haarsträubend sind. Den Planeten retten Sie nicht, wenn Sie die Swiss opfern.