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SRF-Meteorologe Felix Blumer zu den Wetteraussichten
Aus Tagesschau vom 17.07.2021.
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Aktuelle Hochwasser-Lage «Ein einzelner Schauer kann schon wieder zu viel sein»

Ungeheure Wassermassen fliessen durch die Schweiz. Flüsse und Seen sind nach wie vor randvoll. Wie sich die Situation in der Schweiz und auch im hart getroffenen Deutschland entwickelt, sagt Felix Blumer von SRF Meteo.

Felix Blumer

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Meteorologe Felix Blumer
Legende: SRF

Blumer ist seit 1994 Meteorologe und arbeitet seit 2004 bei SRF Meteo.

SRF: Wie sieht die Wetterlage derzeit aus?

Felix Blumer: Wir haben in der Nacht noch einzelne Niederschläge gehabt, aber die waren nur noch schwach und nicht mehr nennenswert. Aber die Hochwassersituation, die hat sich natürlich noch nicht entspannt. Teilweise sind die Pegel sogar noch ganz leicht angestiegen. Vor allem auch die Gefahr von Hangrutschen und Murgängen besteht weiterhin – und das wird auch in den nächsten Tagen noch so bleiben.

Ein einzelner Schauer – bei diesen gesättigten Böden und bei diesem Hochwasser – kann schon wieder reichen, dass es zu viel wäre.

Was ist in punkto Niederschlägen noch zu erwarten für dieses Wochenende?

Wir haben nun vor allem am Abend und in der Nacht wieder vereinzelte Schauer, lokal könnten sie durchaus auch etwas kräftiger ausfallen. Das betrifft primär die Ostschweiz, Nordbünden und die Zentralschweiz. Es ist nicht mehr die ganz grosse Gefahr, aber man muss immer noch aufmerksam bleiben. Ein einzelner Schauer – bei diesen gesättigten Böden und bei diesem Hochwasser – kann schon wieder reichen, dass es zu viel wäre.

Wieso wurde Deutschland ungleich schwerer von den Unwettern getroffen als die Schweiz?

Am Mittwoch lag das Zentrum des Tiefs genau über Deutschland, auch das Höhentief war über Deutschland. Das hatte dann eine Sagwirkung auf feuchte und warme Luft von der Ostsee. Das staute sich an den deutschen Mittelgebirgen. Dort gab es extremen Niederschlag, in Köln zum Beispiel in 24 Stunden 150 Millimeter Regen. In einem ganzen Juli gibt es sonst etwa 70 Millimeter.

In der kommenden Woche wird sich das Ganze dann nach Südosten verschieben, es wird also auch in Südosteuropa und der Adriaregion teilweise zu heftigen Unwettern kommen.

Sind in Deutschland weitere starke Niederschläge zu erwarten?

Für die jetzt betroffenen Gebiete geht es zu Ende. Sie werden am Wochenende trockenes Wetter haben. Das Ganze verschiebt sich nun aber Richtung Südosten von Deutschland, vor allem Bayern und auch Österreich werden hart getroffen. Heute Abend und in der Nacht werden intensivste Niederschläge erwartet. In der kommenden Woche wird sich das Ganze dann nach Südosten verschieben, es wird also auch in Südosteuropa und der Adriaregion teilweise zu heftigen Unwettern kommen.

Das Interview führte Matthias Rusch.

Tagesschau vom 17.07.2021, 13 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Das sind die echten Bedrohungen der Jetzt Zeit: Überschwemmung, Pandemie, Cyberangriffe. Hier muss der Bundesrat und die gewählte Regierung investieren und vorwärtsmachen, nicht bei hypothetischen Luftangriffen der Italiener oder Schweden oder weiss Gott wem.
    1. Antwort von Martin Keller  (netix)
      Da stimme ich Ihnen zu. Ergänzen darf man noch Erdrutsche und Murgänge in den Bergen, und als Ursache für deren vermehrtes Auftreten den Klimawandel.