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Arbeiten im Homeoffice – nicht immer ganz problemlos
Aus SRF 4 News aktuell vom 17.03.2020.
abspielen. Laufzeit 04:18 Minuten.
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Arbeiten im Homeoffice «Es kann durchaus zu Netzwerkproblemen kommen»

Die Zehntausenden Schweizerinnen und Schweizer, die jetzt per Homeoffice von zuhause aus arbeiten, belasten das Internet gar nicht so stark, wie man denken würde. Für Probleme seien eher Netflix-Gucker und Gamer verantwortlich, sagt SRF-Digitalredaktor Peter Buchmann.

Peter Buchmann

Peter Buchmann

SRF-Digitalredaktor

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Peter Buchmann arbeitet seit 2013 bei der SRF-Digitalredaktion. Zuvor war er als Entwickler tätig. Buchmann blickt auf ein Studium der Japanologie, Sinologie und Informatik zurück.

SRF News: Lässt sich bereits abschätzen, wie sich die veränderten Arbeitsbedingungen auf den Schweizer Datenverkehr auswirken?

Peter Buchmann: Die neue Arbeitsweise hat das Datenvolumen im Internet noch nicht wesentlich verändert. In normalen Zeiten wird das Netz jeweils am Abend zwischen 18 und 22 Uhr am stärksten belastet. Dann schauen die Leute fern, oder sie schauen sich Filme über Netflix und YouTube an. Die Datenmenge, die wir beim Arbeiten im Homeoffice generieren, macht demgegenüber bloss ein paar wenige Prozente aus.

Auch wenn jetzt Hunderttausende zuhause tagsüber vor dem Bildschirm sitzen, wird Homeoffice die Menge des Datenverkehrs im Internet kaum beeinflussen?

Davon sind die Provider bis jetzt ausgegangen. Wie sich die Menschen aber unter den neuen Bedingungen verhalten werden, lässt sich kaum voraussagen. Internetanbieter in Italien berichten, dass das Datenvolumen im Zuge der Corona-Krise tagsüber um 40 Prozent gestiegen sei – aber nicht wegen Homeoffice, sondern weil viele Jugendliche jetzt statt zur Schule zu gehen, tagsüber gamen.

Viele schauen zuhause in der Mittagspause jetzt Netflix.

Ähnliches hört man aus Spanien. Und auch bei uns zeichnen sich erste Trends ab. So berichtet Markus Bucher, Chef Technologie bei UPC, von einem «Netflix Lunchpeak»: Offenbar würden viele Leute, die jetzt zuhause arbeiten, in der Mittagspause Netflix schauen.

Sind die Schweizer Internetanbieter für die neue Situation gewappnet?

Die Internet-Provider verfügen wie grössere Firmen und Organisationen über Notfallpläne für Krisensituationen wie etwa den Pandemiefall. Das Problem: Man kann zwar planen, aber die geplanten Szenarien kann man nicht realistisch testen – schliesslich kann man nicht Zehntausende Personen für einen Test aufbieten.

Man kann alles planen – aber den Ernstfall testen, kann man nicht.

Es zeigt sich erst im Ernstfall, ob die IT-Infrastruktur eines Unternehmens noch funktioniert, wenn die Belegschaft von aussen übers Internet auf die Firmendaten zugreift. Diesen Ernstfall haben wir jetzt – er ist zugleich auch der eigentliche Testfall.

Wer jetzt also von zuhause aus arbeitet, muss damit rechnen, dass es weiterhin zu Störungen kommen kann?

Das ist tatsächlich so. Die Ursachen für die Probleme können aber nicht nur bei den Providern liegen, sondern auch bei den Firmennetzen. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel einen Internetanschluss hat, der nicht dafür ausgelegt ist, dass die ganze Belegschaft von aussen auf Firmendaten zugreift, wird er überlastet. Die neue Situation zeigt also Grenzen und Schwachstellen auf. Deshalb ist derzeit auch Kreativität gefragt.

Gefragt ist Kreativität – doch die Sicherheit muss dabei beachtet werden.

Welche kreativen Ideen oder Lösungen könnten das sein?

Für Datenübertragungen kann man beispielsweise auf Dienste ausweichen, die man sonst privat benutzt, wie etwa Dropbox. Allerdings sind die Sicherheitsspezialisten in den Firmen von solchen Lösungen nicht immer begeistert, weil sie befürchten, es könnte so Schadsoftware eingeschleust werden. Kreativität ist also gut, man sollte dabei aber immer die Sicherheit im Auge behalten.

Das Gespräch führte Claudia Weber.

SRF 4 News aktuell, 06.15 Uhr; srf/snep;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Beat. Mosimann  (AG)
    Wer benötigt denn jetzt G5 Atennen....? Wir alle;))
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    1. Antwort von Bingo Otaniger  (daebrueno)
      Dafür sin die Milliarden schweren Anbieter von Streaming-Diensten verantwortlich! Wenn man sich jeden unnötigen Sch..... runter zieht, wusste man schon vorher dass Grenzen erreicht werden. Also Bildung vor Netflix/Spotify. CD/MP3 lässt grüssen......
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  • Kommentar von Sam Brenner  (Sam Brenner)
    YT, alle netflixartigen und Portale für "Erwachsene" kappen, dann haben wir mehr als genug Bandbreite.
    Ok, man müsste zu Hause dann wieder anfangen, miteinander zu interagieren, also nicht virtuell, sondern in echt. Wird wohl schwierig.
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    1. Antwort von Christoph Ansermot  (Nergal)
      Da heutzutage dank All-IP alles (TV, Telefon) übers Internet läuft, wäre das wohl nicht so toll. Zudem ist Netflix ja nicht gratis, da zahlt man ein Abo dafür. Und das Schweizer Internet hat sicherlich auch nicht zuwenig Bandbreite. Mag sein das einige zuhause womöglich zuwenig haben, um nun alles gleichzeitig zu machen, doch das hat ja dann nichts mit der Schweizer Bandbreite ansich zu tun. Womöglich erkennt man nun jedoch endlich weshalb flächendeckendes Fiber2Home so wichtig war und ist.
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    2. Antwort von Peter Rothe  (peterrothe)
      Videos gehören aber auch zum Bildungsangebot, welches genutzt werden sollte...
      Und bisher waren Wochenende nie ein Problem für die Provider, obwohl dort wohl noch viel mehr Menschen spielen und Videos schauen...
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  • Kommentar von Daniel Grob  (DaGro)
    Mein Gang vorhin zur Apotheke hat gezeigt: Die Einzigen, die nicht begriffen haben, sind die Risikogruppen! Zwei Drittel jener, die noch unterwegs sind, waren sichtbar über siebzig! Und reklamieren noch, weil beim Migros-Imbiss die Stühle weggeräumt sind! Klar, die Rente kommt Ende Monat sicher während ich selbst als kleiner Selbständiger nicht weiss, ob ich allen Verpflichtungen nachkommen kann. Bei allem Verständnis: Man soll endlich Richtigen in die Pflicht nehmen!
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    1. Antwort von Bingo Otaniger  (daebrueno)
      Bravo, genau darum geht es jetzt nicht andere zu verurteilen und zu verteufeln. Weder die alten noch die jungen sind verantwortlich/ schuldig. Das Verhalten der Menschen und der Umgang mit den Ressourcen allgemein ist verantwortlich. Es geht uns alle an, wir sind alle davon betroffen also seien wir doch einfach wachsam und helfen und gegenseitig .
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