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Maskenpflicht? Jeder Kanton geht seinen eigenen Weg
Aus HeuteMorgen vom 13.10.2020.
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Corona-Eindämmungsstrategien Kantonaler Flickenteppich bei den Corona-Massnahmen

  • In der Coronakrise zeigt sich der Kantönligeist in seiner vollen Ausprägung: Von Kanton zu Kanton gelten unterschiedliche Massnahmen.
  • Vor allem die Maskenpflicht in den Läden ist höchst umstritten.
  • Manche Kantonsregierungen bezweifeln grundsätzlich den Nutzen einer allgemeinen Maskenpflicht.

In der Ostschweiz hält man wenig von der Maskentragpflicht, wenngleich die Fallzahlen auch dort steigen. Man könne keine Massnahme anordnen, von der man wisse, dass sie nur bedingt etwas bringe, betont Rolf Widmer.

Der Glarner Regierungsrat und Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz der Ostschweizer Kantone sagt deshalb: «Masken bleiben in der Ostschweiz ein schwieriges Thema.»

AG: Kaum Ansteckungen in Läden

Auch im Kanton Aargau sieht man das so. Man habe bislang praktisch keine Ansteckungen in Geschäften festgestellt, sagt Michel Halter vom Aargauer Gesundheitsdepartement. «Deshalb ist eine Maskenpflicht in Geschäften aktuell kein vordergründiges Thema.»

Masken bleiben in der Ostschweiz ein schwieriges Thema.
Autor: Rolf WidmerGlarner Regierungsrat und Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz der Ostschweizer Kantone

Im Aargau setzt man zusammen mit den anderen Nordwestschweizer Kantonen Solothurn sowie Basel-Stadt und -Landschaft den Fokus stattdessen auf Clubs und Bars. So gilt in allen vier Kantonen eine maximale Gästezahl von 100. Auch in den Kantonen Zug und Luzern gilt diese 100er-Regel.

Keine einheitliche Strategie in der Zentralschweiz

Ansonsten aber präsentiert sich die Zentralschweiz sehr uneinheitlich: Im Kanton Zug gilt bisher als einzigem Innerschweizer Kanton eine Maskenpflicht in Läden, im Nachbarkanton Schwyz gibt es weder die Maskenpflicht noch die 100er-Regel für Bars und Clubs – und das, obwohl Schwyz zu den Kantonen mit den am stärksten steigenden Fallzahlen gehört.

Beim Bundesrat respektiert man diese kantonal differenzierten Lösungen, wie Gesundheitsminister Alain Berset am Montag erneut betonte. Man habe lediglich in drei Bereichen einheitliche nationale Regeln beschlossen: bei sportlichen Grossanlässen, bei der Einreise-Quarantäneregelung sowie im öffentlichen Verkehr.

Flickenteppich oder «kantonale Vielfalt»?

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Flickenteppich oder «kantonale Vielfalt»?
Legende: srf

Der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), Lukas Engelberger, geht davon aus, dass in den kommenden Tagen weitere Kantone eine Maskenpflicht einführen dürften. Bislang gilt eine solche in zwölf Kantonen. Von einem Flickenteppich wollte Engelberger in «10vor10» von Fernsehen SRF jedoch nicht sprechen. Viel eher sei es eine Vielfalt, die vor Ort die richtigen Massnahmen erlaube. (sda)

Video
Lukas Engelberger zu Contact Tracing und Maskenpflicht
Aus 10 vor 10 vom 12.10.2020.
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Allerdings ist es auch mit der einheitlichen Lösung in der Deutschschweiz vorbei: Seit dieser Woche gilt im Kanton Bern auf allen Bahnhöfen und Perrons Maskenpflicht, in Zürich, Basel oder Luzern reicht es nach wie vor, die Maske erst aufzusetzen, wenn man im Zug drin ist.

SRF 4 News, HeuteMorgen vom 13.10.2020, 06.00 Uhr

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101 Kommentare

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  • Kommentar von Claudia Beutler  (Claudia)
    Wenn die Leute konsequent Maske tragen würde, würde es auch etwas bringen.
  • Kommentar von Daniel Erni  (daniserio)
    Regionale Massnahmen machen vielleicht in einem Land in der Grösse von Deutschland oder den Vereinigten Staaten Sinn, wo die Zentren mehrere 100 KM auseinander liegen, aber ganz sicher nicht in der Schweiz, wo sich abertausende Leute tagtäglich über mehrere Kantonsgrenzen hinweg bewegen.
    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      Die Unflexibilät des Schweizer halt. Sie wissen doch ganz genau wo ein Gesichtsschmuck gefordert ist und wo nicht, ich sehe das Problem nicht. Und Deutschland als Beispiel finde ich geradezu herrlich, wo kurzum (um in der Nähe zu bleiben) Stuttgart + München zur roten Zone erklärt wurden und ein Beherbungsverbot für Stuttgarter + Münchner die ausserhalb ihrer Stadt sind gilt.
  • Kommentar von René Lüthi  (Ron)
    ..das dümmste was ich von einem Kantonsvertreter heute gehört habe ist, "bei uns begründen die tiefen Infektionszahlen dass wir keine Maksenpflicht haben".

    Man kann ja eifach mal einen Egoweg gehen?!. EGO - Welcome to Switzerland auf politischer Ebene!
    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      ja was zum Teufel stört sie denn daran? Immerhin hat er doch mitgekriegt, dass die Maskenkantone steigende Fallzahlen vermelden, die in seinem Kanton nie und nimmer vorkommen.
    2. Antwort von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
      Herr Gyger, Ihnen sind die neusten Falldaten nicht bekannt. St.Gallen und Thurgau sind mit knapp 150% Anstieg mit in den Spitzenreitern. https://www.srf.ch/news/schweiz/coronavirus-so-entwickeln-sich-die-corona-zahlen-in-der-schweiz
    3. Antwort von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
      Herr Gyger, noch was : wenn Sie sich die Tabelle hier genau angucken
      https://www.srf.ch/news/schweiz/coronavirus-so-entwickeln-sich-die-corona-zahlen-in-der-schweiz
      Dann stellen sie fest, dass die Kantone MIT MASKENPFLICHT WENIGER ZUNAHME der Fälle haben als jene ohne. Könnte es also eventuell sein, dass es genau umgekehrt ist als so wie es behauptet haben ?