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Swissmedic lässt Impfstoff von Johnson & Johnson zu
Aus Tagesschau vom 22.03.2021.
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Corona-Impfstoff Swissmedic lässt Impfstoff von Johnson & Johnson zu

  • Swissmedic hat den von Johnson & Johnson entwickelten Impfstoff für Personen ab 18 Jahren befristet zugelassen. Das hat die Behörde gegenüber SRF bestätigt.
  • Damit sind in der Schweiz nun drei Corona-Vakzine offiziell geprüft und erlaubt.
  • Doch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat bisher gar keine Impfdosen von Johnson & Johnson bestellt.
  • Der Impfstoff von Johnson & Johnson muss nur einmal verabreicht werden. Studien zeigen eine Wirksamkeit von durchschnittlich 66.9 Prozent.

Seit Tagen hat sich abgezeichnet, dass das «Covid-19 Vaccine Janssen» in der Schweiz zugelassen werden dürfte, nun ist es Tatsache: Nachdem der US-Mutterkonzern Johnson & Johnson die Zulassungsbedingungen der Heilmittelbehörde Swissmedic akzeptiert hat, kann die Schweizer Tochterfirma Janssen Cilag mit Sitz in Zug den Impfstoff in der Schweiz verkaufen.

Ja, verkaufen. Denn das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat das Vakzin von Johnson & Johnson nicht bestellt. Das BAG begründet das unter anderem damit, dass der Impfstoff für die Schweiz erst ab dem dritten Trimester des Jahres verfügbar wäre. Das bedeutet, dass nun beispielsweise eine Firma in der Schweiz diesen Impfstoff kaufen und sein Personal impfen lassen kann. Zwar auf eigene Kosten, dafür rasch und ohne jede Bürokratie-Hürde durch Kanton und Bund.

Johnson & Johnson legt zwar Wert auf die Tatsache, dass man in der aktuellen Situation ausschliesslich mit nationalen und supranationalen Behörden sowie internationalen Organisationen wie etwa COVAX zusammenarbeite, um den Impfstoff zur Verfügung zu stellen und betont, « … dass auch mit der Zulassung durch Swissmedic vorderhand keine direkten Bestellungen möglich sein werden.»

Wie lange das Pharmaunternehmen jedoch darauf verzichten will, ihr zugelassenes Vakzin in der Schweiz nicht auf den Markt bringen zu können, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Diese Haltung kann man auch dahingehend interpretieren, dass dem BAG Hand geboten wird für ein Einlenken zum Beschaffungsentscheid.

In der EU bereits zugelassen

Bereits am 11. März 2021 haben die Europäische Arzneimittelbehörde und danach auch die EU-Kommission den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson zugelassen. Die EU-Kommission hat Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36.7 Millionen erhalten.

Diese weiteren Impfstoffe sind für die Schweiz zentral

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Das Heilmittelinstitut Swissmedic hat neben dem Vakzin von Johnson&Johnson zwei weitere Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen. Ein Überblick:

Pfizer/Biontech: Das Präparat der deutschen Firma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer war der erste in der Schweiz zugelassene Corona-Impfstoff. Am 19. Dezember 2020 gab Swissmedic grünes Licht.

Moderna: Als zweites in der Schweiz zugelassenes Mittel folgte am 12. Januar das Vakzin des US-Herstellers. Mit 94 Prozent hat das Mittel von Moderna eine ähnlich hohe Wirksamkeit wie das von Biontech.

Noch nicht zugelassen ist in der Schweiz der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astra-Zeneca. Er wird von Swissmedic noch geprüft. Mit 70 Prozent Wirksamkeit ist das Vakzin etwas weniger zuverlässig als jenes von Moderna und Pfizer/Biontech.

Mit Johnson & Johnson ist nun ein dritter Corona-Impfstoff in der Schweiz erhältlich. Wie Swissmedic in seiner Mitteilung schreibt, gelte die Zulassung für Personen ab 18 Jahren. «Die eingereichten Studiendaten zeigen in den untersuchten Altersgruppen eine Wirksamkeit von durchschnittlich 66.9 Prozent», so Swissmedic weiter. Ein weiterer entscheidender Pluspunkt des Impfstoffs ist, dass jede Person nur eine Dosis benötigt und das Vakzin bis zu drei Monate bei Kühlschranktemperaturen haltbar ist.

Präzisierung zum Verkauf an Firmen

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In einer früheren Version dieses Artikels fehlte die Stellungnahme von Johnson & Johnson zur Möglichkeit des Verkaufs des Vakzins an Firmen in der Schweiz.

SRF 4 News, 22.03.2021, 12:00 Uhr

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94 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Interessant, dass nicht die WHO (oder ähnlich) Impfstoffe begutachtet und lizenziert; so dass man die kaufen kann welche auf dem Weltmarkt erhältlich sind.
    Oder ist man hier als neutrales Land unter dem selben Druck wie bei den Militärflugzeugen.
    Ich würde begrüssen wenn mehr Auswahlen ein schnelleres Impfen ermöglichen würden, anstatt warten zu müssen bis ausgesuchte Impfstoffe erhältlich werden.
  • Kommentar von Heidi Pfister  (Calencija)
    Wiso lässt man einen Impfstoff zu der gar nicht bestellt wurde? Statt Schnelltests zuzulassen, beschäftigt sich das BAG mit diesem Impfstoff. Das BAG erweisst sich erneut als völlig unfähig!
    1. Antwort von Thomas Bünzli  (Tumasch)
      Ihre erste Frage finde ich spannend und hätte darauf gerne eine Antwort der verantwortlichen des BAG. Der Rest Ihres Kommentars empfinde ich als polemisch und wohl kaum durch Wissen belegbar.
    2. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Die Swissmedic hat sich mit dem Impfstoff befasst und diesen zugelassen. Die kann nichts dafür, dass das BAG es als nicht nötig erachtet, ihn zu bestellen.
  • Kommentar von Thomas Bünzli  (Tumasch)
    Erstaunlich, wie viele selbsternannte " Impfexperten " es plötzlich gibt - kaum Fachwissen, gepaart mit wenigen Infos aus der Presse und einem übermässigen Selbstvertrauen führen zu " tiefschürfenden " Kommentaren - aber es ist halt wie beim Fussball: Ein paar Mal auf dem Platz mitgekickt und schon hat man das Gefühl, mindestens Nati-Trainer zu sein. Demut?
    1. Antwort von Heidi Pfister  (Calencija)
      Zu ihrer Antwort oberhalb. Einen Impfstoff zuzulassen, den die Schweiz nicht bestellt hat, beweist für mich die Unfähigkeit.
    2. Antwort von Thomas Bünzli  (Tumasch)
      @ Pfister: Wissen Sie, warum Swiss medic den Impfstoff zugelassen hat? Und wenn nun die CH noch Impfdosen von Johnson erhält, wie von BR Berset persönlich angefragt?
      Da interessiert mich nun aber, wie Sie auf " Unfähigkeit " kommen - welche Fakten haben Sie dazu?