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Es vergehen Tage vom Corona-Test bis zur aktualisierten Statistik
Aus HeuteMorgen vom 19.03.2020.
abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
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Corona-Zahlen des BAG «Wir wollen nichts verheimlichen»

  • Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gemeldeten Zahlen der Corona-Fälle in der Schweiz sind immer der Status quo vorhergehender Tage.
  • Grund dafür ist das aufwendige und langwierige Prozedere der Meldungen über Neu-Infektionen.

Die Aussage von BAG-Experte Daniel Koch vom Dienstag erstaunte. So sagte er auf die Journalistenfrage, weshalb der Bund keine aktuellen Corona-Zahlen kommuniziere: «Im Moment ist der Anstieg der Zahlen so schnell, dass wir auch Mühe haben, alle die Daten einzugeben, um die Analysen machen zu können.»

Was Koch meint, wird klar, wenn man das Meldeprozedere kennt: Denn die Zahlen der Ärzte aus den Kantonen werden nicht etwa elektronisch an den Bund weitergeleitet, sondern per Fax. Die Formulare müssen also ausgedruckt, handschriftlich ausgefüllt und dann nach Bern gefaxt werden.

Aufwändige Erfassung

Durch den sprunghaften Anstieg der Fallzahlen in den letzten Tagen ist diese aufwändige Erfassung in den Rückstand geraten, rechtfertigt Koch das Fehlen von neuen Zahlen: «Es ist nicht so, dass wir ihnen etwas verheimlichen oder nicht geben möchten.»

Am Mittwoch nun hat das BAG erstmals wieder neue Zahlen publiziert. Allerdings sind diese bereits bei Aufschaltung wieder veraltet, denn sie enthalten noch nicht die neusten Fälle, welche einzelne Kantone veröffentlicht haben.

«Das sind nicht die Leute, die sich jetzt anstecken»

BAG-Experte Koch legt Wert darauf, dass diese Zahlen sowieso nur bedingt aussagekräftig seien: «Was wir an Zahlen sehen, sind die Leute, die sich knapp vor einer Woche angesteckt haben. Das sind nicht die Leute, die sich jetzt anstecken.» Mit anderen Worten heisst das: Jetzt sind schon sehr viel mehr Leute angesteckt. «Die ergriffenen Massnahmen werden sich in Zahlen zeigen, die wir dann in einer Woche sehen», so Koch weiter.

Seit Dienstag gelten schweizweit die verschärften Massnahmen – je nach Verlauf der Ansteckungen wird sich zeigen, ob der Bundesrat die Regeln im Kampf gegen das Coronavirus weiter verschärft.

SRF 4 News, 19.3.2020, 06:00 Uhr

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74 Kommentare

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  • Kommentar von Mark Weber  (markweber)
    Das BAG hat sich wie ein typischer Beamtenbetrieb verhalten. Schon vor einem Monat haben Virologen vor genau der Entwicklung, wie wir sie jetzt haben, gewarnt. Der Virus hat sich genau so stark ausgebreitet, wie Experten im Januar vorausgesagt hatten (z.B. Prof Ferguson vom Imperial College hier: https://www.coursera.org/learn/covid-19/home/welcome).

    Erst warten, bis wir auch hunderte von Infizierten haben - obwohl man über das Virus heute praktisch gleich viel weiss wie vor 1 Monat.
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  • Kommentar von Thomas Schneebeli  (TS+LL)
    SRF heute: "Dabei fehlen Schweizweit nicht die Coronavirus-Tests selber. Was fehlt, ist einfaches Material wie Abstrichstäbchen für Mund und Nase oder Reaktionsmittel, das es für die Auswertung der Tests braucht. Wegen des Reaktionsmittels stehe man sogar mit den USA in Verhandlungen, sagte BAG-Direktor Pascal Strupler am Mittwoch bei RTS." Ich bin sprachlos.
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    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Überrascht überhaupt nicht. Diese Reaktionsmittel müssen allerhöchster Qualität entsprechen, damit man das Testresultat ernst nehmen kann. Dass es Lieferengpässe gibt erstaunt kaum
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  • Kommentar von Zaira Black  (kweswi)
    Liebes SRF Team
    Genau, ich habe die falsche Seite angegeben. Auf der von Ihnen vorgeschlagenen Seite sind aber auch keine Vergleichszahlen zu Infizierten und Grippe-Todesfällen der Vorjahre ersichtlich, es geht 'nur' um die Konsultationen bei Ärzten. Wo finde ich Zahlen zu Grippeinfizierten und Todesfällen pro Jahr für die Schweiz und Europa?
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    1. Antwort von SRF News-Redaktion (SRF)
      @Zaira Black Die geschätzte Zahl Grippetodesfälle pro 100'000 Einwohner und Einwohnerinnen findet man beim BFS unter der Kategorie «Spezifische Todesursachen» in Excel-Tabellen. Weitere Informationen zur Einordnung findet man z.B. in der «Todesursachenstatistik 2017» des BFS. Beachten Sie jedoch, dass es für Anzahl Infizierter und Todesfälle nur Schätzungen gibt. Liebe Grüsse, SRF News
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