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Coronavirus und die Baustellen
Aus Echo der Zeit vom 17.03.2020.
abspielen. Laufzeit 03:09 Minuten.
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Coronavirus auf Baustellen Man kommt sich nah, manchmal zu nah

Viele Menschen verlassen ihre Wohnungen nach wie vor jeden Morgen, weil sie arbeiten müssen. Auf dem Bau zum Beispiel.

Es gebe viele Probleme auf den Baustellen, sagt Nico Lutz, Sektorleiter Bau bei der Gewerkschaft Unia. Abstand halten sei bei vielen normalen Arbeiten auf dem Bau schlicht nicht möglich. «Wir bekommen hunderte von Anrufen von Bauarbeitern im Moment, denn sie fahren gleich wie bisher eng zusammen im Fahrzeug zur Baustelle, und sie haben nur eine kleine Baracke, in der sie bei Schlechtwetter eine Pause gemeinsam machen können.»

Zudem seien die Restaurants zu. «Das heisst: Sie haben keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen und können sich die Hände nicht waschen», so Lutz. Deshalb fordert er, dass dort, wo die Arbeiter den Abstand zueinander nicht einhalten könnten, die Bauunternehmen die Arbeit einstellen und Kurzarbeit anmelden müssen. Die Vorgaben für die Unternehmen wären an sich klar, heisst es auch beim Baumeisterverband, der die Bauunternehmen vertritt.

Die Sicherheit geht vor – eigentlich

Grundsätzlich ist die Arbeit auf dem Bau nicht verboten, aber jede Baustelle ist anders. Das bedeutet: Der Einzelfall muss angeschaut werden. Und wo die Hygienevorschriften nicht eingehalten werden können, muss mit dem Bauherrn eine Lösung gesucht, die Arbeit zum Beispiel auf später verlegt werden.

Die Sicherheit der Bauarbeiter gehe vor, sagt Bernhard Salzmann, Vizedirektor des Baumeisterverbandes. Entsprechend trage man die Vorgaben des Bundesrates und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) mit. «Der Schutz der Bevölkerung und allen Personen, die in der Bauwirtschaft tätig sind, gehören dort dazu. Das hat oberste Priorität.»

Die Regeln wären also klar. Doch offenbar hapert es bei der Umsetzung auf den Baustellen. Denn Implenia, das grösste Bauunternehmen der Schweiz, gesteht ein, dass die Vorgaben tatsächlich nicht auf jeder Baustelle eingehalten würden. Jens Vollmar, verantwortlich für den Hochbau und Länderpräsident für die Schweiz, sagt: «Ja, es gibt Fälle, da sehen wir nach wie vor, dass die Mitarbeiter zu eng aufeinander sind, aber unsere Vorgaben sind klar.»

Auch Subunternehmer wissen Bescheid

Und man habe nicht nur die eigenen Mitarbeiter, sondern auch die Subunternehmer, die für Implenia arbeiten, schriftlich informiert. Wo es nicht möglich sei, den Sicherheitsabstand einzuhalten, müssten die Vorgesetzten auf den Baustellen die Arbeit niederlegen. Man versuche nun die Umsetzung der Sicherheitsmassnahmen sicherzustellen, sagt Vollmar.

Ähnlich tönt es auch beim Bauunternehmen Frutiger AG. Die internen Regeln seien klar. Die Umsetzung SEI aber anspruchsvoll. Dies unter anderem, weil die Verantwortlichen auf den Baustellen sich sehr eigenständig organisierten. Die Einsicht ist vorhanden. Bei der Umsetzung der Massnahmen hapert es aber noch – wohl auch aus Angst, Baustellen schliessen zu müssen.

Echo der Zeit, 17.03.2020, 18:00 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Helen Burri  (LenaMey)
    Baustelle ist nicht gleich Baustelle. Durch einen generellen Lock-down würden auch viele gut funktionierende Kleinst-Baustellen stillgelegt. Das schadet der Wirtschaft weiter und treibt insbesondere KMUs an den Rand ihrer Existenz. Gesundheit geht vor – das ist klar. Aber bitte verhältnismässige Entscheide fällen.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Alles, was nicht lebensnotwendig ist, muss vorläufig Nebensache sein!
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  • Kommentar von Daniela Gloor  (Guggä)
    Hallo ich arbeite in einer kaserne täglich truppenkontakt mit mehreren AdA . Wir leisten unsere arbeiten auch in manchen situationen sehr nahe mit dem soldat zusammen. Wir befolgen die hygienevorschriften, waschen uns mehrmals täglich die hände und halten wo möglich abstand.. es muss gehen diese arbeiten sind auch zu erledigen..
    Schlimmer sind die hamsterkäufe dass, wenn normal arbeitende am feierabend nicht einmal mehr 2 liter milch bekommt..:-(
    bleibt gesund
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