Zum Inhalt springen

Header

Video
Das Corona-Virus und die Folgen für den Schweizer Tourismus
Aus Tagesschau vom 25.01.2020.
abspielen
Inhalt

Gefährliches Virus Chinas Tourismusministerium verbietet Pauschalreisen ins Ausland

Bereits jetzt befinden sich rund 40 Millionen Chinesen in Quarantäne. Ihre Städte sind aufgrund des Corona-Virus abgeriegelt. Nun verbietet das chinesische Tourismus-Ministerium Pauschalreisen ins Ausland. Auch in der Schweiz dürfte man dies schon bald spüren.

Von einem expliziten «Verbot» will Markus Berger von Schweiz Tourismus zwar nicht sprechen.

Doch die beiden offiziellen Dokumente, die er von seinem Team in China erhalten hat, sprechen für sich: Das eine ist ein Schreiben des chinesischen Tourismusministeriums, das Reiseveranstaltern «empfiehlt», ab sofort keine Pauschalreisen mehr zu verkaufen. Das andere eine Anweisung an die Fluggesellschaften, bei Flugannullationen den gesamten Ticketpreis zurückzuerstatten.

Schweizer Touristen halten an China-Reisen fest

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Schweizer und Schweizerinnen lassen sich trotz des Ausbruchs des tödlichen Coronavirus in China nicht von Reisen ins asiatische Land abhalten. Stornierungen sind bislang keine bekannt, wie eine Umfrage bei Schweizer Reiseveranstaltern ergab. Bisher hätten keine Schweizer ihre Reisen nach China abgebrochen oder annulliert, teilte eine Sprecherin des grössten Schweizer Reiseveranstalters DER Touristik Suisse auf Anfrage mit. Momentan befänden sich allerdings nur wenige Kunden in dem Land. Hauptreisezeit für Schweizer nach China ist im Sommer.

Auch bei den Reiseanbietern Tui Suisse und Hotelplan gab es gemäss deren Angaben bislang keine Fälle von Schweizern, die ihre Ferienpläne aufgrund des tödlichen Krankheitsausbruchs und der damit verbundenen Reiseeinschränkungen in Zentralchina über den Haufen geworfen haben. Angaben zur Anzahl der Reisenden machten die Unternehmen nicht.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät von Reisen in die unter Quarantäne stehende Stadt Wuhan ab. Bei Reisen ins übrige China empfiehlt die Behörde mitunter, regelmässig die Hände zu waschen, Kontakt mit Tieren zu meiden sowie Eier und Fleisch nur gut durchgekocht zu essen. Rückreisende mit Atembeschwerden oder Krankheitssymptomen sollten zudem zum Arzt und auf die Chinareise hinweisen.

«Das ist zwar kein Reiseverbot, sondern bloss eine Empfehlung», sagt Markus Berger, Leiter Kommunikation bei Schweiz Tourismus. «Doch diese hat natürlich eine sehr starke Wirkung. Die Reisebüros werden keine Reisen mehr verkaufen. Und die Bevölkerung selber ist verunsichert, ob sie überhaupt noch reisen soll. Deshalb hat es indirekt natürlich eine Wirkung wie ein Verbot.»

Logiernächte haben sich in sechs Jahren verdoppelt

Reisende aus China machen zwar erst vier Prozent der Touristen in der Schweiz aus, doch deren Logiernächte in der Schweiz haben sich in sechs Jahren verdoppelt. 2012 zählte die Schweiz rund 740'000 Logiernächte chinesischer Touristen. 2018 waren es bereits 1.4 Millionen.

Chinesische Touristen gehören zu denen, die fast am meisten ausgeben; pro Tag und Person rund 380 Franken – im Schnitt dreimal so viel wie deutsche Touristen.

Umsatzeinbussen erwartet

«Wir gehen davon aus, dass mittelfristig – also in den nächsten paar Wochen oder Monaten – tatsächlich weniger chinesische Gäste in die Schweiz reisen werden. Da in China ab sofort keine Gruppenreisen mehr verkauft werden können, bedeutet das, dass Gruppenreisen, die hierzulande gut die Hälfte aller Gäste aus China ausmachen, deutlich zurückgehen werden.»

Allein die Jungfraubahnen befördern zu dieser Jahreszeit im Schnitt 800 chinesische Touristen pro Tag. Diese dürften schon bald fehlen.

So viel Geld geben Touristen in der Schweiz aus

Durchschnittliche Tagesausgaben von Übernachtungs-Touristen in der Schweiz (ohne An- und Abreise). In Schweizer Franken.
Golfstaaten420 
China380
Indien310
Japan300
USA280
Russland250
Korea210
Schweiz140
Deutschland130
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Lieber weniger Umsatz, als das Virus im Land. Die SchweizerTouristen, die unvernünftigerweise an Chinareisen festhalten, sollen dann gleich dort bleiben, bis die Gefahr gebannt ist. Es darf nicht nur eine "Empfehlung" an die Reiseveranstalter sein, , sondern ein Verbot, Pauschalreisen ins Ausland zu verkaufen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Umsatzeinbussen erwartet. Ist das die grösste Sorge ? Die Schweiz hat auch vor dem Massentourismus gut gelebt, vielleicht sogar besser. Jetzt können viele aufschreien aber
    der grösste Teil meines Lebens, fand davor statt. Wir hatten vielleicht weniger, waren aber
    glücklicher und konnten uns überall frei bewegen. Ein gesünderes Mass in der Zukunft wäre mehr als angesagt. Aber leider geht es nur um Provit.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von hr hort  (hrhort)
    Dann wird das Gejammer der Tourismusbranche bald wieder losgehen. Es wechselt sich ja mit dem overtourism ab.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen

Mehr aus SchweizLandingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen