Zum Inhalt springen

Header

Audio
Interview mit Regula Rytz nach der gescheiterten Wahl
Aus Rendez-vous vom 11.12.2019.
abspielen. Laufzeit 03:12 Minuten.
Inhalt

Grüne nicht im Bundesrat «Die Bundesversammlung hat nicht auf die Bevölkerung reagiert»

Trotz der Niederlage habe ihre Partei die richtige Strategie gewählt, sagt Regula Rytz im Interview.

Die grüne Partei ist mit ihrem Angriff auf den Bundesratssitz von Ignazio Cassis/FDP gescheitert. Damit habe es die politische Mitte verpasst, den Wählerwillen nach einer Stärkung der Umwelt- und Nachhaltigkeitsanliegen zu erfüllen, sagt Regula Rytz.

Regula Rytz

Regula Rytz

Präsidentin der Grünen

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Regula Rytz gehörte von 2004 bis 2012 der Berner Stadtregierung an und leitete dort die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün. Seit 2011 sitzt sie im Nationalrat, seit 2012 präsidiert sie die Grüne Partei Schweiz. Bei den Gesamterneuerungswahlen für den Bundesrat im Dezember 2019 trat sie gegen FDP-Bundesrat Ignazio Cassis an, wurde aber nicht gewählt.

SRF News: Sie haben 82 Stimmen erhalten. Sind sie enttäuscht?

Regula Rytz: Mein Ziel war, mindestens 80 Stimmen zu machen. Die SP-Fraktion hat uns sehr gut unterstützt. Doch auch wenn ich mehr Stimmen erhalten hätte, hätte sich nichts geändert. Die Zusammensetzung des Bundesrats hat heute nicht geändert werden sollen. Das haben die Parteien im Parlament eindeutig entschieden.

Entweder hat Sie das rot-grüne Lager nicht geschlossen gewählt oder Sie haben keine einzige Stimme aus dem Mitte-Lager erhalten. Was wäre für Sie das kleinere Übel?

Wir wissen nicht, woher die Stimmen gekommen sind. Entscheidend ist, dass die Vereinigte Bundesversammlung heute nicht auf den Wunsch der Bevölkerung reagiert hat, die Umwelt und Nachhaltigkeit zu stärken.

Es wäre eine starke Unterstützung aus der Mitte-Fraktion nötig gewesen.

Um einen Bundesratssitz zugunsten der Nachhaltigkeit zu erreichen, wäre eine starke Unterstützung aus der Mitte-Fraktion nötig gewesen. Dass das nicht geschah, hängt auch mit den Spielregeln zusammen – nämlich, dass keine Bundesratsvakanz vorlag. Deshalb ist es jetzt dringend, dass wir über die zukünftige Zusammensetzung des Bundesrats diskutieren.

Sie politisieren am linken Rand der grünen Partei. Hat Ihre Partei die Chance auf einen Bundesratssitz heute dadurch verspielt, dass sie nicht eine mehrheitsfähigere Kandidatur präsentiert hat?

In den letzten Wochen ist mir von praktisch allen Parteien attestiert worden, dass ich fähig bin, in einer Regierung mitzuarbeiten. Teilweise wurde allerdings politisch argumentiert, etwa vonseiten der SVP.

Unser Vorgehen mit einer Einerkandidatur war richtig.

Konkordanz bedeutet allerdings, dass unterschiedliche Werte und Parteien an einem Tisch sind und um Lösungen ringen. Es spielt dabei keine so grosse Rolle, wo jemand innerhalb seiner oder ihrer Partei steht. Ausserdem war die Einerkandidatur angesichts der Tatsache, dass kein Bundesratssitz frei war, das einzige mögliche und deshalb richtige Vorgehen.

Die Grünen wollen jede künftige Vakanz im Bundesrat angreifen – auch eine der SP?

Das haben wir so nicht gesagt. Wir sind selbstverständlich immer noch bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen und Lösungen zu beschleunigen, damit die nachfolgenden Generationen eine Zukunft haben. Deshalb werden wir von Vakanz zu Vakanz entscheiden. Vor allem aber werden wir darauf hinarbeiten, dass wir das hervorragende Wahlresultat vom 20. Oktober bei den nächsten Parlamentswahlen in vier Jahren noch übertreffen können.

Das Gespräch führte Rahel Walser.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

75 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
    Die Grünen und die Linken sollen endlich aufhören zu jammern. Zuerst sollen die Grünen in der kommenden Legislatur beweisen, dass sie zurecht mit mehr Stimmen gewählt worden sind. Zwei SP- und ein(e) GP-Bundesrat wäre des Guten zuviel gewesen im Bundesrat. Die SP hätte ja zugunsten der Grünen auf einen Bundesrat verzichten können, wobei Frau Sommaruga in ihrem Departement schon sehr "grün" Gas gibt. Die Grünen "Plauderis" Glättli + Girod können schon fordern, aber ohne Bürgerliche geht nichts.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Amthauer  (Peter.A)
    Die Wahl der Bundespräsidenten ist zu akzeptieren. Ich würde gerne wissen, wer genau wen gewählt hat. Ist das möglich?
    Ja, und dann brauchen die Parteien, die den Klima- und Umweltschutz kürzlich für sich entdeckt haben (inklusive der stärksten Schweizer Partei), bei der nächsten Wahl eine Neubewertung ihrer politischen Arbeit. Machterhalt geht nur über den Wähler.
    MfG
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christoph Heierli  (help)
    Am schlimmsten und ziemlich verlogen mit ihrer Botschaft sind die Grünliberalen. Sie reiten meines Erachtens auf der Grünen Welle mit, obgleich ihnen die Wirtschaft sehr viel näher steht. Dabei verhindern sie dabei ernsthafte und wirkliche Grüne in der Sache vorwärts zu kommen. Es braucht sie schlicht und einfach nicht. Man kann ebenso gut die FDP wählen, das läuft auf das selbe hinaus. Liebe GLP Wähler, überlegt euch, wer wohl der Sache Umwelt mehr nützt. Es braucht mehr ECHTE Grüne.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen