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Die Ausbildung eines Herdenschutzhundes dauert rund zwei Jahre
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 14.09.2021.
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Mehr Wölfe in der Schweiz Es gibt zu wenig Herdenschutzhunde

Die Nachfrage nach Herdenschutzhunden steigt seit Jahren. Die Ausbildungsbetriebe kommen kaum nach.

In der Schweiz gibt es immer mehr Wölfe. In den bekannten Wolfsgebieten ist das für die Halterinnen und Halter von Nutztieren ein Problem. Sie müssen ihre Tiere vor den Wölfen schützen – eine Möglichkeit ist der Herdenschutzhund. In den Kantonen Graubünden, Tessin, Wallis oder Waadt, wo sich der Wolf ausbreitet, ist die Nachfrage besonders gross.

Ich schlafe besser, wenn meine Schafe durch Hunde geschützt sind.
Autor: Michael Baggenstos Vorstand Verein Herdenschutzhunde Schweiz

Der Einsatz der Herdenschutzhunde beschränke sich aber längst nicht mehr nur auf die typischen Wolfsgebiete, sagt Michael Baggenstos vom Verein Herdenschutzhunde Schweiz: «In den Randgebieten oder Durchzugsgebieten der Wölfe werden vermehrt Herdenschutzhunde eingesetzt.» Baggenstos selbst hat im Waadtland einen Landwirtschaftsbetrieb mit Schafen. Auch dort sind Herdenschutzhunde im Einsatz. «Ich schlafe besser, wenn meine Schafe durch Hunde geschützt sind.»

In den letzten zwei, drei Jahren habe sich die Ausbreitung des Wolfes exponentiell entwickelt, sagt Daniel Mettler von der Beratungszentrale Agridea, die im Auftrag des Bundes die Herdenschutzmassnahmen koordiniert. «Mit dieser Entwicklung ist es nicht einfach, parallel mit der Hundezucht Schritt zu halten.»

Lange Vorlaufzeit

Die Ausbildung der Herdenschutzhunde dauert in der Regel zwei Jahre. Ausserdem sei die Planung des Bedarfs nicht einfach, so Mettler: «Wir können die Hunde nicht auf Vorrat züchten. Die Zuchtbetriebe haben auch ihre Grenzen und können nicht 30 Hunde auf Lager halten.»

Legende: Die Hunde, hier die Rasse Maremmano Abruzzese, müssen erst lernen, Herden zu schützen. Keystone

Die Nachfrage nach Herdenschutzhunden sei gross und das Angebot «relativ knapp», sagt Daniel Mettler von der Beratungszentrale Agridea und relativiert zugleich: «Man muss immer schauen, ob die Bedingungen wirklich erfüllt sind, um Herdenschutzhunde einzusetzen.» In manchen Fällen würden sich die Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer zwar einen Herdenschutzhund wünschen, obwohl die vom Bund vorgegebenen Kriterien nicht erfüllt seien. Bei diesen Kriterien geht es einerseits um die Hunderassen, aber auch um die zu bewachenden Tiere.

Nicht alle Hunderassen werden offiziell anerkannt

Sind die Kriterien nicht erfüllt, gibt es vom Bund keine finanzielle Unterstützung. In solchen Fällen kommt oft Elsbeth Jennings ins Spiel. Sie ist Präsidentin im Klub für süd- und osteuropäische Hirtenhunde. Ihre Hunde sind zwar vom Bund nicht als Hirtenhunde anerkannt, dafür sind sie schnell verfügbar: «Bei mir melden sich Leute, die gerne ihre Tiere ab sofort schützen möchten.» Auch sie verzeichnet eine steigende Nachfrage.

SRF 1, 14.09.2021, 16:15 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Schenk  (05)
    Warten wir mal, bis der Wolf wie der Fuchs als Kulturfolger in die Städte kommt :-). Vor allem über den Uetliberg nach Zürich :-). Würde mich freuen.
    1. Antwort von Matthias Neuhaus  (Lynxtracker)
      Super dann kannst du dich ja freuen! Wölfe gibt es schon seit längerer Zeit im Züribiet und auch in Bern in unmittelbarer Stadtnähe. 5km vom Stadtzentrum Solothurn selbst schon einer gesehen.
  • Kommentar von daniel wismer  (yakman)
    Dieser "Zustand" war abzusehen: man hatte genügend Zeit um sich vorzubereiten. Leider haben "die Schäfer" ihre Hoffnungen auf die Aussagen diverser Politiker, SAB und Ausrottungsvereine gesetzt - mit den fatalen Folgen, die wir jetzt sehen. Wer meint ein Handwerk ( Herdenschutz ) das vor mehr als 200 Jahren verloren ging innert ein paar Jahren wieder auf einen Stand zu bringen die den Namen auch verdient, irrt.
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Das Problem Wolf wurde ignoriert, bis es hochvirulent wurde! Die gebetsmühlenartige Wiederholung des Wortes Herdenschutzhund wird in der Realität wenig bringen, weil es zu wenige gibt und weil dort wo es hat, das Schutzkonzept durch die intelligenten Wölfe ausgehebelt wird - Frankreich 600 Wölfe Herdenschutz mit 12000 gerissenen Schafen pro Jahr! Wer nicht hören will muss fühlen! Dumm ist dass es jene trifft die gewarnt haben, statt die Ignoranten!