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Viele Daten nötig: Kritik am Einreiseformular
Aus 10 vor 10 vom 15.10.2021.
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Neue Einreisebestimmungen Eine Datenkrake? Kritik am Einreiseformular in die Schweiz

Wer nach Ferien in die Schweiz zurückkehrt, muss ein Formular ausfüllen – und viele Angaben machen, die gar nicht gebraucht werden.

Vielerorts gehen die Herbstferien zu Ende. Wer aus dem Ausland in die Schweiz zurückkehrt, muss seit gut einem Monat ein Einreiseformular ausfüllen. Und zwar unabhängig davon, ob man geimpft, genesen oder getestet ist. Wer kein solches Dokument vorweisen kann, riskiert eine Busse von 100 Franken.

Mit dem Formular will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) herausfinden, wer geimpft oder genesen ist – und wer nicht. Diese negativ getesteten Personen müssen vier bis sieben Tage nach der Einreise erneut einen negativen Test vorweisen.

Das ist ein sehr ‹datenhungriges› Formular.
Autor: Sara Stalder Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

Allerdings: Beim Ausfüllen muss man vieles preisgeben. Nämlich nicht nur, ob man geimpft oder genesen ist. Sondern zum Beispiel auch das Auto-Kennzeichen, die Passnummer oder das Geburtsdatum.

Das sei nicht in Ordnung, findet die Stiftung für Konsumentenschutz: «Dieses Einreiseformular ist ein sehr ‹datenhungriges› Formular», sagt Geschäftsleiterin Sara Stalder.

Die Konsumentenschützerin kritisiert insbesondere, dass das BAG die vielen persönlichen Daten an die Kantone weitergibt. «Man sollte die Möglichkeit haben, auszuwählen, dass nur diejenigen Daten an die Kantone weitergegeben werden, die fürs Contact-Tracing notwendig sind.»

Tracer brauchen nur Teil der Daten

Beat Lauper ist Leiter des Contact-Tracings des Kantons Zürich. Sein Team spürt nicht nur die Kontakte von positiv Getesteten auf, sondern erinnert neuerdings auch negativ getestete Reiserückkehrer und -rückkehrerinnen daran, sich erneut testen zu lassen.

Das BAG liefere alle persönlichen Daten, sagt Lauper. Allerdings brauche man davon nur eine Auswahl: «In der aktuellen Lage sind wir darauf angewiesen, dass wir den Namen, die Mobiltelefon-Nummer sowie die Wohnadresse haben. Die anderen Daten sind für uns nicht relevant.»

Warum also diese Daten-Sammlung durch das Bundesamt für Gesundheit? Die Frage, ob der Umfang verhältnismässig sei, bleibt vom BAG unbeantwortet.

In jedem Fall werden die Daten nach 30 Tagen automatisch gelöscht.
Autor: Bundesamt für Gesundheit

Das Einreiseformular werde von allen Einreisenden verlangt, um eine einheitliche Regelung zu haben: «Falls neue besorgniserregende Varianten auftreten sollten, können die Behörden schnell reagieren.

In jedem Fall werden die Daten nach 30 Tagen automatisch gelöscht.» Am Sammeln der persönlichen Daten bei der Einreise hält das BAG vorerst fest.

10 vor 10, 15.10.2021, 21:50 Uhr;

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87 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community. Wir schliessen die Kommentarspalte an dieser Stelle und bedanken uns für Ihre zahlreichen Kommentare und interessanten Diskussionen. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Franziska Wagner  (Cesca)
    Einreiseformular für Italien finden und mich darin zurechtfinden, mit deutlich mehr Angaben als fürs CH-Formular ausfüllen, zur Sicherheit ausdrucken: Zeitaufwand 10 Minuten. Kontrolle bei der Ausreise: Zeitaufwand: 2 Minuten. Einreiseformular für die Schweiz ausfüllen: Zeitaufwand 2 Minuten. Kontrolle bei der Einreise: 2 Minuten.
    Wer entschädigt mich nun für diese 16 Minuten verlorener Lebenszeit? Und jetzt kennt das BAG auch noch mein Autokennzeichen, das geht ja gar nicht - ich protestiere!
    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Mal ehrlich? Da gibt es doch bestimmt noch mehr verlorene Lebenszeit, als diese 16 Minuten. Vor Corona! ;-)
    2. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Frau Wagner, hat Ihnen das BAG befohlen, nach Italien zu reisen? Man kann auch wirklich kleinlich sein. In viele Länder ausserhalb Schengen muss man zur Einreise Formulare ausfüllen. Ich erinnere mich noch an das Jahr 1994 als ich zum ersten Mal in die Dominikanischen Republik einreiste. Da musste man unnötige Daten wie Heimatort, Geburtsort und vieles mehr ausfüllen. Im zweiten Formular musste man noch die Geldmenge und anders angeben. Entweder füllt man aus, oder reist nicht dorthin.
    3. Antwort von Franziska Wagner  (Cesca)
      @Kirchhoff und Krebs: Es tut mir leid, meine Herren, mein Kommentar war sehr, sehr ironisch gemeint. Ich finde das Theater und Gemotze wegen der Formulare und der anzugebenden persönlichen Daten einfach nur lächerlich. Auch wollte ich den Gegenbeweis antreten, dass an den Grenzen nicht kontrolliert wird. Diese 16 Minuten habe ich für einen tollen Urlaub sehr gern geopfert;-)
  • Kommentar von Nunzio DiResta  (Nunzio)
    Nach 30 Tagen automatisch gelöscht ... Ironie fertig.