Zum Inhalt springen

Header

Audio
Coronakrise – wann kehrt wieder Normalität ein?
Aus Echo der Zeit vom 27.03.2020.
abspielen. Laufzeit 05:08 Minuten.
Inhalt

Normalität nach Coronavirus «Es ist ganz klar zu früh, konkret über Lockerungen zu reden»

Bleiben Sie zuhause! Dieser dringliche Apell des Bundesrats gilt nun seit bald mal zwei Wochen in der Schweiz. Viele haben bereits jetzt schon genug von der eigenen Wohnung, vom Homeoffice, vom Händedesinfizieren, von der sozialen Isolation.

Irgendwann wird das Leben wieder normal sein. Die Frage ist nur wann und wie das geschehen soll. Wissenschaftsredaktor Christian von Burg wagt einen Blick in die Zukunft.

Christian von Burg

Christian von Burg

SRF-Wissenschaftsredaktor

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der 1972 geborene Journalist arbeitet für die SRF-Wissenschaftsredaktion. Angefangen hat er bei der Zeitung «der Bund», zuerst bei der Lokalredaktion, anschliessend im Inland.

SRF News: Wann soll das öffentliche Leben wieder heraufgefahren werden?

Christian von Burg: Der Blick nach Wuhan kann uns eine Grössenordnung geben – seit einigen Tagen öffnen dort die Schulen und die Fabriken wieder, knapp zwei Monate nach der totalen Abriegelung. Hier in der Schweiz steht uns das Schlimmste noch bevor: Trotzdem fragen sich viele Leute, wie es nun weitergehen soll. Wir kriegen viele Mails, in Wirtschaftskreisen macht man bereits Druck und auch in der Wissenschaft macht man sich viele Gedanken.

Zentral ist das genau Nachverfolgen aller weiteren möglichen Ansteckungen.

Was ist für eine Rückkehr zur Normalität notwendig und sinnvoll?

Zentral ist das genau Nachverfolgen aller weiteren möglichen Ansteckungen. Also sobald jemand neu erkrankt, alle, die Kontakt hatten mit dieser Person, überprüfen und auf eine Ansteckung mit dem Virus testen – so wie man das jetzt in Südkorea, Singapur und China macht. In diesem Punkt sind sich die Experten weltweit einig.

Auch nach dem Abflachen der Epidemiekurve braucht es also weiterhin viele Tests. Damit sind aber nicht nur Tests gemeint, die das Virus nachweisen können, sondern vor allem welche, die nachweisen können, wer schon immun ist dagegen..

Beide sind wichtig. Es braucht die Tests der aktuellen, neuen Ansteckungen. Und es braucht die anderen, die Bluttests, die anzeigen, ob jemand eine Virusinfektion bereits hinter sich hat und dadurch eine Immunität gegen das Corona-Virus aufgebaut hat. Darunter sind auch Menschen, die infiziert wurden, aber gar nichts von der Krankheit gemerkt haben, kein Husten – gar nichts.
In Deutschland soll nun ein grosser Test auf Immunität mit mehr als 100'000 Probanden lanciert werden, um besser abschätzen zu können, wie sich die Immunität verbreitet.

Vielleicht können wir Westler bei den Schutzmasken was von den Menschen in Asien lernen.

Sind die Bluttests, die Antikörper nachweisen, zuverlässig?

Derzeit drängen viele Anbieter auf den Markt, die solche Tests anbieten. Wie Verlässlich diese Tests sind, müssen die spezialisierten Labore erstmal testen. Bis dahin sollte man noch keine solchen Tests kaufen, raten die Fachleute.

In China oder Südkorea regt man sich über Leute auf, die in der Öffentlichkeit keine Schutzmaske tragen. Wird dieses Denken bei uns auch noch Einzug halten?

Man sieht bereits jetzt ein Umdenken. Ich habe auf den Strassen noch nie so viele Menschen mit Masken gesehen wie aktuell.
Die Masken sind nicht zentral, aber sie sind auch nicht vollkommen unnütz, wenn man sie richtig anwendet. Das sagen immer mehr Fachleute. Eine Maske schützt mich selber wenig, aber die anderen, indem wir weniger Tröpfchen verteilen, wenn wir Husten oder Niesen. Vielleicht können wir Westler hier was von den Menschen in Asien lernen.

Wird auch in der Schweiz die Empfehlung kommen, Schutzmasken zu tragen?

Das wird man sehen. Derzeit gibt es aber zu wenige Masken, das ist der springende Punkt. Sie werden in den Spitälern und in der Pflege dringendst gebraucht. Deshalb ist es sicher richtig, wenn das BAG aktuell noch zu Zurückhaltung aufruft.

Das Gespräch führte Roger Brändlin.

Echo der Zeit, 27.3.2020, 18:00 Uhr;

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

51 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
    Es ist mir nicht klar was sich Leute vorstellen, wenn sie von Mutationen reden. Ich habe den Eindruck es wird z.T. suggeriert, dass Viren mutieren müssen um den Menschen zu infizieren, das stimmt nicht. Wissenschaftler haben von einigen Viren die man kennt, auch wenn sie von Tieren isoliert wurden, bereits eine Ahnung ob diese eventuell Menschen infizieren könnten. Dazu braucht es nicht noch Mutationen. Nur testet man das nicht im Voraus an Menschen, weil es unethisch ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Markus Bossert  (EEE)
    Solange die effektive Ausbreitung des Virus direkt anhand der Fallzahlen (pos. Tests) abgeleitet wird, entspannen sich die Zahlen noch lange nicht.
    Wenn neue oder mehr Schnelltests verfügbar sind, werden die Fallzahlen direkt ansteigen - auch bei sinkenden Infektionen, wie bereits Mitte März.
    Nur mit guten Einschätzungen der Dunkelziffern können die realen Infektionraten einschätzen werden. Gemäss Krisenmanager Koch (Konferenz 27.3.) mache man aber noch keine Einschätzung der Dunkelziffern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Ackermann  (saskilte)
    Interessant zu sehen wie diese Krise die Gesamtmortalität in ganz Europa senkt. Euro Momo meldet unterdurchschnittliche Todesrate für alle Altersklassen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen