Einige hundert Menschen haben sich am Samstag vor der iranischen Botschaft in Bern zu einer bewilligten Kundgebung versammelt. Diese richtete sich gegen das herrschende Regime im Iran und folgte den, seit Wochen anhaltenden, Protesten im Iran.
Die Demonstrierenden hämmerten hinter den Metallabsperrungen Sprechchöre, Klagetöne, Schreie und Musik gegen die gegenüberliegende iranische Botschaft.
Wut richtet sich gegen das Regime
Es seien zu viele Menschen gestorben, erklärt Kurosh, ein junger Mann, der an der Demonstration vor der iranischen Botschaft teilgenommen hat. «Das ist das, was uns so wütend macht», sagt er gegenüber SRF.
Ramtin, ein weiterer Teilnehmer an der Kundgebung, erklärt, dass er Angst um seine Familie habe. «Sie haben das Internet abgeschaltet», so der junge Mann.
Hoffnung ist das, was uns auf die Strasse treibt.
Die Demonstrantinnen und Demonstranten hoffen auf ein rasches Ende des Regimes im Iran. «Die Hoffnung ist das, was uns auf die Strasse treibt», sagt Nick, der ebenfalls an der Kundgebung teilgenommen hat.
Reza Pahlavi als Heilsbringer
Der älteste Sohn des gestürzten Schahs von Persien, Kronprinz Reza Pahlavi, ist bei der Kundgebung allgegenwärtig.
Auf Flaggen wird der Sohn des gestürzten Herrschers zum Heilsbringer erhoben, denn er soll den Iran in eine demokratische Zukunft führen.
Das ist schon unverschämt für uns alle, diese Schutzmassnahme zu sehen.
Behnaz Götz ist Teil des Vereins «Freeiran.ch» und sie ist wütend, auch auf die Schweiz, welche die Botschaft des Staates mit Absperrungen, Polizei und Stacheldraht schütze.
Sie verspüre Wut, weil die Schweiz mit dem Regime spreche und verhandle, dem Gottesstaat Schutz biete und dieser dadurch Lebenszeit gewinne. «Das ist schon unverschämt für uns alle, diese Schutzmassnahme zu sehen», sagt Götz.
Götz erklärt, dass sie seit Tagen versuche, mit ihren Verwandten und Freunden zu sprechen, und dass das iranische Regime Telefongespräche von einer Minute zulasse. «Seid ihr am Leben? Seid ihr noch da? Und das war es schon», so beschreibt Behnaz Götz die Gespräche.
Sie wisse nicht, wer tot sei, sagt Götz, sie wisse nur, das Regime müsse weg.