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Proteste gegen das Regime «Hoffnung ist das, was uns auf die Strasse treibt»

Einige hundert Menschen haben sich am Samstag vor der iranischen Botschaft in Bern zu einer bewilligten Kundgebung versammelt. Diese richtete sich gegen das herrschende Regime im Iran und folgte den, seit Wochen anhaltenden, Protesten im Iran.

Proteste im Iran

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Ausgelöst wurden die Proteste im Iran Ende Dezember unter anderem von einer Wirtschaftskrise und sehr hoher Inflation.

Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Protesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Sicherheitskräfte gingen dabei gewaltsam vor.

Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3'400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der Informationssperre kaum prüfen.

Die Demonstrierenden hämmerten hinter den Metallabsperrungen Sprechchöre, Klagetöne, Schreie und Musik gegen die gegenüberliegende iranische Botschaft.

Wut richtet sich gegen das Regime

Es seien zu viele Menschen gestorben, erklärt Kurosh, ein junger Mann, der an der Demonstration vor der iranischen Botschaft teilgenommen hat. «Das ist das, was uns so wütend macht», sagt er gegenüber SRF.

Menschen protestieren vor dem iranischen Parlament und halten die alte iranische Flagge hoch.
Legende: Vor der iranischen Botschaft in Bern kam es am Samstag zu einer Kundgebung gegen das iranische Regime. SRF

Ramtin, ein weiterer Teilnehmer an der Kundgebung, erklärt, dass er Angst um seine Familie habe. «Sie haben das Internet abgeschaltet», so der junge Mann.

Hoffnung ist das, was uns auf die Strasse treibt.
Autor: Nick Demonstrant

Die Demonstrantinnen und Demonstranten hoffen auf ein rasches Ende des Regimes im Iran. «Die Hoffnung ist das, was uns auf die Strasse treibt», sagt Nick, der ebenfalls an der Kundgebung teilgenommen hat.

Reza Pahlavi als Heilsbringer

Der älteste Sohn des gestürzten Schahs von Persien, Kronprinz Reza Pahlavi, ist bei der Kundgebung allgegenwärtig.

Kronprinz Reza Pahlavi

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Reza Pahlavi wurde am 31. Oktober 1960 als Sohn von Schah Mohammad Reza Pahlavi geboren.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1980 verkündete der königliche Hof im Exil, dass Reza Pahlavi die Rolle des Schahs übernehmen würde. In den Jahrzehnten seines Exils versuchte er – auch mit Unterstützung der USA – Einfluss auf die iranische Politik zu nehmen.

Pahlavi hat wiederholt betont, dass er nicht zwingend die Wiedereinsetzung einer Monarchie anstrebe. Vielmehr sei es sein Ziel, das herrschende Regime zu stürzen und die Menschen in einer freien Abstimmung über ihre Zukunft entscheiden zu lassen.

Mehr zu Reza Pahlavi und seiner Rolle in den aktuellen Protesten: hier.

Auf Flaggen wird der Sohn des gestürzten Herrschers zum Heilsbringer erhoben, denn er soll den Iran in eine demokratische Zukunft führen.

Das ist schon unverschämt für uns alle, diese Schutzmassnahme zu sehen.
Autor: Behnaz Götz Teil des Vereins «Freeiran.ch»

Behnaz Götz ist Teil des Vereins «Freeiran.ch» und sie ist wütend, auch auf die Schweiz, welche die Botschaft des Staates mit Absperrungen, Polizei und Stacheldraht schütze.

Sie verspüre Wut, weil die Schweiz mit dem Regime spreche und verhandle, dem Gottesstaat Schutz biete und dieser dadurch Lebenszeit gewinne. «Das ist schon unverschämt für uns alle, diese Schutzmassnahme zu sehen», sagt Götz.

Demonstrierende halten Schilder für Reza Pahlavi hoch.
Legende: Aus dem Exil ruft Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, in einer Reihe von Beiträgen auf X zum Sturz des islamischen Regimes auf. SRF

Götz erklärt, dass sie seit Tagen versuche, mit ihren Verwandten und Freunden zu sprechen, und dass das iranische Regime Telefongespräche von einer Minute zulasse. «Seid ihr am Leben? Seid ihr noch da? Und das war es schon», so beschreibt Behnaz Götz die Gespräche.

Sie wisse nicht, wer tot sei, sagt Götz, sie wisse nur, das Regime müsse weg.

Echo der Zeit, 17.01.2026, 18 Uhr ; 

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