Zum Inhalt springen

Header

Audio
Börsenäquivalenz auf der Kippe
Aus HeuteMorgen vom 18.06.2019.
abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Inhalt

Rahmenabkommen mit der EU Showdown um Anerkennung der Schweizer Börse

Heute Dienstag berät die EU-Kommission, ob die «Börsenäquivalenz» verlängert wird. Kommt es zum diplomatischen Eklat?

Die EU-Kommission befasst sich heute mit der Schweiz. Im Raum steht die Frage, ob der Schweizer Börsenplatz weiterhin als gleichwertig anerkannt, also die «Börsenäquivalenz» noch einmal verlängert wird.

Als Bedingung dafür nannte die EU «genügend Fortschritte» beim Rahmenabkommen. Allerdings will die Schweiz nach wie vor Nachbesserungen bei diesem Vertrag.

Die Börsenanerkennung ist ein Druckmittel der EU, um die Schweiz zu Zugeständnissen beim Rahmenabkommen zu bewegen. Ohne diese Anerkennung könnten EU-Investoren ihre Aktien nicht mehr in der Schweiz handeln, im Gegenzug würde die Schweiz – so hat es der Bundesrat beschlossen – dem Handel von Schweizer Papieren in der EU einen Riegel schieben.

FDP-Nationalrat malt schwarz

Das wäre eine diplomatische Eskalation zwischen der Schweiz und Brüssel – eine Eskalation, die sich FDP-Nationalrat Hanspeter Portmann aber vorstellen kann.

Portmann ist Präsident der EU-Delegation des Parlaments und selber in der Finanzbranche tätig. Er sagt, viele in der EU verlören langsam die Geduld: «Man findet, man sei der Schweiz bis jetzt schon viel zu sehr entgegengekommen. Und viele meinen: Lasst es doch bleiben, dann habt ihr mit uns keinen Marktzugang mehr. Dann müsst ihr eben früher oder später in die EU gekommen.» Vor allem neue EU-Länder würden diese Strategie verfolgen.

Trotz Gegenmassnahmen würde der Schweizer Finanzplatz Schaden nehmen, ist Portmann überzeugt. Den Schweizer Aktien drohe ein Kurszerfall.

Gewerkschafter hält den Ball flach

Travail-Suisse-Gewerkschafter und SP-Nationalrat Adrian Wüthrich beurteilt die Situation ganz anders. Man müsse sich die nötige Zeit nehmen, um in der Schweiz und dann mit der EU die strittigen Punkte beim Rahmenabkommen zu klären.

Die Schweiz habe im letzten halben Jahr viel guten Willen gezeigt. Wüthrich sagt darum, die EU habe genügend Hinweise, dass die Schweiz das Rahmenabkommen weiter diskutieren wolle. «Diese Grundlage ist genug gross, um uns die Börsenäquivalenz zu gewähren.»

Gewerkschafter Wüthrich geht davon aus, dass die Börsenanerkennung nochmals bis Ende Oktober verlängert wird – solange wie die EU-Kommission unter Jean-Claude Juncker im Amt ist.

Entscheid vor Ende Woche möglich

Fest steht, dass die 28-EU-Kommissare das Thema am Vormittag erörtern und dann am Mittag darüber informieren. Eine Kommissionsprecherin sagte aber, ein definitiver Entscheid sei noch nicht zu erwarten, er könnte aber noch vor Ende Woche bekannt werden.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

29 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Andy Schmid  (andy)
    Wer mit Druckmittel operiert ist sehr nahe an einer Kriegserklärung. Das war niemals die Idee von Churchill's Rede zu Europa in Zürich und auch niemals die Grundlage von EWG. Und Börsenäquivalenz oder nicht hat schon gar nichts mit sinkenden Aktienkursen zu tun. Nur Investoren bestimmen mit Nachfrage oder Nicht-Nachfrage wohin sich Aktienkurse bewegen - diese beachten dabei Erfolgsaussichten der Unternehmen, Dividende und mögliches Wachstum. Der Handelsplatz ist Nebensache.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Die CH Boerse, Zuerich zB existiert seit ??? 1873.. Kleine Frage, braucht es da noch irgend Jemand um diese Institution anzuerkennen.. Macht sich da die CH nicht zum Globi.. nur so eine Frage.. um ueberhaupt nur ueber eine Verhandlung nachzudenken???
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beat R. von Wartburg  (Beat R. von Wartburg)
    Wenn man in Betracht zieht was Herr Portmann in der Vergangenheit so alles von sich gegeben hat, dann wirkt sein Beitrag nicht sehr überzeugend. Der Mann schadet seiner eigenen Partei.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen