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Beim Wandern überschätzen sich viele
Aus HeuteMorgen vom 10.03.2021.
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SAC-Statistik 2020 gab es so viele Wanderunfälle wie noch nie

Wegen der Reiseeinschränkungen wichen 2020 viele in die Alpen aus. Das sorgte für deutlich mehr Bergunfälle.

Die Corona-Pandemie hat letztes Jahr die Bergrettungsdienste zusätzlich gefordert. 2020 gerieten 3471 Personen in den Alpen in eine Notlage und mussten geborgen werden. Das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wir gehen davon aus, dass sehr viel mehr Leute in den Bergen unterwegs gewesen sind als in normalen Jahren.
Autor: Bruno HaslerBereichsleiter Sicherheit Schweizer Alpenclub

Die Notfälle kosteten insgesamt 180 Menschenleben, wie Zahlen des Schweizer Alpenclubs (SAC) belegen. 21 Personen kamen bei Sportarten wie Delta- und Gleitschirmfliegen, beim Base-Jumping oder bei Mountainbike-Touren ums Leben.

Grosser Andrang auf einem Wandersträsschen in frühlingshafter Landschaft
Legende: Wegen der Reisebeschränkungen waren 2020 deutlich mehr Personen in der Schweiz unterwegs, etwa hier beim Schwarzsee. Keystone

Für Bruno Hasler vom SAC hängt die Zunahme an Notfällen in den Bergen eindeutig mit der Pandemie zusammen: «Wir gehen davon aus, dass sehr viel mehr Leute in den Bergen unterwegs gewesen sind als in normalen Jahren.»

Mit den Lockerungen stiegen die Notfälle

Betrachtet man den Jahresverlauf der Notfälle, sind die Konsequenzen der Einschränkungen deutlich sichtbar: Während des ersten Shutdowns im Frühjahr gab es weit weniger Unfälle als im Vorjahr. Mit den Lockerungen ab Mitte Mai stieg danach auch die Anzahl Notfälle.

Ein Paar vor hochalpinem Sommerpanorama (Aufstieg auf den Piz Dolf)
Legende: Hochalpine Wanderungen wie etwa ein Aufstieg auf den Piz Dolf (3028 Meter über Meer) sollten nur bei guter Vorbereitung und Kondition unternommen werden. Keystone

Nicht nur Kletterer und Skitourengänger gerieten 2020 vermehrt in Not. Auch die Anzahl an Personen, die beim Wandern in Gefahr gerieten, nahm um 20 Prozent zu.

Viele Leute sind beim Wandern schnell überfordert, weil sie zu wenig Kenntnisse haben.
Autor: Bruno HaslerBereichsleiter Sicherheit Schweizer Alpenclub

Gerade beim Bergwandern würden sich besonders viele überschätzen, weiss Hasler: «Turn- oder Wanderschuhe hat jeder zu Hause. Sobald man Lust hat, kann man herausgehen und wandern. Dann ist man schnell überfordert, stolpert oder kommt in eine Notlage, weil man zu wenig Kenntnisse hat.»

Vereiste Wege sind besonders gefährlich

Vor allem im Frühling und Frühsommer sowie im Herbst habe sich laut SAC gezeigt, dass auch einfache Bergwanderwege gefährlich werden, wenn schattige Wegabschnitte schneebedeckt oder vereist sind. 2020 gab es auf solchen Wegabschnitten besonders viele Unfälle, davon sechs tödliche.

Der SAC empfiehlt, Wander- und Skitouren sorgfältig zu planen und sich ausführlich über die Verhältnisse vor Ort zu informieren.

Heute Morgen, 10.03.2021, 07:00 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Vielleicht sollten die Berggemeinden mal wander- oder skifreie Sonntage beschliessen...
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Natürlich ist es immer schlimm,wenn schwere Unfälle passieren.Aber ich habe den Eindruck, dass immer mehr Leute den Natur- und damit Berggebenheiten entfremden. Die Digitalisierung gaukelt uns vor, dass alles zu haben ist, dass wir digital alles im Ueberblick haben. Aber ein "Bergfix"-App genügt bei weitem nicht, um sich schlau zu machen bezüglich einer Bergwanderung. Die Natur ist schön, stark,gross, aber auch unerbittlich - inkl. Schwerkraft. Bestimmte Nachlässigkeiten werden nicht verziehen.
    1. Antwort von Norbert Zeiner  (ZeN)
      Die "Digitalisierungskrankheit", hat nicht nur Freizeitsport erfasst, sondern fast ganzes Leben. So Manchem fällt die Unterscheidung zwischen Realität und Vorgespielter auf Computer/Mobilephone schwer, beginnt bei PC Spielen, Sport, Verkehr, Technik bis zu Wissenschaften und Politik. Klimawandel und -Politik seien da nur als Beispiel genannt. Computer Realität schürt Erwartungen, wenn die nicht eintreten, grosse Enttäuschung, Schild ist dann sicher nicht Computer, sondern alle anderen.
    2. Antwort von Marc Blaser  (PrCh)
      @uvk, sehe ich genau so. Als man letzten Sommer aufgrund der Pandemie nicht gross verreisen konnte, haben sich bestimmt viele beim Wandern versucht, welche sonst eher am Meer liegen. Und prompt unterschätzt man die felsigen Schweizer Berge etc. weil man schon Jahre nicht mehr richtig wandern war.
  • Kommentar von Heinz Hugentobler  (hevrins)
    Wen wundert's? ich war und bin auch viel unterwegs, aber als "geübter" Wanderer, dies seit Jahren. Aber eben, wenn Leute mit ihren "lackierten Lieblingen" weit in die Wanderregionen fahren, ohne geringste Vorbereitung zu einer Genuss-Wanderung, dann eben kann es passieren, Unfälle mit Folgen. Andererseits freue ich mich, dass vermehrt Leute das Wandern entdecken, die Schönheiten unserer malerischen Landschaften geniessen wollen. Gute Vorbereitung ist jedoch das A + O. Viel Vergnügen.