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Vor den grossen Lockerungen Experte: Keine Herdenimmunität in Sicht

  • Die Schweiz wird diesen Sommer keine Herdenimmunität gegen das Coronavirus erreichen.
  • Das glaubt der Freiburger Epidemiologe Arnaud Chiolero.
  • Das Virus sei in der Bevölkerung aufgrund der Hygienemassnahmen nur wenig verbreitet.

Nur rund 10 Prozent der Genfer Bevölkerung war bisher Covid-19 ausgesetzt, wie die am Freitag veröffentlichten Ergebnisse der ersten Phase der Corona-Immunitas-Studie ergab. «Diese Rate ist niedrig», aber sie steht «im Einklang mit anderen Studien, die auf der ganzen Welt durchgeführt wurden», sagt Chiolero in einem Interview mit der Zeitung «La Liberté».

Der Forscher wird die Freiburger Sektion der Studie Corona Immunitas leiten, die von der Schweizerischen Hochschule für Gesundheit (SSPH+) lanciert wurde. «Es ist sicherlich ein Zeichen dafür, dass die Massnahmen des Social Distancing gewirkt haben», sagt er weiter. Man gehe aber davon aus, dass die Rate nicht genüge, um ein Wiederaufflammen der Epidemie zu verhindern.

So wird laut Chiolero im Sommer wahrscheinlich keine Herdenimmunität erreicht. Dafür müssten 50 bis 60 Prozent der Bevölkerung dem Virus bereits ausgesetzt gewesen sein. Ebenfalls müsse sie Antikörper gegen eine Infektion entwickelt haben.

Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass das Virus wieder ausbrechen kann, wie wir in einigen Ländern sehen können, die die Einschränkungen bereits gelockert haben.
Autor: Arnaud ChioleroEpidemiologe

Der Professor für öffentliche Gesundheit an der Universität Freiburg ruft zur Vorsicht auf, was die Vorhersagen betrifft. Alle Anzeichen deuteten jedoch darauf hin, dass «das Virus wieder ausbrechen kann, wie wir in einigen Ländern sehen können, die die Einschränkungen bereits gelockert haben».

Tests bei 25'000 Personen vorgesehen

Nach der ersten Phase der Corona-Immunitas-Studie, die im April in Genf gestartet war, soll Ende Mai eine zweite Phase beginnen, gefolgt von einer dritten Phase im Oktober. Ziel ist es, das Vorhandensein von Immunglobulinen (Ig) im Blut von Hunderten von Personen (insgesamt 25'000 in der Schweiz) zu messen, insbesondere IgG, «diese Antikörper, die die Marker einer alten Infektion sind», so Chiolero.

Es ist wahrscheinlich, dass das Immunsystem, nachdem es dem Virus ausgesetzt war, einen gewissen Schutz bietet.
Autor: Arnaud ChioleroEpidemiologe

Offen bleibe die Frage, ob die Tatsache, mit Covid-19 kontaminiert gewesen zu sein, einen Menschen dauerhaft immun gegen das Virus mache. Es sei wahrscheinlich, dass das Immunsystem, nachdem es dem Virus ausgesetzt war, einen gewissen Schutz biete. Aber Grad und Dauer dieses Schutzes seien ungewiss, sagte Chiolero weiter.

Studien zu diesem Thema sind im Gange, insbesondere an der Universität Lausanne, die auch an der Corona-Immunitas-Studie beteiligt ist.

Am Freitag war bekannt worden, dass sich im Kanton Genf zehnmal mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben könnten, als die Zahl der bestätigten Fälle vermuten lässt. Wie eine noch unpublizierte Studie der Universitätskliniken Genf zeigt, erkrankten bis Ende April zehn Prozent der Bevölkerung an der Lungenkrankheit Covid-19.

Quelle: SZ Unterschiede von Covid-19, Erkältung und GrippeFieberhäufigwenigmanchmalseltenCovid-19** trockener Husten** bei Kindern***ErkältungGrippeMüdigkeitHustenNiesenGliederschmerzenSchnupfenHalsschmerzenDurchfallKopfschmerzenKurzatmigkeit

10vor10, 08.05.2020, 21.50 Uhr;

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104 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Hofer  (yes4ever)
    Einschränkungen in einer Demokratie ist nicht vergleichbar mit jenen in einer Diktatur. Nur Demokratie setzt intelligentes Verhalten des Einzelnen voraus. Bei allem Respekt, dieses Verhalten ist in unserer Demokratie nicht flächendeckend gegeben. Also, wie weiter? Liebe Schweizer, liebe Europäer, versucht euch intelligent zu Verhalten (ABSTAND HALTEN), dann sind Grenzschliessungen kein Thema....das ist der Schritt der uns weiter führt. In diesem Sinne: "think positiv, be smart, stay healthy".
  • Kommentar von Stefan Wundrig  (StW)
    Die Weltwirtschaft können wir als Einwohner der Schweiz nicht massgeblich beeinflussen. Die KMU und lokalen Geschäfte jedoch schon. Wenn wir nach Öffnung der Grenzen wieder in Scharen im Ausland einkaufen, entziehen wir genau dieser für uns wichtigen Struktur 8 Milliarden pro Jahr. Wer hier nicht in Zusammenhängen denkt, hat die heutige Welt nicht verstanden. Nicht reden. Denken und handeln. Sobald die ersten positiven Meldungen kommen, haben wir es geschafft.
  • Kommentar von Stefan Wundrig  (StW)
    Wer glaubt, dass die Schweiz ohne Lockdown wirtschaftlich keinerlei Einbussen hätte, träumt. Je mehr wir davon reden, dass die Wirtschaft den Bach runter geht, je mehr wird sie es tun. Einzig eine Investitions-Offensive von uns allen könnte das ändern. Wir haben genau darum nicht gespart, sondern Aufträge am Haus vergeben, die eigentlich erst für das nächste Jahr geplant waren. Also diskutiert weiter und tut nichts, das wird garantiert helfen. Unsere Wirtschaft = unsere psychologische Verfassung