Der Korridor: Einer der wichtigsten Wildtierkorridore der Schweiz führt in Süd-Nord-Richtung durch den Kanton Aargau und weiter bis nach Deutschland. Heute ist dieser Korridor unterbrochen, durch die Autobahn A3 und durch den Rhein. So ist eine gesunde Entwicklung der Wildtierpopulationen gefährdet. Die Wildtierüberführung über die A3 ist im Bau, nun will der Kanton Aargau auch beim Rhein handeln.
Die Wildtiere: Rothirsche, Wildschweine, Rehe, aber auch der Luchs seien gute Schwimmer, sagt Sabin Nater von der Abteilung Landschaft und Gewässer beim Kanton Aargau. Für sie sei die Überquerung eines grossen Flusses kein Problem. Aber auch Fuchs und Dachs sollen in Zukunft einfacher über den Rhein kommen.
Das Hindernis: Zwischen den Aargauer Gemeinden Möhlin und Wallbach ist der Rhein tief und 230 Meter breit. Aber nicht der Fluss ist das Problem, sondern das Ufer. Sabin Nater: «Das Wild kann bei natürlichen Ufern sehr gut ein- und aussteigen. Wenn es aber senkrecht ist, dann kann das ein unüberwindbares Hindernis werden.» Gerade wenn das Ufer mehrere Meter hoch ist, können die Tiere nicht aus dem Fluss steigen und ertrinken.
Die Massnahmen: Auf einer Strecke von 1.3 Kilometern soll das Ufer des Rheins nun flacher werden. Dabei wird nicht einfach das Erdreich mit dem Bagger abgetragen, es brauche eine Befestigung, damit der Fluss das Ufer nicht wieder wegschwemme, sagt Sabin Nater vom Aargauer Umweltdepartement. Das Ufer werde abgeflacht und mit Wurzelstöcken oder Holz vor Ort auf eine natürliche Weise befestigt.
Der Ablauf: Das Bauprojekt für die Uferabflachung liegt nun für vier Wochen öffentlich auf, danach sollen die Bauarbeiten am Rhein beginnen. Die Wildtierüberführung über die Autobahn A3 ist weiter fortgeschritten, bereits im August soll diese eingeweiht und der Weg für die Wildtiere frei werden.