Es sind besondere Bedingungen bei dieser Eishockey-Weltmeisterschaft: In der Schweiz ist es regelmässig über 30 Grad heiss rund um die Stadien. Das war auch beim Sieg der Schweiz gegen Schweden mit 3:1 im Viertelfinal der Fall. Simon Eschle von SRF Meteo erklärt, wie Eishockey bei solchen Temperaturen möglich ist.
Wieso schmilzt das Eis nicht einfach unter den Schlittschuhen weg?
Ein ausgeklügeltes Kühlsystem ist nötig, denn wir haben ganz unterschiedliche Temperaturen innerhalb des Stadions. Beginnen wir unten: Das Eis hat etwa eine Temperatur von minus 6 Grad. Wäre die Temperatur tiefer, wäre das Eis zu hart, wäre die Temperatur höher, wäre das Eis zu weich. Wenn wir in die Höhe gehen zu den Spielerbänken, da sind wir bei rund 15 Grad. Weiter oben bei den Zuschauerrängen sind es sogar rund 20 Grad. Wir haben da sehr grosse Temperaturunterschiede auf kurzem, kleinem Raum. Entsprechend muss man wirklich ein gut durchdachtes Kühlungssystem haben und mit Lüftungen arbeiten, damit diese Temperaturen mehr oder weniger nicht verändert werden während des Spiels.
Welche weiteren Faktoren müssen Eisspezialisten beachten?
Die Feuchtigkeit ist enorm wichtig, denn die Luft muss trocken sein. Wenn die Luft feucht ist, gibt es Komplikationen. Es kann sich etwa auf der Eisfläche Reif bilden. Dann haben wir kleine Eiskristalle und das beeinträchtigt wiederum das Eishockeyspiel. Aber es kann sich auch bei den Zuschauerrängen an der Wand und an Pfosten Tropfen bilden, wenn die Luft feucht ist. «The worst case» wäre, wenn sich die kalte und warme Luft anmischen würde und sie wäre noch feucht. Dann kann sich auch ein kleiner Nebel bilden. Das will man bei einem Eishockeyspiel definitiv nicht sehen.
Wie wirkt sich aus, dass es draussen so viel wärmer ist als drinnen?
Wärmere Luft kann grundsätzlich mehr Wasser aufnehmen. Das heisst, wir haben mehr Feuchtigkeit. Diese Luft von draussen gelangt in irgendeiner Art und Weise ins Stadion. Zudem darf man auch nicht vergessen, mehrere tausende Menschen sind live in diesem Stadion drin. Und alle diese Menschen bringen natürlich selbst wieder die Körperwärme und auch Feuchtigkeit mit. Damit das nicht aus dem Ruder läuft, muss man dann sehr stark regulieren.