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Coronavirus: Vielen Altersheimen fehlt Schutzmaterial
Aus 10 vor 10 vom 07.04.2020.
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Zahlreiche infizierte Bewohner In Alters- und Pflegeheimen fehlt es an Schutzmaterial

Trotz Besuchsverbot verbreitet sich das Coronavirus auch in Alters- und Pflegeheimen – vor allem in der Westschweiz.

Wie ist die Lage in den Schweizer Alters- und Pflegeheimen?
Sie ist vielerorts ernst. Im Kanton Genf sei fast jede zweite Einrichtung betroffen, schreibt der «Tagesanzeiger». Das liegt auch daran, dass Bewohnerinnen und Bewohner oft gebrechlich und schwach sind und damit anfällig auf das Virus. Es gibt Hotspots – sprich Heime, in denen sehr viele Bewohner infiziert sind. Neben Genf gibt es auch im Kanton Neuenburg solche. Und in einem Heim im Berner Jura haben sich fast alle Bewohner angesteckt. Die Westschweiz scheint bisher also stärker betroffen zu sein. Genaue Zahlen gibt es aber nicht.

Was sind die grössten Schwierigkeiten für diese Heime?

Das Hauptproblem ist, dass es lange zu wenig Schutzmaterial gab. Es wurde nicht überall entsprechend vorgesorgt, und Schutzmasken wurden erst sehr spät verteilt. In einem Heim in Freiburg beispielsweise haben die Pflegenden nur jeweils eine Maske erhalten, die sie am Abend waschen und am nächsten Tag wieder anziehen sollten. Das entspricht nicht den Vorgaben, denn solche Masken sind eigentlich Einwegmasken. Auch die Schutzanzüge sind an vielen Orten knapp. Ein weiteres Problem ist die Isolation: In kleineren Heimen ist diese nur schwer möglich. Aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner ist zudem einschneidend, dass ihre Angehörigen sie nicht besuchen dürfen.

Welche Rolle spielt der Verband der Alters- und Pflegeheime?
Der Verband Curaviva versucht, zu koordinieren. Wenn an einem Ort zu wenig Schutzmaterial vorhanden ist oder es in einem anderen Heim in der Nähe vielleicht genügend oder sogar zu viel hat, kann man es austauschen. Letztlich ist aber der Verband nur eine Koordinationsstelle. Die Kantone sind für die Heime zuständig, und wie im Schulbereich führt auch hier der Föderalismus dazu, dass jeder Kanton das Problem auf seine Weise angeht.

Stellt Curaviva konkrete Forderungen an die Kantone?
Die Hauptforderung ist, dass eine bessere Versorgung mit Schutzmaterial gewährleistet wird. Auch die Pflegenden fordern dies, denn sie haben Angst davor, sich selber anzustecken oder das Virus nach Hause zu tragen und ihre Familien anzustecken. Am Dienstag sagten Vertreter des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), man nehme das Problem ernst. In der Krise lag der Fokus bisher stark auf den Spitälern. Alters- und Pflegeheime sind weniger beachtet worden.

SRF 4 News, 08.04.2020, 09:50 Uhr;

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Herrmann  (#maskeauf)
    Es treibt einem die Tränen in die Augen - vor Trauer um die Toten, vor Hilflosigkeit bei den Sterbenden und vor Zorn gegenüber denen, die den Karren so in den Dreck gefahren haben.
  • Kommentar von David Adair  (Daaf)
    Die meiste Antwort die höre und lese auf fragen: "Wir nehmen das Problem ernst"...Die zweit meiste Antwort lautet: "Wir nehmen das Problem sehr ernst"
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    "Schutzmaterial-Mangel"? Ausgerechnet in Alters-und Pflegeheimen, wo sich die Menschen befinden, welche akut gefährdet sind....? Das ist allerdings ein grober Überlegungs- und Organisationsfehler.