Zum Inhalt springen

Header

Audio
Lieferengpässe bei den Impfstoffen: Die Gründe
Aus HeuteMorgen vom 23.04.2021.
abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Inhalt

Zu wenig Impfungen Lieferengpässe bei den Impfstoffen: Die Gründe

Die Lieferungen der Vakzine verzögern sich weiter. Dabei harzt es nicht bei der Produktion, sondern der Zulieferung.

Moderna hat Lieferschwierigkeiten. Der Pharmakonzern kann die Impfdosen, die er der Schweiz zugesichert hat, nicht in vollem Umfang pünktlich liefern. An einer Medienkonferenz vom Dienstag konnte das BAG dafür keine schlüssige Erklärung vorbringen. Auch die Hersteller blieben in ihren Aussagen bisher vage.

Der wichtigste Flaschenhals liegt beim Zuliefersystem.
Autor: Michael NawrathBranchenanalyst

Grund genug, sich bei einem Fachmann umzuhören. Branchenanalyst Michael Nawrath ist sich sicher: Das Problem sind nicht die Endhersteller. «Der wichtigste Flaschenhals bei der Produktion liegt nicht bei Problemen in der Produktion selbst, sondern beim Zuliefersystem.»

Video
Lieferverzögerungen beim Moderna-Impfstoff
Aus 10 vor 10 vom 20.04.2021.
abspielen

Nawrath spricht damit das Rohmaterial an, das für Impfstoffe der neuen mRNA-Technologie benötigt wird, wie sie etwa von Moderna und Pfizer in der Schweiz eingesetzt werden. Bei zwei Grundstoffen gebe es derzeit Engpässe. Dies, obwohl die Herstellung keine Hexerei sei. Sie könnten grundsätzlich in jedem Universitätslabor hergestellt werden.

Das Problem liegt bei der Masse

Den Grund für die aktuellen Lieferengpässe in In- und Ausland sieht Nawrath deshalb an anderer Stelle: «Es ist die schiere Masse. Für dieses Jahr sind Milliarden von Dosierungen versprochen worden.» Die Produktion dieser an sich einfachen Rohstoffe weltweit rechtzeitig in den benötigten Volumen aus dem Boden zu stampfen, sei ein Problem.

Die Zulieferer haben den Endherstellern Rohmaterial versprochen, das sie nicht rechtzeitig liefern konnten.
Autor: Matthias NawrathBranchenanalyst

Haben die Pharmakonzerne also ihre Impfdosen zu euphorisch an zig Länder verkauft und dabei zu viel versprochen? Nawrath ist skeptisch. Viel eher könne er sich vorstellen, «dass die Zulieferer den Endherstellern versprochen haben, dass sie das Rohmaterial liefern werden. Das konnten sie dann aber nicht einhalten.»

Immer mehr Hersteller steigen ins Geschäft ein

Immerhin gibt es einen Silberstreifen am Horizont. Weil bei Covid-Impfstoffen ein grosser Markt lockt, steigen mehr und mehr Hersteller solcher Grundstoffe in das Geschäft ein. Das Ganze müsse sich noch einspielen, so der Experte. Danach dürften die Lieferengpässe überstanden sein.

Video
BAG-Vizedirektorin Nora Kronig zum Impfstoff-Engpass
Aus 10 vor 10 vom 20.04.2021.
abspielen

HeuteMorgen, 21.04.2020, 06:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

46 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Katharina Bleuer  (Blk)
    Ich bin voller Bewunderung, in welch kurzer Zeit hier irrsinnige Mengen von etwas produziert werden - unter Reinraumbedingungen!!! - das noch vor einem Jahr überhaupt noch nicht existierte.
    Leute, das grenzt schon an Magie! Wunder dauern etwas länger.
    1. Antwort von Daniela Langenauer  (Daniela L.)
      Ja, sie haben ganz Recht. Es ist super wie schnell die Impfstoffe entwickelt wurden, wie sicher sie nun sind (nach weit 100 mio. Impfungen) und wie gut sie auch noch wirken.

      Auch schön wie zum Teils ich die versch. Unternehmen gegenseitig unter die Arme greifen - klar es hat genügend Abnehmer - aber trotzdem Kooperation ist angesagt.

      Ich finde auch BAG machte super Job beim Einkauf der Impfstoffe. Situation ist schwierig, aber sie machten es so gut es eben geht und bleiben dran.
  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Die Gründe: Fehlplanung beim BAG
    Jedes private Unternehmen sichert sich ab vor existentiellen Lieferengpässen, dennLieferanten, die dann nicht liefern gibt es immer.
    1. Antwort von Daniela Langenauer  (Daniela L.)
      Die Liferanten des BAG sind die Hersteller der IMpfstoffe. BAG hat Bestellungen gestreut und nach Zulassung dann noch versucht nach zu kaufen, war dann aber natürlich nicht der einzige Interessent.

      Bei Covid-Impfstoffen sind sicher nicht die gleichen Mechanismen im Spiel wie sonst. Für diese riesen Krise läuft es erfreulich gut. Wir müssen nur hier mehr machen und nicht die Menschen zu Tode planen. Das machen Kantone leider.
    2. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Herr Frei, jedes private Unternehmen erhält das was auf dem Markt geliefert werden kann und nicht mehr. Diese Anspruchshaltung scheint in der heutigen Zeit normal zu sein. Alles jetzt und sofort, am liebsten schon bevor überhaupt bestellt wurde.
    3. Antwort von Georg Fischer  (SGF)
      @Frei:Natürlich Herr Frei und wenn die Lieferung Ihr bestelltes Auto plötzlich eine Verschiebung von 3-4 Monaten erfährt ist das natürlich absolut i.O. Wenn etwas in rauen Mengen auf dem Markt jederzeit verfügbar,was bei diesem Impfstoff nicht der Fall ist,können Sie sich absichern sofern Sie Interesse an hohen Lagerbeständen haben welche Geld kosten. Ihr Wissen über globalisierte Lieferketten scheint eher m/m zu sein.
    4. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Ich erinnere mich an die Lieferverzögerungen bei Tesla Autos, insbesondere dem Model 3. Das war gemäss hr. Frei also kein privates Unternehmen?
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Die Darstellung des BAG, dass die Schwierigkeiten vorhersehbar waren, ist sicher richtig. Wenn dem aber so ist, ist es nur schwer verständlich, dass dagegen offenbar ganz bewusst nichts unternommen wurde. Hätte man vor knapp einem Jahr mehr Impfstoffdosen bestellt, wäre natürlich die heutige Liefermenge grösser. Da ja betont wird, dass man wusste, dass es zu Schwierigkeiten kommen würde, ist daher im Bezug auf die Liefermengen von einer Fehlentscheidung zu sprechen - seitens BAG!
    1. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Man stelle sich vor, die Schweiz hätte vor einem Jahr auf gut Glück verbindlich Unmengen eines sich noch in der Entwicklung befindenden Impfstoffes bestellt...

      ... stimmt, das hat sie ja getan! Und das Geschrei war laut!!!
    2. Antwort von Daniela Langenauer  (Daniela L.)
      Ja Blk: Das Geschrei war riesig. Selbst als im Januar nochmals dazu gekauft wurde. Viel zu viel !!!! Nur wollen die, die damals geschrieen haben, das heute nicht mehr zugeben.

      BAG macht gute Arbeit und Frau Kronig stellt sich Kritik und versucht zu erklären. mal wird kritisiert zu viel, dann wieder zu wenig, dann zuviele Lieferanten etc.und trotzdem wirft sie den Bettel nicht hin - hoffentlich belastet das ganze ihre Schwangerschaft nicht. Ich finde: einfach top Arbeit. DANKE !
    3. Antwort von Georg Fischer  (SGF)
      @Lang:Hätte.....UK hat es gemaht, die Amerikaner ebenfalls,enorme Summen in etwas investiert ohne abschliessende Studien abzuwarten.UK hat (AZ)Produktionsbetriebe mit Mionen subventioniert und auch noch gleich von der Produktehaftung befreit.Hätte die Schweiz das Gleiche getan und wäre der Schuss hinten raus was glauben Sie was hier politisch abgegangen wäre. Fünfer / Weggli gibt es nicht.Restrisiken gibt es immer und überall.