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Chinas Wirtschaft wächst an der Krise
Aus SRF 4 News aktuell vom 19.01.2021.
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Chinas Wirtschaft als Gewinner Wirtschaftsmacht China ist wieder auf Wachstumskurs

Auf den ersten Blick klingen 2.3 Prozent Wachstum für China nach nicht besonders viel. Und in der Tat handelt sich laut offiziellen Angaben um das tiefste Wachstum seit über vier Jahrzehnten – 2019 etwa war Chinas Wirtschaft noch um 6.1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen.

Nur: 2020 war ein ausserordentliches Jahr. Zu Beginn der Krise vor einem Jahr wurde die chinesische Wirtschaft besonders hart getroffen. Geschäfte, Büros, Fabriken waren geschlossen, ganze Städte und Provinzen von der Aussenwelt abgeschnitten.

Exporte aus China haben zugenommen

Bereits im Frühling war die Krise in den meisten Regionen aber überstanden – mit vereinzelten lokalen Ausbrüchen, die von den Behörden aber rigoros eingedämmt wurden. Die Chinesinnen und Chinesen gingen wieder aus, Bars und Restaurants etwa waren voller Menschen, meistens ohne Masken oder Social Distancing.

Auch beim Export konnte China für letztes Jahr gute Zahlen vorlegen. Trotz der Viruskrise stiegen die Ausfuhren in US-Dollar gerechnet um 3.6 Prozent. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass während der Krise Produkte aus China gefragt sind, etwa Schutzmasken oder auch Bildschirme fürs Arbeiten von zu Hause aus.

In den vergangenen Monaten ist Chinas Wirtschaft weitergewachsen. Im dritten Quartal 2020 waren es fast fünf Prozent Wachstum und im vierten und letzten Quartal gar 6.5 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Chinesen sparen beim Konsum

Die rasche wirtschaftliche Erholung hat vor allem mit einer höheren Industrieproduktion zu tun, die staatlich unterstützt wird. Nicht so rosig sehen die Zahlen dagegen beim Konsum aus. Die chinesische Regierung versucht schon seit längerem diesen anzukurbeln – mit mässigem Erfolg. Seit der Viruskrise sind viele Chinesinnen und Chinesen erst recht zurückhaltend, wenn es darum geht, Geld auszugeben.

Zurücklehnen können sich die chinesischen Behörden ohnehin noch nicht. So gab es gerade mehrere hundert Covid-Fälle in der nordchinesischen Provinz Hebei bei Peking. Über die kommenden Ferien zum chinesischen Neujahrsfest dürften deshalb viele Chinesinnen und Chinesen auf Reisen verzichten und die Ferienzeit in der eigenen Stadt oder Provinz verbringen.

Martin Aldrovandi

Martin Aldrovandi

Nordostasien-Korrespondent, SRF

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Martin Aldrovandi ist seit 2016 Korrespondent für Radio SRF in Nordostasien mit Sitz in Schanghai. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang als freier Journalist aus dem chinesischsprachigen Raum berichtet.

Video
Aus dem Archiv: Handelsabkommen zwischen China und der EU
Aus Tagesschau vom 14.09.2020.
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SRF 4 News, 18.01.2021, 10:15 Uhr

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    China ist innovativ. Das macht den Unterschied. Heute bekriegt man sich mit Informationen und der virtuellen Welt - da hat Europa, insb. die Schweiz, die Entwicklungen ziemlich massiv verschlafen. Wohlstandsfaulheit, könnte man sagen, aber so böse bin ich nun wieder nicht.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Viele Chinesinnen und Chinesen sind im Konsumverhalten seit Corona erst recht zurückhaltend, wenn es darum geht, Geld auszugeben. Wir sollten auch weniger von China importieren bzw. anfangen uns wenig von China abhängig zu machen. Der wachsenden politischen Einfluss aus Fernost nimmt immer mehr zu, das ist gefährlich. Mehr in der Schweiz produzieren, eigene KMU's fördern. China ist ein Unrechtstaat und sollte nicht mit Handel belohnt werden. Menschenrechtsverletzungen werden so akzeptiert.
    1. Antwort von Enzo Brack  (Kritischer Denker)
      Absolut. Gleichzeitig tötet man die eigene Wirtschaft über kurz oder lang, da wir mit unseren menschlichen Arbeitsbedingungen nicht konkurrenzfähig sind gegenüber den Chinesen. Handel nur im Tausch gegen faire Arbeitsbedingungen
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Toll! Der Rest der Welt taucht wirtschaftlich ab während China durchstartet.