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Kohlekraftwerk aus der Vogelperspektive.
Legende: Im Westen werden immer weniger Kohlekraftwerke betrieben – darunter auch in den USA. imago images
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Energiewende General Electric steigt aus der Kohle aus

Darum geht es: Der Industriekonzern General Electric (GE) will aus dem Bau von Kohlekraftwerken aussteigen. Man werde sich mehr auf erneuerbare Energiequellen konzentrieren, hiess es vom US-Unternehmen. GE liess offen, was aus der Sparte werden soll. Das Aus für Kohlekraftwerke könne Werksschliessungen und Arbeitsplatzverluste bedeuten, auch ein Verkauf sei möglich, hiess es lediglich.

Ausstieg war absehbar: «GE setzte zuletzt eine Milliarde Dollar im Jahr mit dem Bau von Turbinen für Kohle- und Dampfkraftwerke um – dieses Geld fehlt künftig in der Kasse», sagt dazu SRF-Wirtschaftsredaktor Iwan Lieberherr. Trotzdem komme der Ausstiegsentscheid nicht wirklich überraschend, denn Kohlekraftwerke rentieren immer weniger. Grund dafür seien die wachsenden Kosten für den CO2-Ausstoss infolge von zunehmend restriktiveren Umweltvorschriften.

Fahrplan noch unklar: Wann genau die Produktion von Kohlekraftwerken bei GE eingestellt wird, ist noch offen. Der Konzern beteuert in einer Medienmitteilung auch, bestehende Verpflichtungen gegenüber Kunden zu erfüllen. Offen bleibt auch, was aus der Kohlesparte werden soll – ob GE versuchen wird, sie zu verkaufen, oder ob sie geschlossen wird. Sicher ist, dass die Angestellten jetzt um ihre Arbeitsplätze bangen.

GE streicht Stellen in der Schweiz

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GE Sitz.
Legende: Keystone

In der Schweiz sorgte General Electric erst vor wenigen Tagen mit Stellenstreichungsplänen für Schlagzeilen. So will die Stromnetzsparte GE Grid Solutions die Produktion in Oberentfelden (AG) einstellen. Davon wären 436 Angestellte betroffen. Allenfalls könnten 57 Stellen in den Bereichen Forschung und Entwicklung oder Logistik erhalten bleiben, hiess es von Seiten GE. Die endgültige Entscheidung über den Stellenabbau will GE nach dem Konsultationsverfahren mit dem Betriebsrat treffen.

Zukunft ohne Kohle: Das Wachstum bei der Energieerzeugung liegt nicht mehr bei der Kohle – so ist etwa der Kohleverbrauch in den USA so tief wie zuletzt vor 40 Jahren. Bessere Wachstumsaussichten als im Kohlebereich erhofft sich GE deshalb bei den erneuerbaren Energien. «Allerdings ist auch der Markt für Wind- und Solarkraftwerke hart umkämpft», sagt dazu der SRF-Wirtschaftsredaktor. Immerhin: GE will – im Gegensatz zum Ausstieg bei den Kohlekraftwerken – weiterhin Gaskraftwerke bauen.

Allgemeiner Trend: Auch der deutsche GE-Konkurrent Siemens will das Kohlegeschäft aufgeben. Einen entsprechenden Ausstiegsplan verlangte VR-Präsident Joe Kaeser im Juli. Zugleich liess er verlauten, die Energiewende sei nicht über Nacht machbar. Zunächst aber plant Siemens eine Abspaltung seiner Energiesparte. Siemens Energy soll an die Börse, Kaeser wird Verwaltungsratspräsident.

China ist Kohlesünder Nummer 1

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China ist Kohlesünder Nummer 1
Legende: Reuters

Die Produktion von Strom in Kohlekraftwerken zeigt weltweit eine sinkende Tendenz, wie die Klimaschutz-Organisationen «Global Coal Plant Trackers» und «Global Energy Monitor» feststellen. Grund dafür sind vor allem Kohlekraftwerk-Stilllegungen in Europa. Trotzdem: Kohlekraftwerke sind derzeit immer noch für bis zu 40 Prozent des gesamten CO2-Ausstosses der Menschheit verantwortlich. Fast die Hälfte aller Kohlekraftwerke werden in China betrieben, dort mit steigender Tendenz. Denn trotz eines Ausbaus der erneuerbaren Energieproduktion im Reich der Mitte kann Peking den stark steigenden Energiehunger im Land nur mit Kohle decken. Auf Platz zwei der weltweiten Kohlesünder folgt Indien, dahinter folgen die USA. In Europa planen Länder wie Grossbritannien oder Deutschland den Kohleausstieg, während sich etwa Polen massiv gegen einen solchen stellt.

SRF 4 News aktuell vom 22.9.2020. 06.20 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Arnold Kohler  (Arnold Kohler)
    Cool aber erstaunlich fass no h solange daran geklammert wurde. Schn vor mind 10 jahren wusdten alle das kohle keine zukumft hat.
    Hoffe nur dad auch Autohersteller merken fass benzin und diesel keine Zukunft mehr haben.
    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Erstaunlich? Es ist aus der Vergangenheit bekannt, dass Energie-Unternehmen Patente für nachhaltigere Lösungen in der Schublade haben verschwinden lassen... In den USA haben die Ölverkäufer einen bekannten Wissenschaftler gekauft, der den Leuten entgegen den wissenschaftlichen Fakten noch jahrelang weismachte, Blei im Benzin sei ungefährlich.
      Etc. etc.
  • Kommentar von Susanne Berto  (Susha)
    Und da soll noch einer sagen es wird nichts gemacht...diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen und weitere Kreise ziehen - wie der Stein der in den Teich geworfen wurde. Solange bis es nicht mehr aufzuhalten ist.
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Die Grenzen des Teichs einer allzu freien Marktwirtschaft sind immer dort, wo jemand etwas billiger macht. Dann kommt auch die Welle des Steis des Idealismus, den man hineinwirft, zum Stehen. Wenn in einem Staat, nennen wir ihn Lampukistan, nach wie vor mit billigem Kohlestrom billig Wasserstoff (oder Stahl, oder Gummibärchen) hergestellt wird, dann werden das hier kaufen. Weil Gewinnmaximierung. Oder etwas günstiger für den Endverbraucher.
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Diese Entwicklung ist bereits jetzt nicht mehr aufzuhalten. Das ist auch gut so. Aber jemand baut für Chinesische Stromlieferanten nach wie vor Kohlekraftwerke.
  • Kommentar von Michi Leemann  (mille)
    Endlich mal eine gute Nachricht beim Thema Klima. Da kann der Onkel Donald noch lange clean cole rumfantasieren ;-)