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Schweizer Industrie profitiert von China
Aus HeuteMorgen vom 24.02.2021.
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Freihandelsabkommen Schweizer Industrie profitiert vom Handel mit China

Die Annäherung der Schweizer Industrie an China kommt ihr in der Pandemie zugute – doch es wird auch Kritik laut.

China ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Partner der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) geworden.

Heute exportiert sie viermal mehr nach China als noch vor 20 Jahren, wie Martin Hirzel bestätigt, Präsident des Branchenverbands Swissmem. Insgesamt würden die Exporte nach China sieben Prozent aller Schweizer MEM-Exporte ausmachen.

Martin Hirzel spricht mit einer Person
Legende: Martin Hirzel, Präsident der Swissmem Keystone

Sieben Prozent mag nach wenig klingen – etwa im Vergleich zum europäischen Markt, auf dem mehr als die Hälfte aller Schweizer Industrie-Exporte verkauft werden. Dennoch hat die Wirtschaft in China nach dem ersten Shutdown vor einem Jahr schneller wieder Tritt gefasst.

Die Wirtschaft in China hat sich rascher erholt. Davon profitierten Schweizer Industrieunternehmen.
Autor: Martin HirzelPräsident Branchenverband Swissmem

«Das erste Quartal 2020 war schwierig in China», räumt Hirzel ein. «Danach hat sich allerdings die Wirtschaft rascher erholt. Und so konnten die Schweizer Industrieunternehmen, die vor Ort oder mit Export im Geschäft sind mit China, rasch profitieren.»

Chinesische Konkurrenz kann noch nicht mithalten

Es zahlt sich aus, dass viele Unternehmen ihre Beziehungen zu China ausgebaut haben. Denn Industrieprodukte made in Switzerland sind gefragt, weiss der Swissmem-Präsident: «Grundsätzlich sind alle Produkte der MEM-Industrie in der Hightech – innovativ, technologisch führend – gefragt in China. Das sind Nischen, in denen die chinesische Konkurrenz noch nicht mithalten kann.»

Dabei hilft auch das Freihandelsabkommen, das die Schweiz als erstes europäisches Land mit China abgeschlossen hat. Ziel ist dabei, in Zukunft 95 Prozent aller Produkte der Schweizer MEM-Industrie zollfrei nach China liefern zu können.

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Aus dem Archiv: Freihandelsabkommen mit China tritt in Kraft
Aus Tagesschau vom 01.07.2014.
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Das Freihandelsabkommen ist ein Türöffner für die Schweizer Industrie. Gleichzeitig wächst auch die Kritik am Handel mit China. Investitionen von chinesischen Unternehmen in der Schweiz werden kritischer beurteilt als auch schon. So ist unter anderem die Forderung zu hören, chinesische Investitionen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu verbieten.

Es wäre störend, wenn chinesische Unternehmen nicht in der Schweiz investieren dürften.
Autor: Martin HirzelPräsident Swissmem

Hirzel betrachtet solche Investitionskontrollen kritisch: «Die Schweizer gehören zu den grössten internationalen Investoren. Viele Schweizer MEM-Firmen haben ihren Markteintritt über den Kauf einer chinesischen Gesellschaft geschafft. Und so wäre es störend, wenn dann chinesische Unternehmen nicht in der Schweiz investieren dürften.»

Die Frage der Menschenrechte

Gleichzeitig räumt Hirzel ein, dass ihm die Menschenrechtsverletzungen in China Sorgen machten. Auch, weil er selbst einige Jahre in China gelebt und dort viele Freunde habe.

Es tue ihm weh von Menschenrechtsverletzungen in der Xinjiang-Provinz oder in Hongkong zu lesen. «Das müssen wir offen ansprechen.» Doch das sei die Arbeit der Politik – und das mache die Schweiz «sehr professionell»: «Nämlich hinter verschlossenen Türen», so Hirzel.

Das Freihandelsabkommen schaffe eine Vertrauensbasis zwischen der Schweiz und China, ist der Swissmem-Präsident überzeugt. Und auf dieser Basis könne aufgebaut werden.

Video
So nimmt China in der Schweiz Einfluss
Aus SRF News vom 16.01.2021.
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SRF 4 News, HeuteMorgen, 24.2.2021, 06:00

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Eine sehr gute Nachricht für die Schweiz der Export nach China ist hoch, unsere Arbeitslosigkeit ist, trotz
    Pandémie dadurch erträglich
    Gut so da muss unser Außenpolitiker
    nicht lauthals verkünden, das Verhältnis zu China muss wegen der miesen Menschenrechtssituation
    Besser werden. Gut gemeint aber plötzlich wird der Import Swissmade erschwert und dann? In China ändert
    gar nichts.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Schweiz soll China Grenzen aufzeigen
    Gemeinsam für Menschenrechte, Einreiseverbote, Einfrieren von Geldern: Die EU sanktioniert neu schwereVerstösse gegen Menschenrechte. Die Schweiz könnte sich dem anschliessen, sagt ein Handelsrechtsexperte.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die grünen Wipfel scheinen unendlich in Suriname. Fast das ganze Land besteht aus Regenwald. Doch das Idyll ist nicht mehr unberührt. In Surinam stammt inzwischen jeder zehnte Bewohner aus China. Tropenholz etwa wird hier in grossem Stil gefällt und auch verarbeitet. Für die Chinesen boomt das Geschäft; die einheimische Bevölkerung dagegen verliert Rohstoffe, profitiert aber wenig. Der wertvolle Rohstoff Holz ist fest in Chinas Hand. Surinam wird von China ausgebeutet bis kein Baum mehr steht.