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Irreführende Angaben Börsenaufsicht verklagt Tesla-Chef

Legende: Video Hat eine Klage am Hals: Tesla-Chef Elon Musk abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 28.09.2018.
  • Die US-Börsenaufsicht SEC hat Klage wegen möglichen Wertpapierbetrugs gegen Tesla-Chef Elon Musk eingereicht.
  • Der Unternehmer werde von der Behörde verdächtigt, falsche und irreführende Angaben gemacht zu haben. Das berichteten US-Medien übereinstimmend.
  • Die Tesla-Aktie brach daraufhin nachbörslich stark ein.
Elon Musk, Mikrofon in der Hand haltend
Legende: Unter Druck: Laut US-Medienberichten prüft auch das Justizministerium den Fall. Keystone

Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine Klage wegen möglichen Wertpapierbetrugs gegen Tesla-Chef Elon Musk eingereicht.

Der Starunternehmer wird von der Behörde verdächtigt, beim angeblich zwischenzeitlich geplanten Börsenrückzug Teslas falsche und irreführende Angaben gegenüber Investoren gemacht zu haben, wie aus der am Donnerstag beim zuständigen Bundesgericht in New York eingereichten Klage hervorgeht. Die Tesla-Aktie brach nachbörslich bis zu zwölf Prozent ein.

Die Vorgänge im August

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Musk hatte im August bei Twitter angekündigt, Tesla zum Kurs von 420 Dollar von der Börse nehmen zu wollen. Die Finanzierung dafür sei gesichert. Der Plan hatte sofort für Argwohn gesorgt, da er völlig überraschend kam und dafür sehr viel Kapital erforderlich gewesen wäre, das Tesla nicht hatte. Nach nur gut zwei Wochen wurde das waghalsige Projekt dann - genauso unerwartet wie es angekündigt wurde - wieder abgeblasen. Wegen des Verdachts auf Marktmanipulation folgten Sammelklagen von Investoren und Ermittlungen der SEC. Laut US-Medienberichten prüft auch das Justizministerium den Fall.

Um den Eindruck zu zerstreuen, der Tweet zum Börsenrückzug sei nur ein Bluff gewesen, hatte Tesla kostspielige Maßnahmen zur Prüfung der Idee ergriffen. So ließ sich die Firma etwa von der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake und von den Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley beraten - bis der Plan Ende August kurzerhand wieder begraben wurde.

Musk selber bezeichnete die Klage gegenüber dem US-Sender CNBC als ungerechtfertigt, das Vorgehen der SEC mache ihn «tieftraurig und enttäuscht». Er habe im Sinne von Wahrheit und Transparenz stets im besten Interesse der Anleger gehandelt.

Die SEC beschuldigt Musk, Teslas Aktionäre «wissentlich oder bewusst» in die Irre geführt zu haben. Während er öffentlich behauptete, einen Deal für einen Börsenabgang in der Tasche zu haben, sei ein solches Vorhaben in Wirklichkeit noch nicht einmal mit potenziellen Geldgebern diskutiert worden. Trotz der allgemeinen Irritation über seine Aussagen habe Musk sich erst deutlich später ausführlicher im Firmenblog geäussert und auch dort keine Klarheit über die Finanzierungsfrage geschaffen.

Harte Strafe gefordert

Die Aufseher fordern in der Klage harte Konsequenzen - sie wollen Musk unter anderem richterlich verbieten lassen, weiter börsennotierte Unternehmen zu führen. Musk hielt zwar bis zuletzt an seiner Behauptung fest, dass «mehr als genug» Finanzmittel vorhanden gewesen wären, um Tesla von der Börse zu nehmen. Eine Antwort darauf, wo das Geld hätte herkommen sollen, blieb aber aus.

Auch abgesehen vom Chaos um die Privatisierungspläne von Tesla hat sich Musk zuletzt vom grössten Hoffnungsträger zur grössten Belastung seiner Firma entwickelt.

Eskapaden

Der umtriebige Tech-Milliardär, der neben Tesla auch noch die Raketenfirma SpaceX, die Tunnelbohrgesellschaft Boring Company und etliche andere Projekte betreibt, stiess die Finanzwelt in den vergangenen Monaten oft genug mit seinen Eskapaden vor den Kopf. Erst räumte er in einem emotionalen Zeitungsinterview gesundheitliche Probleme und Schlafmittelkonsum ein, dann rauchte er auch noch vor laufender Kamera einen Joint.

Und zu allem Überfluss läuft es auch bei Tesla alles andere als rund: Musk laufen seit Monaten Manager davon, zudem kämpft das Unternehmen mit Produktionsproblemen beim Hoffnungsträger Model 3 - dem ersten günstigeren Tesla für breitere Käuferschichten.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt E. Müller (KEM)
    Als Tesla Aktionär und begeisterter Fahrer eines Tesla P85D mit mittlerweile über 100'000 km darf ich feststellen, dass Elon Musk aus dem Nichts beinahe Unmenschliches geschafft hat. Ein Elektroauto für 500 km unglaublichen Fahrspass pro Ladung, das gleichzeitig Supersportwagen (>700 PS) und formschöne Familienlimousine ist. Und so ganz nebenbei hat er auch noch ein weltweites gratis Tesla "Tankstellen"-Netz aus dem Boden gestampft. Hoffe er bleibt uns noch lange erhalten, trotz allen Neidern.
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  • Kommentar von B. Moser (moser.b)
    Ich glaube, vielen die hier kommentieren ist nicht bewusst, dass dies schwerwiegend ist und erkennen die Dimension nicht. Es könnte hier auch oftmals um das Geld von Versicherten von Pensionskassen gehen. Ausserdem können solche unbedachten Äusserungen auch Auswirkungen auf das Unternehmen haben, und ist deshalb auch gegenüber den Mitarbeitern moralisch nicht zu vertreten.
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    1. Antwort von Rolf Künzi (Unbestimmt)
      Da haben Sie leider all zu recht. Der Zusammenhang von Aktien vs Staatsanleihen und steigenden Zinsen sollte eigentlich in die Grungausbildung jeden Politkiers gehören, der blinde glauben die Notenbanken werden es schon richten ist naiv und genau diese Naivität wird uns in die nöchste grosse Geldverwefung führen. Die Finazindustie hat die Staaten quasi n der Hand, immer noch.
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Musk wird ein ähnliches Schicksal erleiden wie einst Tucker,nur der Schaden wird Dimensionen grösser sein.Nicolaj Tesla war einer der genialsten Erfinder in der Elektrotechnik,diesen Namen für eine solche Fehlkonstruktion zu verwenden,ist eine Beleidigung des Namensgebers.Gewicht ist Fehlkonstruktion!
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Ich finde diese Einschätzung verfehlt es, die Fakten zu berücksichtigen. Bis dato ist der Tesla mit komfortablem Vorsprung das beste Elektroauto der Welt, wenn man Alltagstauglichkeit als eines der Kriterien gelten lässt. Im Gegenteil, N.Tesla würde sich sicher geehrt fühlen, wenn er sähe wie Teile seiner Erfindungen so viele Jahrzehnte später zu guten Produkten führen.
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    2. Antwort von Bruno Meier (Bruno Meier)
      Tucker hatte im Gegensatz zu Musk ein geniales Auto gebaut, und wurde von den "Grossen 3" fertig gemacht. Sie sehen es richtig, ein 2.2Tonnen-Panzer hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Leider haben aber die unwissenden und von Technik keine Ahnung habenden Journalisten und Politiker Musk auf ein Podest gehoben. Tesla fehlt gegenüber den etablierten Herstellern vor allem 2 Dinge: 100 Jahre Erfahrung auch im Bezug auf Fehler und vor allem ein funktionierendes Händler-/Reparaturnetz.
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    3. Antwort von Bruno Meier (Bruno Meier)
      Herr Reuteler, Tesla ist bei weitem nicht das beste Elektroauto. Durchschnittliche amerikanische Qualität, mit 2 Elektromotoren, einem Akku, 2 Flachbildschirmen. Was ist da neu entwickelt? Aber mit Abstand verkauft sich Musk bisher am besten und löste somit Audi ab (Allrad, aus der Not montiert, wurde als Vorsprung verkauft). Als Bemerkung, ich arbeite seit 40 Jahren auf der Branche und für mich sind die etablierten Hersteller/Werke skrupellose Firmen, die keine Loyalität und Anstand kennen.
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    4. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Hr. Meier, ich bleibe bei meinen Aussagen, da Sie es verpasst haben die Marken aufzulisten, die besser als Tesla sein sollen. Es stimmt zwar dass der Tesla schwer ist, das Mehrgewicht gegenüber unserem momentanen Diesel (A4) ist z.B. jedoch nicht besonders gross. An diesem einen Parameter die ganze Konstruktion negativ zu zeigen zeugt von Mangel an Argumenten.
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