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Wer ist in der Pandemie besser aufgestellt – Roche oder Novartis?
Aus Echo der Zeit vom 04.02.2021.
abspielen. Laufzeit 03:42 Minuten.
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Kampf gegen Pandemie Roche hat gegenüber Novartis die Nase vorn

Roche und Novartis sind zwei der weltweit grössten Pharmakonzerne. Beide geben jährlich Milliarden für die Forschung und Entwicklung aus. Doch was tun die beiden Giganten gegen das Coronavirus? Die Impfstoffe kommen weder von Roche noch von Novartis. Medikamente sind noch nicht gefunden, bei bestehenden Wirkstoffen bleiben die Erfolge bisher aus.

Geschäftsmodell von Roche im Vorteil

Dennoch lässt sich feststellen: Der Pharmakonzern Roche hat bei der Bekämpfung der Pandemie im Vergleich zu Novartis die Nase vorne. Das hat mit dem Geschäftsmodell des Konzerns zu tun.

Roche verfügt über eine leistungsfähige Diagnostik-Sparte, die im vergangenen Jahr 15 verschiedene Corona-Tests entwickelt hat. Weil Testen ein zentraler Bestandteil im Kampf gegen die Verbreitung des Virus ist, reissen die Länder Roche diese Tests regelrecht aus der Hand. Zudem will Roche in Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Biotech-Unternehmen hierzulande bald mit einem Medikament für Corona-PatientInnen aufwarten.

Auch Novartis sucht nach Arznei gegen Corona

Doch auch Novartis ist nicht untätig: Der Konzern bringt sich ebenfalls mit der Forschung nach Medikamenten ins Gespräch, mit Spenden und dem Verzicht auf Profit in ärmeren Ländern bei 15 ausgewählten Medikamenten, die bei Corona eingesetzt werden, beispielsweise gegen Schmerzen und Fieber. Zudem springt Novartis ab Frühling beim Abfüllen von Impfstoffen des Herstellers Biontech in die Bresche.

Das alles sind Taten, die auf die Ansagen der beiden Konzerne vor einem Jahr folgen. Damals versprachen beide, ihren Beitrag zu leisten. Offen war, wie sie das machen wollen. Inzwischen haben beide Basler Konzerne ihre Antworten geliefert.

Pharma-Riesen setzen auf Innovation der Kleinen

Beide Konzerne sind weiterhin bemüht, ihren Teil zur Bewältigung der Krise beizusteuern – etwa bei der Suche nach einem wirksamen Medikament für Corona-Patientinnen und -Patienten. Hier profitieren sie von ihrer schieren Grösse: Sie können so gezielt mit kleineren, findigen Biotech-Unternehmen zusammenspannen, die besonders gut auf Kurs sind, um entsprechende Wirkstoffe in der Forschung voranzutreiben.

Die Schulterschlüsse zwischen grossen Pharmafirmen und kleinen Biotech-Unternehmen sind geradezu typisch für die letzten Jahre, in denen Pharma-Riesen auf die Innovationen der Zwerge setzten. Ob die beiden grossen Roche und Novartis dabei auf die richtigen Biotech-Partner setzen, ist Stand heute offen: Es gilt das Prinzip Hoffnung. Bei beiden.

Lucia Theiler

Lucia Theiler

Wirtschaftsredaktorin

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Lucia Theiler arbeitet als Wirtschaftsredaktorin bei SRF. Zuvor war sie unter anderem Leiterin der Wirtschaftsredaktion der Nachrichtenagentur sda. Theiler hat Betriebswirtschaft studiert.

Echo der Zeit vom 04.02.2021, 18 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Marc Nager  (Manager)
    Oder anders ausgedrückt: die zwei Schweizer Pharmariesen haben genau wie die Landesregierung in den wichtigsten Bereichen der Pandemie grösstenteils versagt.