Zum Inhalt springen

Header

Video
Droht jetzt die Konkurswelle?
Aus 10 vor 10 vom 17.11.2020.
abspielen
Inhalt

Nach Ende der Coronahilfen Jetzt rollt die Konkurswelle an

Seit April gibt es landesweit fast 20 Prozent weniger Konkurse als in den Vorjahren. Der Grund: Bund und Kantone haben mit Krediten, Kurzarbeit und Betreibungsstopps das Überleben vieler Firmen gesichert. Doch seit Mitte Oktober gelten die Konkursschutz-Massnahmen des Bundes nicht mehr.

Das Geschäft macht Huber Getränkehandel normalerweise mit Musikclubs, Bars und Restaurants. Aber die meisten Clubs bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Der Getränkehändler lässt bereits gelieferte Getränke wieder abholen. Und weil einigen Betrieben das Geld ausgeht, liefert der Getränkehändler vorläufig nur noch gegen Barzahlung.

Auch der laut eigenen Angaben grösste Schweizer Wirtschaftsauskunftsdienst Crif beobachtet, dass die Gläubiger vorsichtiger werden. So sagt Mediensprecherin Heidi Hug: «Normalerweise werden Neukunden auf ihre Bonität überprüft. Wir haben nun aber festgestellt, dass unsere Kunden vermehrt und häufiger ihre bestehenden Kunden überprüfen, um so das Risiko eines Ausfalls zu minimieren.»

Video
Heidi Hug: «Gewisse Firmen hätten ohne Covid nicht so lange überlebt»
Aus News-Clip vom 17.11.2020.
abspielen

Denn viele Unternehmen stünden derzeit auf unsicheren Beinen, die Wahrscheinlichkeit von Konkursen steige, sagt Hug. Ein Indiz dafür sei die Zahl der Betreibungsregistereinträge. Verglichen mit dem Vorjahr hätten in den letzten drei Monaten 40 Prozent mehr Auszüge einen Betreibungseintrag. Ein solcher Eintrag zeige, dass eine Firma betrieben werde und eine Schuld bestehe, die getilgt werden müsse.

Unnatürlich wenig Konkurse

Bis anhin gab es dieses Jahr weniger Konkurse als im Vorjahr. So nahmen etwa in den vermeintlich gebeutelten Branchen wie Getränke- oder Kleiderhandel die Konkurse laut der Wirtschaftsauskunft Crif um 31 Prozent ab. Bei den persönlichen Dienstleistungen, wie etwa Kosmetik- und Coiffeursalons gab es sogar 35 Prozent weniger Pleiten als im Vorjahr.

Hug sagt, die Covid-Hilfsmassnahmen verfälschten die durchschnittliche Firmensterblichkeit. «Viele Firmen hätten vielleicht ohne Covid gar nicht so lange überlebt. Sie haben nur dank der Hilfsmassnahmen überlebt. Die Pandemie hatte aber keinen Einfluss auf das Geschäft dieser Firmen, denn es gibt immer eine gewisse Anzahl Firmen, die pro Jahr in Konkurs gehen. Das ist ganz normal.» Sie erwartet nun, dass mit dem Auslaufen der Hilfen, solche Firmen aufgeben werden.

Konkursamt bereitet sich auf Konkurswelle vor

Auf diese Pleitewelle bereitet sich der Konkursbeamte Marco Lucchinetti vor. Er ist Leiter einer Konkurs-Taskforce, die das Zürcher Obergericht eingesetzt hat. Die mit 10 neuen Stellen dotierte Taskforce soll die erwartete Konkurswelle bewältigen. «Im Oktober sind die Schutzmassnahmen des Bundes ausgelaufen», so Lucchinetti. «Es wird nun ein normaler Wirtschaftskreislauf in Gang kommen. So wird es zu erhöhten Betreibungszahlen kommen. Diese werden dann zeitverzögert zu mehr Konkursen führen. Wir rechnen, dass die Welle ungefähr im Februar, März des nächsten Jahres bei uns eintreffen wird.»

Video
Marco Lucchinetti: «Wir rechnen damit, dass die Konkurswelle im Februar bei uns eintrifft»
Aus News-Clip vom 17.11.2020.
abspielen

Nachdem die Konkurse in diesem Jahr unter dem langjährigen Schnitt bleiben, kündigt sich ein «Nachholeffekt» an, der Anfang des kommenden Jahres deutlich Spuren hinterlassen wird.

10vor10, 17.11.2020, 21:50 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

37 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Die meisten von diesen Konkursen wären auch ohne Corona fällig gewesene
    1. Antwort von Hans Niggli  (RobinHood38)
      Das stimmt so nicht. Die unverhältnismässigen Massnahmen dauern nun fast ein Jahr. Aber immerhin kann man sagen, dass die meisten Corona-Grippe-Toten auch an einer normalen Grippe gestorben wären.
  • Kommentar von Andreas Hug  (AndiHug)
    ich bin für ein Ende der Pandemie. Das Virus ist lange nicht so gefährlich für unter 65 Jährige und die Massnahmen sind nicht verhältnismässig. Jetzt will Man auch noch busen für nicht Masken trager einführen. Uns werden grundrechte enzogen und die meisten stört das nicht, dass verstehe ich nicht. dazu schützen die Masken lange nicht so gut wie man immer sagt. besonders die Masken die immer runter rutschen sind nur ein besserer Spritzschutz. Da reicht auch ein Plexiglas vor dem Mund.
  • Kommentar von Christian Pfister  (Larry C)
    Leider ist dies erst der Anfang einer riesigen Konkurswelle mit unsagbarem Leid für die Betroffenen! Dies hätte durch gutes Management des Covids verhindert werden können, indem schon zu Beginn nur die Risikogruppen geschützt worden wären. Leider futiert sich die Task Force mit ihrem Scheuklappenblick auf die Anzahl Covid-Fälle komplett über die medizinischen, sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen ihrer vorgeschlagenen Massnahmen. Wer Fehler macht, der sollte für diese jedoch aufkommen!