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Corona-Schnelltest kommt auf den Markt
Aus Info 3 vom 02.09.2020.
abspielen. Laufzeit 14:03 Minuten.
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Resultat in 15 Minuten Wie verlässlich ist der Schnelltest von Roche?

Noch diesen Monat will Roche einen Corona-Schnelltest herausbringen. Wie genau dieser ist, muss noch geprüft werden.

Was hat Roche vor? Der Schweizer Pharmariese Roche will noch diesen Monat einen Corona-Schnelltest auf den Markt bringen, der nach 15 Minuten Klarheit darüber bringen soll, ob eine Person Covid-19-positiv ist oder nicht.

Wie funktioniert der Test? «Er unterscheidet sich nicht stark von den Tests, die man schon kennt», sagt Daniel Theis von der SRF-Wissenschaftsredaktion. Es brauche weiterhin einen Nasen- oder Rachenabstrich. Dieser müsse durch qualifiziertes Gesundheitspersonal gemacht werden. «In der Regel wird es eine Arztpraxis sein», so Theis.

Was ist an der Methode neu? Entscheidend ist für den SRF-Redaktor: «Nach einer Viertelstunde ist das Resultat da.» Auf einem Streifen werde eine Farbe angezeigt – oder eben nicht. Verfärbt sich der Streifen, ist der Test positiv. «Also ganz so, wie man es von einem Schwangerschaftstest schon kennt.»

Bei diesem Schnelltest wissen wir erst, was uns der Hersteller verspricht.
Autor: Daniel TheisSRF-Wissenschaftsredaktor

Auch das Prinzip sei das gleiche wie beim Schwangerschaftstest. «Es basiert auf sogenannten Immunassays – im Fall von Corona reagiert der Test auf Bestandteile des Virus, auf Proteine, und zeigt das dann als Farbe an.»

Wie zuverlässig ist das Resultat? Die Schnelltests seien weniger genau als die PCR-Tests, die momentan überall der Standard sind, sagt Theis. «Die Sensitivität ist niedriger.» PCR-Tests weisen das Erbgut nach und seien deshalb sehr zuverlässig. «Bei diesem Schnelltest wissen wir erst, was uns der Hersteller verspricht.» Und das seien Traumwerte, die weltweit kaum jemand erreiche. «Man weiss aber nicht, was die genauen Testbedingungen waren.»

Kein Test ist zu 100 Prozent genau, das gibt es nicht.
Autor: Daniel TheisSRF-Wissenschaftsredaktor

Die tiefere Zuverlässigkeit im Vergleich zu den heutigen PCR-Tests werde aber dadurch aufgewogen, dass man mit den Schnelltests mehr testen könne. «Aber es gibt natürlich das Risiko von falsch positiven und falsch negativen Resultaten. Das darf man nicht vernachlässigen. Kein Test ist zu 100 Prozent genau, das gibt es nicht.»

Wird das noch genauer kontrolliert? «Das wird gemacht werden», bestätigt der SRF-Redaktor. «Das Referenzlabor in Genf und weitere Labors in der Schweiz werden den Schnelltest auf Herz und Nieren prüfen.» Das könne man mit alten Covid-19-Proben machen. «Und wenn der Test genug zuverlässig ist, wird das BAG ihn in einem nächsten Schritt zur Anwendung empfehlen.»

Geht Roche mit dem Schnelltest ein Risiko ein? «Wenn der Corona-Schnelltest jetzt komplett durchfallen würde bei der Überprüfung, wäre das sicher ein grosser Imageschaden für Roche», glaubt Theis. «Ich gehe deshalb davon aus, dass sie nicht leichtfertig ein untaugliches Produkt ankündigen würden. Aber wie er im Alltag funktioniert, wird sich noch zeigen müssen.»

Daniel Theis

Daniel Theis

SRF-Wissenschaftsredaktor

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Daniel Theis ist promovierter Atmosphärenchemiker und Mikrobiologe. Seine Spezialgebiete sind Energiethemen, Mobilität und technische Entwicklungen. Er arbeitet seit 2013 in der SRF-Wissenschaftsredaktion.

Info 3, 02.09.2020, 12 Uhr;

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    So viele Black Boxes. Einfach vielleicht einmal ein Anregung, selbst kritisch zu denken. Bei Markus Lanz sitzen bereits Politiker die gegen Covid geimpft sind, genauer, bei einer Blindstudie mitgemacht haben. Weder der Arzt noch der Politiker weiss ob es echt oder Placebos ist. Die Forscher hoffentlich schon. Nun weiter, sie Impfen Gesunde, was findet man nun raus an Gesunden Testpersonen, sicher nicht ob es heilt, doch nur dass es ihn nicht umbringt, auch nicht ob es das Leben verlängert oder?
  • Kommentar von Roger Burkhard  (Roxxer)
    Spannend finde ich auch die Aussage von mehreren deutschen Experten, dass die aktuellen PCR-Tests eigentlich zu sensitiv seien und noch Wochen nach Ansteckung ein positives Resultat zeigten, obwohl die Personen gar nicht mehr ansteckend sind.
    Das Argument, dass Schnelltest zwar weniger zuverlässig, aber viel günstiger sind und vor allem viel viel mehr getestet werden könnten und somit auch mehr akute Fälle entdeckt werden könnten, finde ich interessant.
    1. Antwort von Fritz Bühler  (%Rechner)
      Die PCR-Test können +/- quantative Resultate liefern. Ein zu sensitiv gibt es in dem Sinne nicht, eher ein Mangel an Wissen, was denn eine bestimmte nachgewiesene Menge klinisch bedeutet. Dies würde aber ebenso für einen direkten Erregernachweis (Anzucht) gelten. Was sagt beispielsweise ein einziger nachgewiesener Erreger aus?
      Im Prinzip gilt dies für jede Nachweismethode; wir sind mitten in der Pandemie und haben halt die absolut wasserdichten Antworten zu diesem Thema noch nicht...
  • Kommentar von Manfred Baumgartner  (BaM)
    Zitat: "Die tiefere Zuverlässigkeit im Vergleich zu den heutigen PCR-Tests werde aber dadurch aufgewogen, dass man mit den Schnelltests mehr testen könne".

    Das ist totaler Wahnsinn! Das Problem der Falsch-Positiven wird sich durch eine Erhöhung der Tests bei den wenigen positive Resultaten noch verschlimmern!

    Damit warden die "Fallzahlen" künstlich erhöht!
    Wann endlich wird diesem Test-Irrsinn ein Ende gesetzt? Das ist völlig idiotisch! Gottfriedstutz, so wacht doch endlich auf!
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Gemach. Jetzt wollen wir zuerst einmal sehen was die Überprüfung ergibt. Effektiv wäre mehr testen derselben Person schon mal ein Vorteil, weil man so die falsch positiven und die falsch negativen filtern kann. Noch wichtiger wäre, dass die Resultate schneller da wären, denn dann beginnt die App so richtig zu funktionieren. Ausserdem gibt es die Option alle positiven Schnelltest - Ergebnisse im Nachgang mit PCR zu verifizieren, damit könnte man teurerenPCR-Tests sparen ohne Genauigkeitsverlust.
    2. Antwort von Manfred Baumgartner  (BaM)
      Eine Pandemie und all deren verordneten Massnahmen nur auf positive Testergebnisse zu stützen ist falsch. Es müssen unbedingt die Todesfall-Zahlen und die Bettenauslastung in den Spitälern einbezogen warden.

      Da schon die Todesfall-Statistik zu hoch (Hohes Durchschnittsalter + Vorerkrankungen 97%) und damit nicht glaubwürdig ist und die Übersterblichkeit nicht vorhanden ist und die allermeisten positive Getesteten keine bis wenig Symptome haben, können wir definitiv mit dem Testen aufhören.
    3. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      false-positive ist für die Beteiligen unangenehm aber dann steckt man eben mal einen Gesunden in Quarantäne, was wenig Schaden anrichtet. Die Massnahmen werden längst nicht mehr nur auf die Anzahl Neuinfizierungen gestützt, daher kein Grund für revolutionäre Gedanken.
    4. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      @Baumgartner: Wir wären schon so viel weiter in der ganzen Sache, wenn man sich vorher die Zahlen auch anschauen würde, bevor man mit ihnen argumentiert. Das BFS zeigt eine deutliche Übersterblichkeit bei den über 65 jährigen. Anfang April starben 39% mehr Personen, als statistisch normal. In der Genferseeregion und im Tessin waren es zeitweise gar doppelt soviele. (https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/gesundheitszustand/sterblichkeit-todesursachen.html)
    5. Antwort von Manfred Baumgartner  (BaM)
      @Mark Keller. Nicht einverstanden. Temporäre (z.B. monatliche) Übersterblichkeiten gab es schon immer. Ihre Argumentation ist falsch.
    6. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      Aha und eine solche signifikante Übersterblichkeit, die vom Zeitraum her geeenau mit der Covid-Pandemie zusammenfällt, ist natürlich reiner Zufall. Ist halt mühsam, wenn die harten Zahlen nicht mit dem eigenen Narrativ übereinstimmen...
    7. Antwort von Mark Keller  (mkel)
      Nachtrag: Wie es dieser "Zufall" so will, haben unsere Nachbarländer in der EU alle auch eine deutlich sichtbare Übersterblichkeit im besagten Zeitraum. Sie können mir bestimmt den Grund dafür verraten, was das ausser Covid sonst noch sein könnte.
    8. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Ihre Forderung, aufzuwachen, liest sich insgesamt eher so: Steckt den Kopf in den Sand! Was ich nicht weiss, ....