Zum Inhalt springen

Header

Audio
Noch keine Stornierungswelle von deutschen Wintertouristen
Aus Echo der Zeit vom 27.10.2020.
abspielen. Laufzeit 02:14 Minuten.
Inhalt

Risikoland Schweiz Deutsche stornieren Skiferien in der Schweiz (noch) nicht

Abwarten statt annullieren: Obwohl die Schweiz in Deutschland als Risikoland gilt, gibt es noch keine Stornierungswelle.

Deutschland hat die Schweiz vor einer Woche auf die Liste der Risikoländer gesetzt. Damit droht den deutschen Gästen die Quarantäne, wenn sie nach den Winterferien aus der Schweiz zurück nach Deutschland fahren.

Im Winter kommen jeweils etwa 16 Prozent unserer Gäste aus Deutschland.
Autor: Martin VincenzGraubünden Ferien

Besonders wichtig sind die deutschen Wintertouristen für das Bündnerland. Wie wichtig, weiss der Chef von Graubünden Ferien, Martin Vincenz: «Im Winter kommen jeweils etwa 16 Prozent unserer Gäste aus Deutschland. Fallen diese weg, kann man sie kaum mit inländischen Gästen ersetzen.»

Doch so weit sei man noch nicht. Denn bis jetzt hätte noch keine grössere Annullationswelle eingesetzt. Allerdings kämen auch keine neuen Buchungen mehr rein, seitdem Berlin die Schweiz letzte Woche auf die rote Liste gesetzt habe, sagt Vincenz.

Stammgäste bleiben gelassen

Das bestätigt auch Jan Steiner von der Engadin St. Moritz Tourismus AG. Im Engadin, wo sogar 20 Prozent der Wintergäste aus Deutschland anreisen, hätten die Buchungen abrupt gestoppt. Die Stammgäste jedoch, die schon lange gebucht hätten, blieben vorerst cool: «Unsere deutschen Gäste annullieren nicht, sondern warten zu, wie sich die Lage entwickelt», sagt Steiner.

Man mit Ski in Seilbahn
Legende: Die Schweiz ist als Wintersport-Destinationen bei Deutschen sehr beliebt, 1.3 Millionen Mal haben die Touristen aus dem Norden im letzten Jahr in der Schweiz übernachtet. Keystone

Der Präsident des Schweizer Hotelierverbandes, Andreas Züllig, zeichnet ein ähnliches Bild. Dass die Buchungen aber still stehen, bereitet ihm grosse Sorgen.

Denn die deutschen Gäste seien nicht nur wegen ihrer schieren Zahl wichtig, sondern auch weil sie längere Winterferien machen würden, als zum Beispiel Schweizer und Schweizerinnen, wie der oberste Hotelier der Schweiz erklärt: «Die Deutschen haben eine längere Anreisezeit. Wenn sie einmal hier sind, bleiben sie auch eine Woche oder länger in den Skiferien.»

Testen statt Quarantäne

Dass die deutschen Gäste momentan ihre Schweizer Skiferien noch nicht in grosser Zahl absagen, könnte damit zusammen hängen, dass man sich bei der Rückkehr nach Deutschland in vielen Bundesländern von der Quarantäne befreien kann: Wer sich bei der Einreise testen lässt und negativ ist, muss nicht in Quarantäne.

Es wäre gut, wenn man auch in der Schweiz solche Schnelltests machen könnte, damit man nicht in Quarantäne muss.
Autor: Andreas ZülligPräsident Schweizer Hotelierverband

Testen statt Quarantäne: Das wünscht sich Züllig auch für die Schweiz. «Das hilft natürlich. Es wäre gut, wenn man auch in der Schweiz solche Schnelltests machen könnte, damit man nicht in Quarantäne muss.»

Solange die Corona-Fallzahlen in der Schweiz aber hoch blieben, würden die Buchung aus dem Ausland nicht wieder anziehen, prophezeit die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich in ihrer am Dienstag veröffentlichten Tourismusprognose.

Die KOF rechnet diesen Winter mit mindestens einem Drittel weniger Logiernächte der europäischen Gäste, verglichen mit letztem Winter.

Echo der Zeit vom 27.10.2020, 18 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Baumann  (Christian Baumann)
    Jetzt rächt sich die Strategie 'Immer höher, immer weiter, immer doller' in Skigebieten wie Engelberg, Müren und Laax. Zum Glück ist/ war die Après-Ski Kultur bei uns nie so exzessiv wie bei unseren Nachbarn, insofern konzentriert man sich in Zeiten von Corona endlich auf den Sport und nicht aufs Feiern. Nichts desto trotz: Ein überzeugendes Schutzkonzept für Luftseilbahnen muss her und zwar ganz, ganz schnell.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Doch, doch, die Apres-Ski-Kultur ist schon unter Schweizern verankert. Aber sie verbringen ihre mehrtägige Skiferien idR im umliegenden Ausland. Dort wird kräftig auf CH-Dütsch apreskielet.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Gerade im Zusammenhang mit Mürren kann ich Ihre Aussage: "immer höher, immer weiter, immer doller" überhaupt nicht nachvollziehen. Wann genau wurde die letzte Kapazitätserweiterung gemacht, die nicht mit einem längst fälligen Ersatz einer uralt- Anlage im Zusammenhang stand? In diesem oder doch eher im letzten Jahrhundert?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Rene Caduff  (Rene Caduff)
      Was ist dann das Konzept für Luftseilbahnen abdtandsregeln?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Manuel Nagel  (mkrm)
      @Rene Caduff: Zumindest bisher war die Praxis, dass so lange Maske getragen wird, die Kabinen bei Bedarf bis zum letzten Quadratmillimeter gestopft werden.
      Dazu kommt auch, dass die Seilbahnfahrt für viele Leute ein Anlass zur ausgiebigen Unterhaltung ist, was dann aufgrund des hohen Lärmpegels und der durch die Maske erschwerten Verständlichkeit auch gerne mit gehobener Stimme praktiziert wird.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Gill Soller  (Gill)
    wie konnte es nur so kommen, dass die ganze Welt auf das Klumpenrisiko tourismus setzt... alle hoffen dass es wieder so sein wird wie im 2019.. so geht es aber nicht mit hinblick auf das Klima...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Also erstens ist es nicht die ganze Welt, sondern spezifische Regionen. Und es gibt durchaus vernünftige Erklärungen. Zum Beispiel dass es aufgrund der geographischen Lage in eben solchen Regionen mangels Alternativen die naheliegendste Entwicklungsrichtung war.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen