Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio US-Schuhmarken fürchten sich vor den angekündigten Zöllen abspielen. Laufzeit 04:15 Minuten.
04:15 min, aus SRF 4 News aktuell vom 22.05.2019.
Inhalt

US-Handelsstreit mit China Nike & Co. beantragen Ausnahmen bei Trump

Darum geht es: Verschiedene US-Schuhhersteller haben US-Präsident Donald Trump aufgefordert, ihre Produkte von den neu angekündigten Importzöllen gegen China auszunehmen. Laut Nike & Co. wären die geplanten 25 Prozent zusätzlicher Zoll für die Konsumenten, die Firmen und die amerikanische Wirtschaft als Ganzes «katastrophal». Sie rechnen mit Zusatzkosten für die Käufer der Schuhe von sieben Milliarden Dollar pro Jahr.

Stark von China abhängig: Ob Schuhe von den geplanten Zöllen gegen China im Vergleich zu anderen Gütern besonders stark betroffen sind, bleibt offen. Klar ist, dass fast alle US-Produzenten die Schuhe oder zumindest Teile davon in China fertigen lassen. Damit haben die geplanten Strafzölle zweifellos Auswirkungen auf die Endverkaufspreise in den USA, denn sie werden den Käufern belastet und wirken so wie zusätzliche Steuern. Wie viel teuerer die Schuhe genau werden, ist allerdings offen.

Ärmere Schichten zur Kasse gebeten: «Die Importzölle werden vor allem ärmere Schichten treffen», sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart. Denn grundsätzlich belasten neue Abgaben jemanden umso stärker, je weniger Einkommen er oder sie hat. Seit Beginn des trumpschen Handelskriegs mit China warnen Konsumentenorganisationen und Ökonomen vor diesem Effekt.

Schwierige Produktionsverlagerung: Trump empfiehlt US-Firmen seit längerem, ihre Produkte statt in China in den USA zu produzieren – so fielen keine Zölle an und in den USA würden Arbeitsplätze geschaffen. Viele US-Firmen versuchen das zwar, allerdings dauert das seine Zeit. Ausserdem kostet der Aufbau neuer Produktionskapazitäten in den USA Geld. «Auch diese Ausgaben berappen am Ende die US-Konsumenten», betont Jacquemart.

Globale Auswirkungen: Der von Trump angezettelte neuartige «Kalte Krieg», wie die Wirtschaftsredaktorin den Handelsstreit zwischen Washington und Peking nennt, hat Folgen für die Weltwirtschaft. Betroffen sind die Lieferketten rund um die Erde: US-Firmen suchen nach Zulieferern und Produktionsstandorten ausserhalb Chinas, China wendet sich im Gegenzug von den USA ab. Dadurch wird die chinesische Wirtschaft mittelfristig unabhängiger werden. Das zeigt sich etwa bereits bei der Produktion von Speicherchips.

Peking am längeren Hebel: «Trump hat im Handelsstreit mit China nicht ewig Zeit», stellt Jacquemart weiter fest. Schliesslich wolle er sich 2020 wiederwählen lassen. Und je länger die Strafzölle erhoben würden, umso stärker würden die Wähler durch Zusatzkosten belastet. «Deshalb dürften die Chinesen den längeren Atem haben.» Zwar schmerze der Handelsstreit mit den USA auch China, das aber vor allem kurzfristig. Mittelfristig ändere der Wirtschaftskrieg jedoch nichts daran, dass China mit derzeit fast 1,4 Milliarden Bürgern die grösste Volkswirtschaft der Welt ist.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Ich freue mich über jede Nachricht in Sachen Trump, Narzissmus und Handelsstreit. Jeder Schritt verteuert Produkte und Erdöl. Und so, auch wenn er das niemals will, geht er die ersten Schritte für eine Oekologisierung der Welt. Durch seinen Protektionismus vereppt der dereinst der unsägliche, zerstörerische globale Handel. Vielleicht sind es sogar die Vorboten des Endes des Kapitalismus. Ich hoffe also, das dieser Handelskrieg noch sehr, sehr lange anhält und noch weiter eskaliert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      .... aus unerwarteten Ecken kommen da immer wieder unerwartete Wendungen, Herr Schulenburg. ... Daher ist es ganz gut, wenn wir uns voll den aktuellen Herausforderungen stellen und alle spekulativen, auch solche der reinen und heiligen und völlig 'obejktven' Wissenschaft entspringenden Extrapolationen, was den alles sein wird, immer mehr am Ehrenwertersten vorbeiwehen lassen ....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Wie viele Nikees braucht der Mensch? Schuhe: Eine einzigartige Chance, dass Länder mit Schuhherstellungstradition, diese wieder bei sich beleben. Den Schuhe braucht der Mensch. Einer, der vorgemacht hat wie's gehen könnte ist Heini Staudinger .... So viele Stellen könnten da so manche Regionen da schaffen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marc Bühler  (Capten Demokratie)
      Das ist Richtig, und wenn der Schuh kaputt ist, einfach einschicken und er wird Repariert. Resourcen sparend und Ökologisch sinvoll!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen