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Zeit für Tee Sanft, gesund, trendig: Tee, wie wir ihn noch nicht kennen

Tee ist im Trend. Und doch: Tee ist nicht gleich Tee. Wie wurde er zum Lifestyle-Getränk – und wie bereitet man verschieden Tee-Varianten zu?

Die Auswahl ist gross: über 1500 Teesorten sind bekannt und alle stammen aus derselben Pflanze, der «Camellia sinensis». Ursprünglich kommt sie aus China, wird heute aber auch in Ländern wie Indien, Sri Lanka, Türkei oder Kenia kultiviert.

Eine Pflanze, sechs Kategorien

Klassisch wird Tee in sechs Kategorien unterteilt: Schwarztee, Oolong, Weisser Tee, Gelber Tee, Grüntee und Pu-Erh. Die Unterschiede entstehen vor allem durch die Oxidation und die Verarbeitung. Die Oxidation beschreibt die chemische Reaktion der Blätter mit dem Sauerstoff. Bei Grüntee beispielsweise, wird diese Reaktion kurz nach der Ernte gestoppt damit die Blätter ihre grüne Farbe behalten. Beim Schwarztee findet der gesamte Oxidationsprozess statt und der Tee wird dunkel.

Neben der Oxidation gibt es weitere Faktoren, die sich auf Aroma und Charakter des Tees auswirken. Etwa die klimatischen Bedingungen im Anbaugebiet, der Zeitpunkt der Ernte, die Verarbeitung und die Zubereitung des Tees.

Streng genommen gehören Kräutertees wie Pfefferminze oder Kamille, aber auch Früchtetees, Ingwer oder Rooibos nicht zu den «richtigen» Tees, weil sie nicht von der Teepflanze Camellia sinensis stammen. Korrekt wäre in diesem Fall: Kräuter-Aufguss. In Frankreich und in der Westschweiz ist die Benennung klar, es wird zwischen Thé und Infusion unterschieden.

Tee liegt im Trend

Es gibt inzwischen kaum noch Cafés, die nur Kaffee servieren. Matcha-Latte, Hojicha-Cappuccino oder Rooibos-Espresso – Teegetränke haben längst die Getränkekarten erobert. Der aktuelle Superstar unter den Tees: Matcha. Das gemahlene, intensiv leuchtende Grüntee-Pulver aus Japan sorgt seit einigen Jahren für Furore und erinnert geschmacklich viele an Gras.

Kleines Tee-Einmaleins

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    • Zubereitung: Immer Verpackungs-Angaben beachten. Entscheidend sind Wassertemperatur, Brühzeit und Teemenge.
    • Tee pro Tasse: Als Faustregel gilt 1 Teelöffel Tee pro Tasse (ca. 2–3 g).
    • Wasser: Möglichst weiches und frisches Wasser verwenden – abgestandenes oder stark kalkhaltiges Wasser verfälscht den Geschmack.
    • Ziehzeit: Tee nicht zu lange ziehen lassen, nicht zu heiss aufgiessen und nicht zu stark dosieren – sonst lösen sich Gerbstoffe und der Tee kann bitter werden.
    • Mehrfach aufgiessen: Hochwertige Grün- und Oolongtees können oft mehrmals aufgegossen werden.
    • Lagerung: Luftdicht, lichtgeschützt und trocken lagern. Tee idealerweise innerhalb von sechs Monaten aufbrauchen – besser kleinere Mengen kaufen und öfter frischen Tee nachkaufen.

Die Herstellung ist aufwendig: Nach dem Trocknen der Grünteeblätter werden sie zu feinem Pulver gemahlen. Matcha gilt als sanfter Wachmacher – eine elegante Alternative zum Kaffee.

Noch sanfter geht es mit Hojicha (sprich: Hodschitscha). Ein gerösteter Grüntee aus Japan, der häufig aus Blättern niedrigerer Qualitätsstufen hergestellt wird. Hojicha hat so wenig Koffein, dass er in Japan auch am Abend und sogar Kindern serviert wird.

Er schmeckt leicht nussig, malzig und gilt als trendiger Nachfolger von Matcha. Besonders gut harmoniert er mit Schokolade.

Ein Tee, der kein richtiger Tee ist

Ganz ohne Koffein kommt der Rooibos-Espresso aus. In Südafrika wird er seit Jahren getrunken und ist auch bekannt als Red Espresso oder mit aufgeschäumter Milch als Red Cappuccino.

Der Rooibos-Tee

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Rooibos ist kein richtiger Tee, da er nicht aus der Teepflanze stammt, sondern von einem südafrikanischen Strauch gewonnen wird.

Der Rooibos-Espresso punktet durch ein intensives Aroma, einer schönen Crema und einer dunkelroten Farbe. Für die Zubereitung des Rooibos-Espressos braucht man eine Siebträgermaschine oder einen Espresso-Kocher bzw. Mokakanne.

Auch «Sparkling Teas» liegen im Trend – mit Kohlensäure versetzte Teegetränke. Sie gelten als elegante und alkoholfreie Alternative zu Cava, Prosecco oder Champagner. Inzwischen setzen auch einige Restaurants auf Tee-Pairing: Zu jedem Gang wird ein anderer Tee serviert.

Warum funktioniert Tee so gut als Trend?

Vielleicht, weil Tee eine gute Alternative zu Kaffee oder Süssgetränken ist. Und, weil Social Media einen wesentlichen Teil dazu beiträgt, dass Tee-Getränke viral gehen. Tee steht immerhin für Gesundheit und Achtsamkeit – ein modernes Lifestyle-Statement sozusagen.

Radio SRF 1, 10.3.2026, 11:40 Uhr, fischema

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