40 Jahre Iranische Revolution – Chomeini und die Folgen

  • Freitag, 1. Februar 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 1. Februar 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 1. Februar 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

1979 kehrt Ayatollah Chomeini nach über 14 Jahren aus dem Exil in den Iran zurück. Er beseitigt die Reste der Herrschaft des Schahs und gründet einen fundamentalistischen Gottesstaat. Die Folgen der Revolution zeigen sich bis heute – im Iran, in der islamischen Welt und im Westen.

Chomeini errichtet eine «Herrschaft der Gottesgelehrten», eine Theokratie. Der anfänglich von den Massen gefeierte Revolutionsführer zeigt sich schon bald als Gewaltherrscher, der jede Opposition skrupellos verfolgt.

Der iranische Autor Amir Hassan Cheheltan schildert in seinem aktuell auf Deutsch übersetzten Roman «Der standhafte Papagei» das historische Revolutionsjahr als literarisches Tagebuch aus der Innensicht des Zeitzeugen.

Trotz der rückwärtsgewandten Umwälzungen vor 40 Jahren hat auch im heutigen Iran die Moderne Einzug gehalten. Zumindest in der Metropole Teheran, bei Kunstschaffenden und in der jüngeren Generation, die mit zunehmendem Unwillen und Protest mehr Freiheiten einfordern.

Buchhinweis: Amir Hassan Cheheltan: Der standhafte Papagei. Erinnerungen an Teheran 1979. Matthes & Seitz 2018

Beiträge

  • Als der Ayatollah heimkehrte

    Als der Schiitenführer Ayatollah Chomeini am 1. Februar 1979 auf dem Flughafen Teheran einer Maschine der Air France entstieg, wurde er von den Massen gefeiert. Er beseitigte die letzten Reste der Monarchie Reza Pahlavis und errichtete seinerseits eine Schreckensherrschaft.

    Aussenpolitisch suchte Chomeini die Konfrontation mit den USA und wurde in einen blutigen Krieg mit dem Nachbarland Irak verwickelt.

    Felix Münger

  • Amir Hassan Cheheltan: Der Chronist des Umsturzes

    Als junger Student erlebte der iranische Schriftsteller Cheheltan als einer von vielen die Angst vor den Schahschergen, die Wut der Strassenkämpfe und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

    Aber auch die Ernüchterung, als Oppositionelle systematisch hingerichtet wurden und von den Frauen die Kopftuchpflicht verlangt wurde.

    Davon berichtet Cheheltan in seinem neusten Buch «Der standhafte Papagei».

    Im Gespräch erzählt der Autor von den Revolutionsmonaten und wie es kommen konnte, dass anfänglich so viele Menschen den Fanatiker Chomeini unterstützten.

    Markus Gasser

  • «Die Bedeutung der Revolution kann nicht überschätzt werden.»

    Die Iranische Revolution ersetzte im Iran die Monarchie durch eine Theokratie. Darüber hinaus sei die Signalwirkung für die islamische Welt enorm gewesen, sagt die Politikwissenschafterin Margret Johannsen vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg.

    Die islamische Revolution habe im Nahen und Mittleren Osten den Islamismus befeuert, wodurch sich die Spannungen in der Region verstärkten und sich das Verhältnis zum Westen massgeblich verschlechterte.

    Felix Münger

  • Die Revolution heute

    Unzählige Flaggen des revolutionären Iran, Schriftzüge «Gott ist am grössten», gewaltige Bilder von Chomeini und seinem Nachfolger Khamenei – ein Rundgang durch Teheran zeigt, wie sehr die Revolution von damals heute noch immer präsent ist.

    Auf den zweiten Blick wird jedoch sichtbar, dass längst auch die Modernität eingekehrt ist - nicht plakativ, eher durch die Hintertür bei Jugendlichen oder in der Kunstszene. Und so gibt es im heutigen Teheran auch eine junge, offene und kulturell vielseitige Szene zu entdecken.

    Sven Weniger und Michael Marek

Autor/in: Felix Münger, Markus Gasser, Sven Weniger und Michael Marek, Moderation: Norbert Bischofberger, Redaktion: Noëmi Gradwohl