Künste im Gespräch - Shoplifters, Climax und Mackie Messer

  • Donnerstag, 13. Dezember 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 13. Dezember 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 13. Dezember 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Heute ganz Kino: «Shoplifters», die goldene Palme von Cannes, zeigt ein asozial-soziales Japan. Provokateur Gaspard Noé setzt mit «Climax» für einmal nicht auf Sex, sondern auf Gruppendynamik. Und die Entstehung der Dreigroschenoper ist ein Film für sich.

Drei Filme, drei Gesellschaftsmodelle. Der Japaner Hirokazu Kore-Eda hat am Filmfestival von Cannes die goldene Palme gewonnen mit einem Film über eine offensichtlich unterprivilegierte Familie, die sich perfekt und nicht ganz gesellschaftskonform selber organisiert.

Der Argentinier Gaspar Noé, der bisher vor allem mit formal raffinierten, sex- und gewaltgeladenen Filmen Furore gemacht hat, spielt mit «Climax» gruppendynamische Prozesse durch, die sich verselbständigen.

Und schliesslich widmet sich ein Film der Entstehung jenes schneiden anklagenden Klassikers, der Brechtschen Fassung der Dreigroschenoper mit Kurt Weills Musik, Mackie Messer und dem Haifisch mit den Zähnen.

Beiträge

  • Blick hinter Kulissen: «Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm»

    «Aktuell. Gesellschaftskritisch. Unterhaltend». So beschreibt der Regisseur Joachim Lang den Bühnenhit «Die Dreigroschenoper» (1928) von Bertolt Brecht. 

    In seinem Kinofilmdebüt verwebt er Lieder und die Handlung daraus mit der wahren Geschichte von Brechts fehlgeschlagenem Versuch, den Stoff zu verfilmen.

    Doch «Mackie Messer» will mehr sein als nur ein Film über einen Film, den es nie gab. Lang will die «Dreigroschenoper» vom Staub befreien und auf die Gegenwart übertragen: «Der Haifisch soll wieder Zähne bekommen».

    Elisabeth Baureithel

  • Gaspard Noé zu «Climax»

    Der französisch-argentinische Regisseur Gaspard Noé gilt vielen als Skandalfilmer. Sein neues Werk «Climax» ist überhaupt kein Skandal, aber dennoch nicht leicht zu verdauen.

    Es dreht sich im wahrsten Sinne des Wortes alles um gruppendynamische Prozesse, die sich verselbständigen: der Film spielt an einem einzigen Abend, eine Tanzkompanie feiert den Abschluss der Probearbeit und die Feier gerät komplett aus dem Ruder.

    Im Gespräch erzählt Noé, wie er mit diesen Profitänzerinnen, aber Laienschauspielern gearbeitet hat und wie er mit der Erwartung umgeht, immer Skandalregisseur sein zu müssen.

    Brigitte Häring

  • Hirokazu Kore-Eda und seine «Shoplifters»

    Eine eigenartig liebevoll disfunktionale Familie porträtiert Hirokazu Kore-Eda in seinem Film. Ein arbeitsloser Vater, der mit den Jüngsten elegante Ladendiebstähle verübt. Eine Tochter, die als Sex-Cam-Girl arbeitet. Und eine Grossmutter, die mit ihrer Witwenrente die Familie am Leben erhält.

    Bis sich die Perspektive grundlegend verändert.

    Ein fröhlich-höfliches Gruppengespräch mit dem Regisseur, über Japans fehlende Sozialstrukturen und Zugfahrten.

    Michael Sennhauser

Autor/in: Michael Sennhauser, Brigitte Häring, Elisabeth Baureithel, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Theresa Beyer