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Fazit zur Heim-WM der Nati Es war ein Hockey-Märchen – nur halt eines ohne Happy End

Alles war angerichtet, Gold lag bereit. Doch ausgerechnet auf der Ziellinie kam der Motor der Nati ins Stocken.

Eishockeymannschaft in roten Trikots bildet einen Kreis auf dem Eis.
Legende: Verschworene Einheit Die Nati hat an der Heim-WM die Massen bewegt, die Krönung blieb aber aus. Reuters/Denis Balibouse

Die Zeit wird kommen, in der die Eishockey-Schweiz in Nostalgie schwelgt und sich die goldenen – oder eben silbernen – Jahre des Männer-Nationalteams zurückwünscht. Vor 10, 20 oder 30 Jahren schien es komplett unrealistisch, dass die Nati 3-mal in Serie den WM-Final bestreiten würde.

Die aktuelle Gemütslage ist aber eine andere. Erstmal ist Trübsal blasen angesagt. Die Gold-Mission auf heimischem Boden, sie ist gescheitert.

Makellos bis und mit Halbfinal

So sehr wie in diesem Jahr schmerzte das Verpassen des erstmaligen WM-Titels noch nie. Die Vorzeichen waren optimal. Die WM-Vorbereitung begann mit der Freistellung von Patrick Fischer und der Ablösung durch Jan Cadieux zwar mit einem Knall. Während sich die Medien rund um die «Causa Fischer» die Finger wundschrieben, rückte die Mannschaft noch näher zusammen, ganz nach dem Motto: «Jetzt erst recht!»

Mit dem 3:1-Auftaktsieg in der Final-Reprise von 2025 gegen die USA sprang die Nati auf die Euphoriewelle auf. In der Folge fegten die Schweizer nur so über ihre Gruppengegner hinweg, die Begeisterung rund um die Eishockey-Nati erreichte eine neue Dimension. Die Verbindung zwischen Fans und Mannschaft gipfelte jeweils nach den Siegen, als gemeinsam die «W. Nuss vo Bümpliz» zelebriert wurde.

Im Viertelfinal erbrachte die Nati den Beweis, dass sie auch Widerständen trotzen kann. Gegen Schweden liess sich die Schweiz auch von einem anfänglichen Rückstand nicht unterkriegen und bestand die Reifeprüfung letztlich souverän. Es folgte die 6:0-Gala im Halbfinal gegen ein inferiores Norwegen.

Zu früh ausgeschossen

Wie schon 2024 in Prag und 2025 in Stockholm geriet der Offensiv-Motor der Schweizer aber auch 2026 in Zürich im Final ins Stocken. Über weite Strecken fehlte es an Präzision, Tempo und Durchschlagskraft. Alles Attribute, welche die Schweiz zuvor im Turnierverlauf ausgezeichnet hatten.

Selbst die Hockey-Götter wünschten sich in diesem Jahr die langersehnte Titel-Premiere der Nati. Sowohl im Viertelfinal als auch im Final wurde jeweils ein Treffer des Gegners zurecht einkassiert. Auch die eine oder andere wichtige Strafe wurde eher zugunsten der Schweizer ausgesprochen. So etwa jene im Final kurz vor Ende des Startdrittels, als gleich zwei Finnen gleichzeitig rausgeschickt wurden, Timo Meier aber mit einem vermeintlichen Check gegen das Knie ungeschoren davonkam.

Der letzte Eindruck bleibt, aber ...

Es liegt in der Natur des Menschen, dass er die letzten Eindrücke am intensivsten im Kurzzeitgedächtnis abspeichert. Und diese letzten Eindrücke sind aus Schweizer Sicht stark negativ behaftet. Das Team, die Fans, das ganze Land war bereit für Gold. Die Enttäuschung, dass es erneut «nur» Silber wurde, ist grenzenlos.

Bei aller Desillusion sollte man aber die 16 WM-Tage vor dem Final nicht einfach vergessen. Was die Nati erreicht und ausgelöst hat, auf und neben dem Eis, ist und bleibt nicht selbstverständlich. Die Heim-WM, sie war ein Märchen – nur halt eines ohne Happy End.

Eishockey-WM 2026

SRF zwei, Sportlive, 31.05.2026, 19:00 Uhr

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